Wenn der sechste Himmelsstürmer-Cup des LAZ Zweibrücken am Wochenende über die Bühne geht, hat das Freiluftspringen einen langen Weg hinter sich. Zum dritten Mal steigt das Stelldichein der besten Stabhochspringer und Stabhochspringerinnen nun im Westpfalzstadion, dem Vorgarten des LAZ. Im Elite-Feld der Männer springt Lokalmatador Raphael Holzdeppe mit, die Vereinskollegen Daniel Clemens und Nicolas Dietz mischen sonntags ab 17 Uhr im illustren B-Feld mit.

In den 1990ern hatte alles auf dem Alexanderplatz, mitten in der Stadt, begonnen. Unter Regie des ersten LAZ-Vorsitzenden Dieter Kruber gab es Marktplatzspringen, bei denen unter anderen der heutige Frauen-Bundestrainer Andrei Tivontchik und ein ganz junger Raphael Holzdeppe schon zu den Stäben griffen. Das Springen war dazu gedacht, den Menschen die Disziplin Stabhochsprung näherzubringen, sie damit vertraut zu machen. Nach dem Tod Krubers gab es ab Anfang der 2000er Jahre irgendwann keine Springen mehr.

Bis sich ein neuer LAZ-Vorstand um die Vorsitzenden Bernhard Brenner und Alexander Vieweg im Jahr 2012 entschloss, die Meetings der „Stabis“ wiederzubeleben. „Wir hatten 2012 und 2013 dabei auch riesiges Glück“, sagt Brenner heute rückblickend. Denn damals kamen an Maria Himmelfahrt Mitte August jeweils riesige Menschenmengen auf den Herzogplatz vor dem Rathaus. Sie alle wollten Lokalmatador Raphael Holzdeppe sehen, der seinem Verein mit der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in London und dem WM-Titel in Moskau voll in die Karten spielte. Im Winter 2013 gab es auch wieder ein Hallenmeeting in der Westpfalzhalle. Heute sind die Springen anerkannte Wettkämpfe, bei denen Normen und Weltrekorde zählen – wie der U20-Hallenweltrekord (4,71 m) der Finnin Wilma Murto im Vorjahr, Doping-Kontrolle inklusive.

Inzwischen ist der Verein mit beiden Veranstaltungen in sein Wohnzimmer (die Dieter-Kruber-Halle) und in den Vorgarten (das Westpfalzstadion) umgezogen. Der logistische Aufwand, den Steg auf den Herzogplatz oder in die Westpfalzhalle zu transportieren – und vor allem nach dem Springen zügig wieder abzubauen –, erwies sich auf Dauer als zu hoch.

„Die beiden Meetings sind ganz wichtige Standbeine unseres Vereins. Wir müssen die einfach machen“, sagt Alexander Vieweg im Hinblick darauf, dass man ohne solche Veranstaltungen als Verein nicht interessant für Werbepartner sei. 35 bis 40 Unternehmen engagierten sich beim sechsten Himmelsstürmer-Cup, „ohne die geht es auch nicht“, so Vieweg. Ganz wichtig sei dabei inzwischen auch das Bespielen der Sozialen Medien. „Wir haben mit dem letzten Hallenstürmer-Cup etwa 1,1 Millionen Leute über Facebook erreicht. Filme einzelner Sprünge hatten da schon mal 15.000 bis 40.000 Klicks“, berichtet er.

Bei der jetzigen Auflage des Himmelsstürmer-Cups springt – wie im Winter – die Elite samstags: die Frauen ab 16 Uhr, die Männer ab 18.30 Uhr. Die Jugend und die B-Felder sind am Sonntag dran. Schon fast traditionell wurden die Starterfelder bis zum letzten Moment noch kräftig durchgemischt. Bei den Männern startet die komplette deutsche Spitze: der favorisierte Raphael Holzdeppe, Malte Mohr, Tobias Scherbarth, Florian Gaul und Karsten Villa.

Daneben sind mit Valentin Lavillenie, dem kleinen Bruder des französischen Überfliegers Renaud, Stanley Joseph und Menno Vloon alte Bekannte am Start. Kurzfristig kam noch der Franzose Kevin Menaldo hinzu, der am 28. Mai im benachbarten Forbach starke 5,83 Meter übersprang. Den Meeting-Rekord hält Carlo Paech mit 5,80 Meter (2015). Die noch nicht ganz fitten Zweibrücker Springer Daniel Clemens und Nicolas Dietz rutschten dadurch nun ins B-Feld am Sonntag, wo unter anderem auch Marvin Caspari, Oleg Zernickel und Lamin Krubally mitbringen.

Bei den Frauen ersetzt Silke Spiegelburg die Französin Marion Lotout und misst sich mit den Deutschen Anjuli Knäsche und Victoria Van Eynatten sowie der jungen Schwedin Lisa Gunnarsson. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)