Zweibrücken. Mit Raphael Holzdeppe und Daniel Clemens (beide LAZ Zweibrücken) sowie Karsten Dilla (Bayer Leverkusen) haben am Sonntag bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Dortmund gleich drei bei Andrei Tivontchik in Zweibrücken trainierende Stabhochspringer Chancen auf eine Medaille. Edelmetall-Ambitionen hat auch das vierte Mitglied der Trainingsgruppe, Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid), die im Weitsprung startet.

„Das Triple für unsere Trainingsgruppe wäre natürlich der größte Traum“, sagt Holzdeppe und fügt hinzu: „Wir versuchen auf jeden Fall, es anzugehen.“ Der 28-Jährige ist diesen Winter bereits 5,88 Meter gesprungen, führt die deutsche Bestenliste mit fast 30 Zentimetern Vorsprung an – und ist daher der große Favorit auf den Titel im Stabhochsprungwettbewerb der Männer. „Die Titelverteidigung ist das Ziel“, sagt Holzdeppe, der im Vorjahr in Leipzig mit 5,68 Metern gewann.

Nach seinem Höhenflug von Karlsruhe, die 5,88 Meter waren bis zum vergangenen Wochenende noch Weltjahresbestleistung, lief es drei Tage später in Düsseldorf nicht mehr ganz so gut. Sein Heimspiel, den Hallenstürmer-Cup am vergangenen Wochenende in Zweibrücken, ließ Holzdeppe wegen muskulärer Probleme in der rechten Wade aus. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, sagt der Weltmeister von 2013, der auch beim Meeting im polnischen Torun vorgestern (Sieger Piotr Lisek, 5,91m) nicht antrat.

Am Sonntag (ab 13.45 Uhr) soll es für den aktuell Vierten der Weltjahresbestenliste auf jeden Fall hoch hinausgehen. „Ich bin in Dortmund erst einmal gesprungen. Aber es ist eine gute Anlage, Danny Ecker ist hier ja mal mit 6,00 Metern deutschen Hallenrekord gesprungen“, sagt Holzdeppe. Das ist 17 Jahre her. Es spricht nichts dagegen, dass es am Sonntag für Holzdeppe in ähnliche Höhen geht.

Bis zum vergangenen Wochenende dominierten die „Stabis“ aus der Trainingsgruppe von Bundestrainer Andrei Tivontchik in der deutschen Jahresbestenliste. Holzdeppe war Erster, Dilla Dritter (5,60 m) und Clemens Vierter (5,50). Inzwischen hat sich noch der junge Gordon Posch (Friedberg/5,61 m) auf Rang zwei geschoben. Zudem hat Tobias Scherbarth (Bayer Leverkusen) mit 5,50 Metern gezeigt, dass mit ihm in Dortmund zu rechnen ist. Und auch Jungspund Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen/5,60m) würde Holzdeppe gerne – wie im Vorjahr im Freien – den Titel abluchsen.

Trotzdem haben die Zweibrücker im Medaillenkampf beste Chancen. Dilla springt diesen Winter konstant im Bereich von 5,50, 5,60 Metern. Und Clemens ist nach seinem Verletzungsjahr 2016 und seinem Aufbaujahr 2017 stark zurückgekommen. „Ich würde gerne 5,60 Meter springen“, sagt der 25-Jährige. Er orientiere sich von seinem Platz in der Jahresbestenliste aus nach vorne. „Beim Stabhochsprung kann immer viel passieren. Es haben viele Springer eine Medaillenchance, ich sicher auch“, glaubt der Mörsbacher. Er und Dilla sind beim Hallenstürmer-Cup so harte Stäbe wie nie zuvor gesprungen, was sie – und Trainer Tivontchik – positiv Richtung DM blicken lässt. „Sie haben sich beim Hallenstürmer-Cup an die Stäbe gewöhnen können und können sich daher in Dortmund ganz auf ihre Sprünge konzentrieren“, meint Tivontchik.

Im Weitsprungwettbewerb der Frauen am Sonntag (15.30 Uhr) gibt es zwei Favoritinnen: Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) und Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid), derzeit die Nummer zwei und drei in der Weltjahresbestenliste. Beiden fehlen nur noch wenige Zentimeter zur Norm für die Hallen-WM, beide wollen den Sieg in Dortmund. „Ich möchte um den Titel kämpfen“, sagt Mogenuara, die Verlobte von Raphael Holzdeppe, die dieses Jahr bereits 6,70 Meter gesprungen ist. Die Norm für die Hallen-WM steht bei 6,76 Meter. LAZ-Sprinterin Sina Mayer muss dagegen für Dortmund passen: Sie hat, wie berichtet, nach einer langwierigen Erkältung die Hallensaison bereits beendet.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–18.02.2018 Deutsche Hallenmeisterschaften 2018 Dortmund (Deutschland)