„Ehre, wem Ehre gebührt.“ Gestern Abend hat die Stadt Zweibrücken nach diesem Motto gehandelt und sich bei zwei echten sportlichen Aushängeschildern bedankt. Speerwerferin Christin Hussong und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe standen im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses im Mittelpunkt des Interesses. Vertreter aus Kommunalpolitik, Geschäftswelt und Sport würdigten die Leistungen der beiden Top-Athleten bei der diesjährigen Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking.

Christin Hussong hatte im Reich der Mitte den sechsten Platz belegt, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe wurde Vize-Weltmeister.

„Sie hab' ich doch schon mal irgendwo gesehen“, flachste Sportdezernent Rolf Franzen, als Holzdeppe kurz vor 18 Uhr im Zweibrücker Rathaus auftauchte. Auf das „Gesehen-werden“ bezog sich Oberbürgermeister Kurt Pirmann, als er die beiden LAZ-Athleten „sportliche Botschafter“ nannte. Christin Hussong und Raphael Holzdeppe hätten der Stadt Zweibrücken weltweite Beachtung beschert und den Ruf Zweibrückens als Sportstadt nach außen getragen.

„Wir sind stolz auf euch“, sagte Kurt Pirmann, wies die beiden Spitzensportler aber darauf hin, dass sie in Sachen „öffentliche Wahrnehmung“ jüngst ernste Konkurrenz bekommen hätten. Nämlich durch den Hund „Wolfi“; der sei sogar im Fernsehen gewesen.

Ganz im Ernst verband Pirmann die Ehrung dann mit der aktuell vorherrschenden Flüchtlingskrise. Er komme gerade von der frisch eingerichteten Aufnahmestelle auf dem Flugplatz. Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen gebe es mitunter eine „negative Form der Diskussion“. Der Sport könne da ein großes Vorbild sein, gerade was das Thema Integration angehe.

Für ihre diesbezügliche Leistung dankte Kurt Pirmann allen Sportvereinen der Stadt: „Wer hier Sport haben will, hat in dieser Stadt eine Heimat.“

Bernhard Brenner vom Leichtathletik Zentrum sprach vom sportlich erfolgreichsten Jahr, das das LAZ bislang erlebt habe. Zwei Spitzenathleten bei einer WM mit einem sechsten und einem zweiten Platz, das sei eine „luxuriöse Lage“, die sich gerne wiederholen dürfe. „Es lässt auf mehr hoffen in den nächsten Jahren.“ Brenner hob den Leistungssprung von Christin Hussong hervor, die ja auch U23-Europameisterin geworden sei. Ihre in Peking erzielte Bestweite von 65,92 Metern dürfe sie gerne auf 66 Meter steigern. Von Raphael Holzdeppe dagegen könne man eine Leistung von 66 Metern kaum erwarten: „Dafür nehmen wir die sechs Meter.“ Brenner sprach die guten Möglichkeiten an, die Zweibrücken der Spitzenleichtathletik biete, etwa durch die neue Stabhochsprunganlage und die Renovierung des Westpfalzstadions: „Das sind gute Bedingungen für professionellen Sport.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)