„Wer für andere nichts tut, der tut auch nichts für sich selbst.“ Mit diesem Goethe-Zitat eröffnete Contwigs Bürgermeister Karlheinz Bärmann am Donnerstagabend im Gemeindesaal einen Ehrungsreigen. Zahlreiche Contwiger zeichnete die Ortsgemeinde für ihr Engagement aus. Auch der Bürgermeister selbst erhielt eine Auszeichnung. Zudem wurde der Gemeindesaal in Erinnerung an seinen Vorgänger in „Wilhelm-Sefrin-Saal“ umbenannt.

„Sie opfern ihre Freizeit für ehrenamtliche Aufgaben. Ohne Sie könnten viele Strukturen beispielsweise in Vereinen nicht aufrecht erhalten werden“, sprach Bärmann die Geehrten an. Er sagte, dass es vor 20 Jahren wesentlich einfacher gewesen sei, Ehrenamtliche zu finden, „aber der Rückzug ins Private ist in Mode“, stellte er fest. Umso mehr freute er sich, die Anwesenden auszeichnen zu können. Auch bedankte sich Karlheinz Bärmann bei den Vereinen und sonstigen Institutionen, „die den Ehrenamtlichen ein fruchtbares Umfeld bieten“. Ein solches fanden sowohl Karlheinz Bärmann selbst als auch Jürgen Knauber vor. Sie zeichnete die Gemeinde Contwig mit dem großen Ehrenteller aus, der nach der Ehrenbürgerschaft und vor dem normalen Ehrenteller und der Ehrenplakette die zweithöchste Auszeichnung der Ortsgemeinde ist. Jürgen Knauber war lange Mitglied des Ortsgemeinderates und Vorsitzender der VT Contwig. Karlheinz Bärmann engagierte sich viele Jahre im Ortsgemeinderat, war Beigeordneter und lenkt seit 2009 die Geschicke der Gemeinde als Bürgermeister.

Bärmanns Vorgänger Wilhelm Sefrin wurde zu Lebzeiten nicht von der Gemeinde ausgezeichnet. Der Ortsgemeinderat beschloss jedoch bereits vor zwei Jahren eine Ehrung post mortem. Daher überreichte Bärmann Sefrins Witwe eine Urkunde der Gemeinde und erklärte den Gemeindesaal im Rathaus zum „Wilhelm-Sefrin-Saal“.

Mit dem Ehrenteller Contwigs zeichnete die Ortsgemeinde Walter Carius, Margit Ernst, Volker May, Heidrun Hiller und Alfred Sefrin aus. Walter Carius ist seit 1989 im Ortsgemeinderat Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und somit laut Bärmann „Contwiger Finanzminister“. Margit Ernst engagiert sich seit langen Jahren im Rat und ist als Erzieherin der Contwiger Kindergartenkinder bekannt. Volker May, den Bärmann den „Landwirtschaftsminister“ nannte, ist seit 1998 SPD-Sprecher und laut Karlheinz Bärmann „einer der ältesten Straußbubenopas“ der Welt. Heidrun Hiller (Bärmann: „Die gute Seele des Rathauses“) leitet seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich die Contwiger Bücherei, ist Vorsitzende der Landfrauen und engagiert sich bei der Flüchtlingshilfe ebenso wie in der Dorfkommission. Alfred Sefrin ist nach des Bürgermeisters Worten ein „Tausendsassa“, der den Fortbestand des VTC-Musikzuges mit Herzblut gesichert hat, sich politisch engagiert, aber auch in Kirchengremien, dem FC Moas und in der Jugendarbeit. Bertram Schlachter, einer der UWG-Mitbegründer und von 1989 bis 2014 im Ortsgemeinderat, lehnte eine geplante Ehrung ab.

Mit der Ehrenplakette zeichneten Karlheinz Bärmann und die Beigeordnete Hedi Bender aus: Peter Conzelmann für die Betreuung der Internetseite von Contwig, Ahnenforscher August Ernst für seine Verdienste, Gabriele Bärmann, die als Keglerin in der Mannschaft den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften belegte, Anna und Johanna Felzmann für ihre Erfolge bei den Juniorenmeisterschaften im Leichtathletik, Mehrkämpferin Amelie Kiehm für ihre Erfolge im Jahn-Sechskampf sowie den Stambacher Sportschützen Alexander Müller, der Landesmeister der Senioren A wurde. Musikalisch umrahmten Ludwig Deutschmann und Hermann Maurer mit ihrem Akkordeonspiel den Abend.