Stabhochspringerin Kristina Gadschiew bei der WM in Berlin Zehnte

Zweibrücken wirbt nicht umsonst als „Sportstadt“ für sich. Diese Einzigartigkeit haben die Sportlerinnen und Sportler auch im Jahr 2009 unterstrichen. National und international haben sie den Sprung aufs Treppchen geschafft und damit erneut als Botschafter ihrer Heimatstadt gewirkt. Die Stadt Zweibrücken braucht sich keiner Marketing-Abteilung zu bedienen oder irgendwelche Werbekampagnen zu starten. Doch ganz umsonst sind die sportlichen Erfolge nicht. Schließlich gelingt es die Stadt Zweibrücken, mit einer geballten Ausstattung an Sportstätten auch für die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Lediglich noch etwas hinter den Anforderungen des Fußball-Oberligisten SVN 1929 Zweibrücken und des Bundesleistungszentrums LAZ Zweibrücken hinkt das Westpfalzstadion her. Doch auch hier zeichnet sich für das kommende Jahr mithilfe des Konjunkturpakets II eine Lösung ab. Derzeit liegen die Pläne noch bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD).

Dass die Stadt Zweibrücken bei ihren Sportlern keineswegs auf Sand gebaut hat, beweisen ihre Erfolge. Herausragend waren erneut, was die nationale und internationale Ebene betraf, das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken und die Wassersportfreunde Zweibrücken.

In über zwei Jahrzehnten hat sich das Bundesleistungszentrum zu einer festen Größe in Rheinland-Pfalz, aber auch im Deutschen Leichtathletikverband entwickelt. Ob bei Weltund Europameisterschaften, bei den Aktiven und beim Nachwuchs, stets haben Zweibrücker Athleten bei den Podiumsplätzen mitgemischt. Sowohl bei der Hallen-Europameisterschaft in Turin, als auch bei der Weltmeisterschaft in Berlin sowie bei der Universiade in Belgrad war LAZ-Stabhochspringerin Kristina Gadschiew vertreten. Mit der Bronzemedaille bei der Universiade knüpfte die 25-jährige Lehramtsstudentin an ihre Silbermedaille 2008 in Bangkok an. Platz fünf bei der EM und Rang zehn bei der WM komplettierten das erfolgreichste Jahr des Schützlings von Frauen-Bundestrainer Andrei Tivontchik. Gleichzeitig steigerte sie ihre Bestleistung auf 4,58 Meter. Die Deutsche Hochschulmeisterin aus Hornbach hat international weitestgehend den Olympia-Achten von Peking, Raphael Holzdeppe, vertreten, der nach einer Oberschenkelverletzung die Qualifikation für die WM verpasst hatte. Mit seinem Sieg bei der U 23-EM in Kaunas hielt er sich, wie auch mit seinem Sieg bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften schadlos. Zudem wurde er angesichts seiner Leistungen als zweifacher Junioren-Weltrekordler von den Fans im Januar zum Leichtathleten des Jahres 2008 gewählt. Diese Ehre wurde erstmals einem Jugendlichen zuteil. Derzeit gehört der 20-Jährige der Sportförderkompanie in Mainz an.

Doch auch Stabhochspringer Daniel Clemens sorgte mit seiner Bronzemedaille bei der U 18-WM in Brixen ebenso für Aufsehen. Hier wurde die Deutsche B-Jugendmeisterin Michaela Donie Achte. Speerwerfer Till Wöschler war mit einer Silbermedaille bei der U 20-EM in Novi Sad ebenfalls erfolgreich. Die Deutsche A-Jugend-Meisterin Natasha Benner belegte bei der EM Platz elf.

„Zweibrücken ist eine Hausnummer in der deutschen Leichtathletik.“

Josef Scheer,
LAZ-Vorsitzender

Angesichts von 14 Plätzen auf dem Treppchen bei Deutschen Meisterschaften vom Stabhochsprung, über den Hochsprung bis zum Speerwurf, darf das LAZ für sich in Anspruch nehmen, dass die Sportler in breiter Spitze angekommen sind und auch die Früchte der Jugendarbeit geerntet werden können. „Zweibrücken ist eine Hausnummer beim DLV und gehört zum Tafelsilber des Landes Rheinland-Pfalz“, erklärte nicht ohne Stolz jüngst der Vorsitzende Josef Scheer.

