Wahl Raphael Holzdeppes zum Leichtathleten des Jahres 2008 findet großen Anklang

Sportlich kann es nicht hoch genug für den Stabhochspringer Raphael Holzdeppe gehen. Doch privat bleibt der 19-jährige Leichtathlet des Jahres 2008 bei allen Ehrungen mit beiden Beinen auf dem Boden.

Zweibrücken. Raphael Holzdeppe setzt ständig neue Maßstäbe. Der 19-jährige Stabhochspringer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken ist nicht nur sportlich ein Überflieger, sondern auch bei den Ehrungen. Ein weiterer Höhepunkt für den zweifachen Junioren-Weltrekordler, U 20-Weltmeister und Olympia-Achten war die Auszeichnung zum Leichtathleten des Jahres 2008 (wir berichteten). Außergewöhnlich, wie die herausragenden Leistungen des Schützlings von LAZ-Bundestrainer Andrei Tivontchik, der selbst 1996 in Atlanta die Bronzemedaille errang, dass erstmals ein Jugendlicher sich die Sympathien der Leichtathletikfans mit 33,5 Prozent unter 3500 Usern sicherte. Damit bleibt der Titel in der Hand der Stabhochspringer, denn Raphael Holzdeppe tritt die Nachfolge des Leverkuseners Danny Ecker an.

Der 19-Jährige der sich gerade auf seine Abiturprüfungen in Englisch, Sport und Physik ab der kommenden Woche vorbereitet, hat noch keine genaue Vorstellung, was auf ihn zukommt. „Ich weiß nur, dass die Ehrung bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig am Wochenende 21./22. Februar erfolgt.“

Die Gelassenheit des Stabhochsprung-Asses lobte der LAZ-Vorsitzende Josef Scheer. „Trotz seiner Erfolge und hochkarätigen Ehrungen ist er mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben.“ Das habe er auch kürzlich bei den Vertragverhandlungen erlebt, wo er sich als „kompetenter Partner“ erwiesen habe. Allerdings hofft Scheer, dass sich Raphael durch die gestiegene Erwartungshaltung nicht aus der Bahn werfen lässt. Dabei baut er auf das Tandem Holzdeppe/Tivontchik, das bisher gezeigt habe, dass es jeglichen Belastungen von außen gewachsen ist.

Rolf Franzen, Beigeordneter für Sport der Stadt Zweibrücken, lobte das Gespür der Leichtathletikfans. „Sie haben die Leistungen Raphaels mit ihrem Votum zum Leichtathleten des Jahres honoriert.“ Gleichzeitig freute er sich darüber, dass mit Holzdeppes Ehrung die Stadt und das LAZ eine weitere sportliche Aufwertung erfahren haben. „Schon bei Olympia hat er als Botschafter gewirkt, der Zweibrücken weltweit bekannt gemacht hat. Er ist für die Stadt ein wahrer Sympathieträger.“

Für den sportlichen Leiter des LAZ, Karl-Heinz Werle, ist diese Auszeichnung für Raphael erneut „eine Riesenwerbung für Zweibrücken.“ Dennoch lobte er den Stabhochspringer, wie er trotz aller Ehrungen, die er in jüngster Zeit erfahren hat, „sehr bescheiden geblieben ist“. Für den Verein, den Athleten und Trainer Tivontchik sei dies „ein Ansporn für die weitere Arbeit“.

Hermann Grieser, Mannschaftsverantwortlicher des Handball-Regionalligisten VTZ-Saarpfalz, freute sich, dass sich Raphael Holzdeppe bei der Wahl gegen „arrivierte Athleten“ durchgesetzt habe. „Das ist eine super Sache für den jungen LAZ-Athleten und zeigt, über welches Potenzial die Sportstadt Zweibrücken verfügt.“

Der Vorsitzende des SVN, Richard Denger, hofft, dass „der freundliche, nette Kerl sportlich seinen Weg geht.“

„Ich habe ihn auch gewählt“, freute sich sein Mannschaftskamerad Jens Werrmann. „Für den Verein und Raffi ist das ein Riesenerfolg, von dem alle Athleten des LAZ profitieren können.“ Erfreulich sei, dass Raphael bei aller Presse „der Alte“ geblieben ist.

Raphael Holzdeppe, Leichtathlet des Jahres 2008, mit Trophäe
LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe ist nicht nur zum besten europäischen Nachwuchsathleten, sondern nun auch zum Leichtathleten des Jahres 2008 gekürt worden. Foto: pma/voj