Bad Bergzabern. Elf Monate nach ihrem letzten Start, der Mitte Juni 2016 bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Kassel war, feierte Sina Mayer (22, LAZ Zweibrücken) gestern ein erfreuliches Comeback: In 11,67 Sekunden spulte sie die 100 Meter ab und sicherte sich in Bad Bergzabern den Pfalztitel vor Lara Hümke (18) vom LTV Bad Dürkheim.

„Für mich war das Wichtigste, dass der Fuß hält. Ich hatte so lange keinen Wettkampf mehr, heute hatte ich einen schönen Lauf, jetzt bin ich sehr glücklich“, sagte Mayer, die Gesundheitsmanagement in Saarbrücken studiert und die sich mit frischem Mut die 11,55 Sekunden vornimmt. Das ist die Norm für die U23-EM in Bydgoszcz. „Ich merke schon, dass da noch Luft nach oben ist“, sagte Mayer, die erzählte, wie sehr sich eine andere fast noch mehr freute: „Lara Hümke kam zu mir und bedankte sich, dass ich heute gelaufen bin“, erzählte die LAZAthletin. Das Siebenkampf-Talent aus Friedelsheim lief in Mayers Windschatten 11,84 Sekunden – Bestzeit. „Das ist die erste seit vier Jahren, das ist echt super“, freute sich Hümke.

Sie trainiert wie Felix Ziegler bei Jochen Allebrand. Der Südpfälzer (22) im FCK-Trikot hatte gestern nicht das Glück, jemanden vor sich zu haben, der ihn zog: Dennoch – seine 14,95 Sekunden über die 110-m-Hürden seien „recht gut für den Saisoneinstand“, hob Ziegler den Daumen. Später aber zeigte sein Daumen nach unten, denn der Wechsel in der 4x100-Meter-Staffel (43,39 sek) zu Stefan Estelmann war verpatzt, weil Estelmann zu früh los lief. „Ja klar, die Wechsel sind unser Problem, weil wir ganz selten zusammen trainieren können“, räumte Ziegler ein. Anschließend ging der Daumen wieder nach oben. Er gewann die 200 Meter in starken 22,14 Sekunden.

Den Daumen hoch stellte auch Christian Kiemstedt. Der 25 Jahre alte Sprinter vom ABC Ludwigshafen verbesserte sich eine Woche nach seinen 10,64 Sekunden in Mannheim auf 10,63 – und strahlte wie selten. So schnell war er noch nie in die Saison gestartet. „Die Norm für deutsche Meisterschaften in Erfurt jetzt schon in der Tasche zu haben, ist eine feine Sache. Das lässt mir alle Freiheiten“, sagte Kiemstedt, der im Sommer eine Ausbildung beginnen will und jetzt schon bei seinem neuen Arbeitgeber in Bad Dürkheim jobbt.

Überzeugend Jan Bieler: Der 17-Jährige vom TSV Freinsheim sprang 6,85, 6,91 und 6,96 Meter weit. Der Schützling von Rainer Drechsler, der früher Fußball spielte, meinte: „Echt gute Serie. Anfangs hatte ich keine Lust auf Leichtathletik, aber jetzt macht’s total viel Spaß.“ Vielleicht klappt’s ja mit einem Start bei der U18-WM in Nairobi.