Diese Einschätzung ist berechtigt, zumal das LAZ mit dem Hürdensprinter Jens Werrmann ein weiteres Faustpfand im Hintergrund hat. Nach zweijähriger Verletzungspause verpasste Werrmann als Vierter bei der DM nur knapp die Qualifikation für die WM in Berlin.

Doch auch die Leichtathletik-Senioren zeigten sich von ihrer besten Seite. Jeweils die Silbermedaille bei der Cross-DM und bei der DM über 5000 Meter errang der Althornbacher Jürgen Bischof (VT Zweibrücken/ M 45). Zwei zweite Plätze schaffte auch seine Vereinskameradin Ingeborg Franke (W 70) im Weitsprung und 100-Meter-Lauf. Eine Silbermedaille bei der Winterwurf-EM in Ancona gewann auch Senioren-Diskuswerfer Roland Klingler (M 60) von der LG Bliestal.

Ihre Ausnahmestellung bei den Schwimmern stellten erneut die Wsf Zweibrücken unter Beweis. Als ein wahrer Jungbrunnen zeigt sich der Verein, für den die Kaderathleten des Saarländischen Schwimm-Bundes starten, dessen Landestrainer Peter Fischer im August das Handtuch nach internen Querelen warf. Marlene Hüther, herausragende deutsche Schwimmerin des Jahrgangs 1988, Marlene Suthoff, David Szabo und Felix Bartels sicherten sich im Bundesfinale mit der SSG die Deutsche Meisterschaft in den Altersklassen D und C. Diese Nachwuchsschwimmer bilden die Nachhut für die Wsf-Spitzenschwimmer Neil und Till Pallmann, Sebastian Lotze, Frank und Florian Schmidt. Der Jahrgangsmeister des vergangenen Jahres über 200 Meter Schmetterling, Florian Schmidt, sicherte sich die Bronzemedaille bei der Freiwasser-DM über fünf Kilometer in Lindau. Sein Bruder Frank Schmidt glänzte bei der Polizei-EM in Madrid. Der Kommissar-Anwärter wurde mehrfacher Titelträger und jüngst vom rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch ausgezeichnet.

Sebastian Lotze schaffte den Sprung zur Jugend-EM in Prag, wo er in der Gesamtwertung 23. und mit der 4 x 200-Meter-Staffel Achter wurde. Zu den besten deutschen Rückenschwimmern über 50 bis 200 Meter zählt der Zweibrücker Neil Pallmann. Der Maschinenbau-Student sicherte sich bei der DM in Berlin und Essen die Teilnahme an den A- und B-Finalläufen. Sein 16-jähriger Bruder Till pulverisierte in den vergangenen Wochen seine Bestzeiten zuhauf und hält nunmehr alle Vereinsrekorde über 50 bis 1500 Meter Freistil. Die Ausgeglichenheit bei den Männern und Frauen der Wsf Zweibrücken spiegelt sich nicht nur darin wider, dass sie sich bereits zum fünften Mal den Mannschaftspokal gesichert haben, sondern auch wesentlich bei den Männern dazu beigetragen haben, dass der Klassenverbleib der SSG Max Ritter in der Bundesliga gesichert wurde. Abgestiegen sind dagegen die Frauen.

Der „Tag des Deutschen Sportabzeichens“ am 18. Juni im Westpfalzstadion sollte ein Rekordversuch werden. 575 Sportabzeichen von Landau aus dem Jahre 2003 galt es zu schlagen. Der Zweibrücker Sportabzeichenbeauftragte Peter Ehrmanntraut konnte am Ende aber nur 288 Abnahmen zählen.

Stabhochspringerin Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew – Zehnte der WM in Berlin