Zweibrücken wird seinem Ruf als Sportstadt gerecht. Das hat beim jüngsten Merkur-Sportstammtisch der neue Leiter des Sportamtes, Thomas Deller, nachhaltig unterstrichen. Allein das Zahlenmaterial spricht schon Bände. Im Stadtgebiet gibt es 58 Vereine mit 14 634 Mitgliedern. Damit treiben in Zweibrücken rund 42,5 Prozent der Einwohner Sport. Was aber noch weit erfreulicher ist: Unter den Sporttreibenden sind alleine 4531 Jugendliche unter 18 Jahren.

Doch kommen diese Zahlen nicht von ungefähr. Sie sind das Ergebnis einer ausgezeichneten Infrastruktur an Sportstätten, die von den Vereinen und der Stadt vorgehalten werden. Dabei kann die Stadt für sich Alleinstellungsmerkmale, wie etwa die Rennwiese oder das Westpfalzstadion mit der Dieter-Kruber-Halle, für sich in Anspruch nehmen. Deshalb kann die Aussage des Sportamtsleiters Thomas Deller nur unterstrichen werden, dass „Zweibrücken gut aufgestellt ist“. Gleichzeitig widersprach er jeglichem Kirchturmdenken: „Alle Vereine sind uns gleichwertig lieb und teuer.“

Dass dies keine Phrasen sind, haben wiederholt Vereinsvorsitzende bestätigt, dass sie sich bei ihrer ersten Anlaufstelle, dem Sportamt, bestens betreut fühlen. Allerdings, und das gibt der 32-jährige Deller zu bedenken, können beim Sportamt keine Entscheidungen gefällt, aber zumindest Anliegen wohlwollend registriert werden. Die vorgetragenen Wünsche sind zumeist mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Und Gelder wiederum können nur vom Stadtrat bewilligt werden, wenn zuvor die ADD (Kommunalaufsicht) den Haushalt abgesegnet hat.

Dabei können sich die Vereine sicher sein, dass der Sport bei den Stadtratsmitgliedern aller Couleur höchstes Ansehen genießt. Das hat beim Merkur-Sportstammtisch auch der Vorsitzende des Stadtverbandes für Sport, Eckhart Schiller, bestätigt. Im Gegensatz zu vielen Städten hätte Zweibrücken in den vergangenen Jahren, was die Unterstützung der Vereine betrifft, die freiwilligen Leistungen für die Vereine noch aufgestockt. Was angesichts des defizitären Haushalts schon Bände spricht.

Von Skaterhockey abgesehen, dessen Ausübung in der maroden Sporthalle des Kreuzberges seit Beginn des Jahres untersagt worden ist, können die Zweibrücker in einer Vielzahl von Vereinen und in den unterschiedlichen Sportstätten ihren sportlichen Neigungen nachgehen. Das ist in Städten der Größenordnung Zweibrückens nicht überall möglich.

Andererseits ist das Geld im Sport aber auch gut angelegt, wie die nationalen und internationalen Erfolge in der Leichtathletik- und der Schwimmszene belegen. Die Sportler sind nicht ganz unentgeltliche Botschafter, aber gute Werbepartner für Zweibrücken. Das hat vergangene Woche auch der Beigeordnete für Sport, Rolf Franzen, bei der Ehrung des U-20-Weltmeisters des LAZ Zweibrücken im Speerwerfen, Till Wöschler, zum Ausdruck gebracht und dafür zustimmenden Beifall geerntet.

Um diese Erfolge zu erzielen, müssen aber auch die Sportstätten Schritt halten. Bis auf zwei Sportplätze, so war beim Merkur-Sportstammtisch zu hören, sind alle Plätze im Stadtgebiet saniert worden. Als nächste große Baustelle steht nun das in die Jahre gekommene Westpfalzstadion an. Mittlerweile sind von der ADD 70 000 Euro an Planungskosten genehmigt worden. Wenn dies als die obligatorischen zehn Prozent der zu verbauenden Summe angesehen werden darf, dann dürfen sich alle Beteiligten ausrechnen, was bei der geplanten Sanierung und Modernisierung damit bewerkstelligt werden kann.

Bei den Planungen muss über den Tellerrand hinausgeschaut werden. Es geht dabei keineswegs nur um den Fußball-Oberligisten SVN 1929 Zweibrücken, wie vielfach kolportiert wird, sondern vor allem um das Bundesleistungszentrum. Dessen Athleten sorgen schon seit über einem Jahrzehnt mit ihren Erfolgen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie den nationalen Titelkämpfen für Furore und Aufsehen in Mainz bei der Landesregierung. Das LAZ, ohne die Leistungen des SVN in den vergangenen Jahren seit dem Oberliga-Aufstieg zu schmälern, ist d a s Zugpferd der Zweibrücker Sportler. Ihm allein ist es zu verdanken, dass die Stadt bei ihren Ausbauplänen in Mainz, sei es beim Innenministerium oder beim Landessportbund, überhaupt Gehör gefunden hat. Selbst, wenn das Geld auch bei der Landesregierung nicht mehr so locker sitzt, sprechen die Zweibrücker Erfolge für sich.

Von der Sanierung des Westpfalzstadions werden aber auch die VTZ, die Schulen mit dem Hofenfels-Gymnasium als Partnerschule des Sports, die Mannlich-Realschule, das Hofenfels-Gymnasium und die Bundeswehr profitieren. Schlichtweg gesagt, die Vereine generell. Das finanzielle Maximum und das Optimum an Sanierung herauszuholen, das ist das Anliegen der Stadt, deren Planungen in den nächsten Monaten zunächst von den Geldgebern in Mainz abgesegnet werden müssen. Eines ist aber heute schon sicher: Gewinner werden die Vereine sein.