Leichtathletik: U 20-Weltmeister des LAZ Zweibrücken in Monte Carlo als „Rising Star“ ausgezeichnet

Till Wöschler vom LAZ Zweibrücken wurde von der IAAF als international größtes Nachwuchstalent in Monte Carlo ausgezeichnet. Der 19-jährige Speerwerfer hatte als U-20-Weltmeister seine Bestleistung auf 82,52 Meter gesteigert.

Zweibrücken/Monte Carlo. Monte Carlo – Zweibrücken – Dillingen in Bayern hießen in den vergangenen drei Tagen die Stationen von Till Wöschler, dem Sperrwerfer des Leichtathletikzentrums Zweibrücken. In den höchsten Tönen schwärmt der 19-jährige Zweibrücker, der sich am 24. Juli bei der U 20-Weltmeisterschaft im kanadischen Moncton den Titel mit der neuen deutschen Junioren-Rekordweite von 82,52 Metern gesichert hatte, von der Ehrung durch den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) in Monte Carlo.

Der Schützling von Trainer Matthias Brockelt, der sich in diesem Jahr von 74 Metern um über acht Meter auf die Rekordweite gesteigert hatte, wurde am Wochenende bei der Ehrung der Welt-Leichtathleten 2010 in Monte Carlo als „Rising Star“ der Leichtathletik ausgezeichnet. Diese Ehrung als größtes internationales männliches Nachwuchstalent hatte sich der Abiturient und Sportsoldat, der noch bis zu seiner Vereidigung am Mittwoch seinen Grundwehrdienst im bayerischen Dillingen ableistet, mit seiner WM-Goldmedaille verdient.

Gestern Abend machte er nach seiner Rückkehr aus Monte Carlo eine kurze Stippvisite in Zweibrücken, ehe er gegen 19 Uhr wieder zur Bundeswehr nach Bayern aufbrach. Ab Donnerstag beginnt er dann wieder in Zweibrücken mit dem Training. Die Bedeutung der Ehrung lässt sich am besten daran erkennen, dass es mittlerweile 18 Jahre her ist – Till Wöschler war also damals gerade ein Jahr alt – als Deutschland zum letzten Mal in der Siegerliste der Männer und Frauen vertreten war. Damals wurde Heike Henkel aus Leverkusen nach ihrem Hochsprung-Olympiasieg von Barcelona 1992 ausgezeichnet.

„Das war allererste Sahne“ bekannte Till Wöschler gestern Abend im Gespräch mit dem Pfälzische Merkur, als er die Ehrung am Wochenende in Monte Carlo durch den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) Revue passieren ließ. „Im ganz feinen Zwirn“ habe er die Ehrung durch Sergej Bubka, den Stabhochsprung-Weltrekordler und Vizepräsidenten der IAAF, sowie dem Hausherrn, Fürst Albert von Monaco, entgegen genommen.

„Sie haben mir gratuliert und ein paar freundliche Worte mit mir gewechselt.“

Till Wöschler über seine Sergej Bubka und Fürst Albert

„Sie haben mir gratuliert und ein paar freundliche Worte mit mir gewechselt“, erklärte er. Erst fünf Minuten, bevor er auf die Bühne musste, habe er über einen Delegierten der IAAF von der Auszeichnung erfahren. „Die ganzen erfolgreichen Sportler der Welt waren vor Ort“, schwärmte er noch gestern. So habe er sich mit dem kubanischen Hürdenläufer Dayron Robles ebenso unterhalten, wie mit dem finischen Speerwerfer Tero Pitkämäki. „Sie waren alle sehr nett.“ Mit dem kubanischen Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor war er im Taxi zur Gala gefahren. „Zur Gala eingeladen worden war Till Wöschler vor rund zehn Tagen, und am Samstag war er via Frankfurt allein nach Monte Carlo geflogen“, erklärte Trainer Matthias Brockelt das Prozedere. Neben diesem gesellschaftlichen Höhepunkt in seiner Sportlerkarriere war Till Wöschler, der schon lange im Notizbuch von Bundestrainer Boris Henry aus Saarbrücken steht, in den vergangenen Wochen bereits verschiedentlich geehrt worden. So wurde er beim Sportlerball in Zinnowitz auf Usedom Mitte November mit dem Marita-Koch-Preis ausgezeichnet worden. Marita Meier-Koch, Olympiasiegerin 1980 in Moskau über 400 Meter, und Ulrike Nasse-Meyfarth, zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung, überreichten dem 1,96-Meter-Hünen den Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist. „Till Wöschler ist ein Vorbild für die Jugend“, betonte Ulrike Nasse-Meyfarth in ihrer Laudatio.

Nicht zu vergleichen mit der Ehrung in Monte Carlo sei die Gala der Deutschen Sporthilfe bei den Junioren jüngst in Mannheim gewesen, betonte Till Wöschler. Hier hatte er bei der Junior-Sportlerwahl des Jahres den dritten Platz hinter Schwimmerin Silke Lippok und Skifahrerin Christina Geiger belegt. Damit ist er in die Fußstapfen seines Vereinskameraden und Achten der Olympiade von Peking im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe getreten, der 2008 Zweiter geworden war.

LAZ-Speerwerfer Till Wöschler präsentiert stolz seinen Pokal bei der Gala der weltbesten Leichtathleten als international größtes männliches Nachwuchstalent
Stolz präsentiert LAZ-Speerwerfer Till Wöschler gestern Abend den Pokal, der ihm am Wochenende bei der Gala der weltbesten Leichtathleten als international größtes männliches Nachwuchstalent überreicht worden war. Foto: Marco Wille