Mit viel Zuversicht gehen die deutschen Leichtathleten in die Hallen-EM in Prag. Die Gold-Hoffnungen liegen dabei auf Kugelstoß-Weltmeister David Storl und Mittelstreckler Homiyu Tesfaye.

Prag. In der „Goldenen Stadt“ Prag soll es für die deutschen Leichtathleten möglichst viel glänzendes Edelmetall geben. Mit 39 Athleten fährt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zur Hallen-EM, die heute beginnt und bis Sonntag dauert. Die Titel-Hoffnungen ruhen vor allem auf dem wiedergenesenen Kugelstoß-Weltmeister David Storl aus Leipzig und Shooting Star Homiyu Tesfaye aus Frankfurt/Main über 1500 Meter.

Insgesamt starten gleich vier deutsche Athleten mit den besten Vorleistungen in die Europameisterschaften. Neben Storl und Tesfaye liegen auch Weitspringerin Sosthene Moguenara aus Wattenscheid und Richard Ringer aus Friedrichshafen über 3000 m an der Spitze der Bestenlisten. Die Chancen auf eine bessere Ausbeute als bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren stehen entsprechend gut.

In Göteborg 2013 gab es für den DLV „nur“ einmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze. „Es ist eine gute Ausgangsbasis, aber wichtig ist, dass Statistiken keine Medaillen gewinnen“, sagte DLVCheftrainer Idriss Gonschinska. „Von Medaillenprognosen halte ich nicht so viel. Ziel ist es, dass die Athleten unter der Drucksituation einer internationalen Meisterschaft ihre Vorleistungen bestätigen. Dann ergibt sich auch ein gutes Abschneiden.“

Ein gutes Abschneiden allein dürfte Storl allerdings nicht reichen. Nach seiner KnieOperation im vergangenen September stieß der 24-Jährige bei seinem Comeback bei der deutschen Meisterschaft in Karlsruhe vor zwei Wochen 21,26 Meter – mehr als 30 Zentimeter weiter als sein härtester europäischer Konkurrent Tomas Stanek aus Tschechien. Es wäre der erste HallenTitel für den zweimaligen Freiluft-Weltmeister. Eine Goldmedaille am Freitag gleich im ersten Finale der EM (17.25 Uhr) könnte gleichzeitig auch eine Initialzündung für das gesamte deutsche Team sein.

Ähnlich dominant zeigte sich auch Homiyu Tesfaye in dieser Hallensaison. Innerhalb weniger Tage lief er Mitte Februar gleich zweimal deutschen Rekord. „Ich will Gold“, sagte Tesfaye selbstbewusst. Denn nicht nur in Europa ist der 21-Jährige bisher der schnellste Läufer, auch weltweit gelang bisher keinem Konkurrenten eine schnellere Zeit als dem deutschen Hoffnungsträger.

Dennoch: Ganz unbeschwert treten die Deutschen die Reise nicht an. Der aussichtsreiche Mehrkämpfer Kai Kazmirek musste verletzungsbedingt absagen. Zudem fehlen gleich alle fünf Medaillengewinner von Göteborg, auch die verletzte Kugelstoß-Titelverteidigerin Christina Schwanitz. Vor allem in der sonstigen deutschen Vorzeigedisziplin Stabhochsprung ist der Aderlass bitter für den DLV. Weltmeister Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken schaffte nicht einmal die Qualifikationsnorm für Prag.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
06.–08.03.2015 Hallen-Europameisterschaften 2015 Prag (Tschechien)