Leichtathletik: Die überragende Leistung bei den deutschen U23-Titelkämpfen bringt Rebekka Haase über 100 Meter. Die Oftersheimerin Malaika Mihambo gewinnt im Weitsprung und hofft auf ein WM-Ticket.

Wetzlar. Bei deutschen Meisterschaften für Athleten unter 23 Jahren präsentieren sich einige große Talente, die längst schon den Sprung in die Eliteklasse geschafft haben und in diesem Jahr durchaus zwei Saisonhöhepunkten entgegensehen: der U23-EM in Tallinn Mitte Juli und der WM Ende August in Peking. Wie etwa die Speerwerferin Christin Hussong (LAZ Zweibrücken), die erst heute startet. Oder die Weitspringerinnen Lena Malkus und Malaika Mihambo, die Sprinterinnen Rebekka Haase (LV Erzgebirge) und Gina Lückenkemper (Soest) oder der Speerwerfer Johannes Vetter (Saarbrücken), der mit überragenden 83,82 Meter vor Julian Weber (Mainz, 80,63 m) siegte. Sie alle sehen die kleine EM sicher als ihren persönlichen Höhepunkt mit den wesentlich größeren Erfolgsaussichten an, nehmen aber die große WM sechs Wochen später dankend als lehrreiche Veranstaltung mit. Quasi als internationalen Test für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Früh übt sich...

Überragend bei toller familiärer Atmosphäre im Stadion Wetzlar: Rebekka Haase (22) lief schon im Zwischenlauf so schnell wie noch keine Deutsche in diesem Jahr und in 11,21 Sekunden die WM-Norm für Peking, wie auch die 19-jährige Gina Lückenkemper (11,25), die aber dann aufs Finale verzichtete. Haase steht nun auf Platz zwei der Europa-U23-Bestenliste: „Ich hatte gehofft, dass ich die Norm heute schaffe. Bestenlisten sagen aber meist nicht so viel aus“, meinte sie nach ihrem Sieg in 11,27 Sekunden trocken. Richtig stark lief Sina Mayer (LAZ Zweibrücken), die in 11,67 überraschende Vierte wurde.

Schnellster Mann: der Mannheimer Patrick Domogala, der mit seinen 10,30 Sekunden im Zwischenlauf auf Platz zwei der deutschen Bestenliste stürmte. Florian Hochdörffer vom TV Nußdorf kam in 11,66 Sekunden auf Platz sechs.

„Ich hatte heute viel zu viele Probleme mit mir selbst, habe die Sprünge alle in der Luft abgebrochen“, meinte Weitspringerin Malaika Mihambo, aus Oftersheim, die auch mit ihrer Siegweite nicht richtig zufrieden war. 6,60 Meter sprang sie im fünften Versuch – der einzige Sprung, der weiter war als die 6,32 Meter, mit denen Annika Gärtz (LV 90 Erzgebirge) Zweite wurde. Drei ungültige Versuche fabrizierte die Vierte der Weltrangliste (6,94 m), Lena Malkus, und schied aus. Mihambo, die vor zehn Tagen in Rom 6,80 Meter gesprungen war und damit die WM-Norm für Peking in der Tasche hat, meinte: „Dass Lena so etwas passiert, hätte ich nicht erwartet, so etwas gibt dem Wettkampf gleich eine andere Dynamik, geholfen hat’s mir aber nicht.“ Dennoch: der U23-Titel gehört ihr, jetzt kann sie für die U23-EM in Tallinn locker planen und denkt auch schon an Peking. „Das wär’ was. Wenn man schon die Chance hat, muss man sie nutzen, Peking ist schon das höhere Ziel für mich“, sagte die 21-jährige von der LG Kurpfalz. Nur: Die interne deutsche Konkurrenz ist groß, der Weg ist weit.

Toll die Serie des jungen 8,25-m-Springers Fabian Heinle (Tübingen), der nach 7,73, 7,78 und 7,80 dann die Siegweite von 7,91 m sprang. Den Stabhochsprung der Frauen entschied Anjuli Knäsche (4,30 m) für sich, Franziska Kappes (4,10 m) aus Glan-Münchweiler hatte großes Pech. Ihr brach bei 4,25 Meter der Stab. Sie tat das einzig Richtige und ging die Höhe gleich noch mal an, damit sich keine Angst im Kopf festsetzt. Treppchen und EM-Norm verpasste sie aber.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
13.–14.06.2015 Deutsche U23 Meisterschaften 2015 Wetzlar (Deutschland)