Zweibrücken. Anjuli Knäsche (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) sprang mit 4,40 Metern Saisonbestleistung und liegt nun in der deutschen Jahresbestenliste auf dem zweiten Rang hinter Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) mit 4,65 Metern. Ryzih hat als bisher einzige deutsche Springerin die Norm für die WM im August in London von 4,55 Metern übersprungen. Die WM ist auch das große Ziel von Knäsche. Das „Traumziel“, wie die 23-Jährige sagt. Es gibt aber auch noch ein „Trostpflaster“, sollte ihr die Weltmeisterschafts-Qualifikation nicht gelingen. Das „Trostpflaster“ wäre die Universiade in Taipeh.

Nach London wird sie aber so oder so reisen. „Ich werde auf jeden Fall in London dabei sein“, sagt Knäsche. „Entweder als Athletin, wenn nicht als Zuschauerin.“ Am liebsten aber würde sie sich natürlich die Reise vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) finanzieren lassen.

Knäsche, die eine persönliche Bestleistung von 4,55 Metern hat, was also genau der WM-Norm entspricht, sprang gestern alle Höhen inklusive der 4,40 Meter im ersten Versuch. Anschließend scheiterte sie dreimal an 4,45 Metern. „Es war bei dem einen oder anderen Versuch knapp“, ärgerte sich Knäsche ein bisschen, dass es nicht noch einen Tick höher hinausging. Das Versäumte will sie nun in den kommenden Wochen nachholen. „Wenn alles stimmt, werde ich die Norm springen.“

Auf Rang zwei kam Friedelinde Petershofen (SC Potsdam) mit 4,30 Meter. Höhengleich Dritte wurde die Schwedin Lisa Gunnarsson, die aktuell weltweit beste U20-Athletin. Gunnarsson lebt derzeit in Frankreich, davor verbrachte die gebürtige Stockholmerin viel Zeit in Argentinien und in Luxemburg. Ohne gültigen Versuch blieb gestern Silke Spiegelburg, eine, wenn nicht die beste deutsche Springerin der vergangenen Jahre.

Nach zwei Jahren mit vielen Verletzungen und Krankheiten gab sie nach fast einjähriger Wettkampfpause ihr Stabhochsprung-Comeback. Doch ihre Einstiegshöhe von 4,20 Metern war gestern Nachmittag zu hoch für sie, sie blieb ohne gültigen Versuch. „Das Einspringen hat gut geklappt, beim Springen an sich ist es dann leider nicht so gut gelaufen“, sagte die 31-Jährige vom TSV Bayer Leverkusen.

Spiegelburg hatte bis vor etwa einem Jahr beim Zweibrücker Damen-Bundestrainer Andrei Tivontchik trainiert und wird seitdem von ihrem Bruder Richard, einem ehemaligen Stabhochspringer, angeleitet. Die deutsche Rekordhalterin wähnte sich zu Jahresbeginn auf einem guten Weg zurück zu alter Stärke, erlitt dann im Trainingslager allerdings einen Muskelbündelriss und musste den Saisoneinstieg verschieben. „Ich bin trotzdem optimistisch, dass ich mich für die WM in London qualifiziere“, sagte Spiegelburg, die sich nun bei kleineren Meetings zurückkämpfen will.

Im Wettbewerb der Männer setzte sich der Niederländer Menno Vloon mit Landesrekord von 5,85 Meter vor den Franzosen Kevin Melando mit 5,70 und Valentin Lavillenie mit 5,60 Meter durch. Lokalmatador Raphael Holzdeppe scheiterte an seiner Anfangshöhe von 5,50 Metern. „Schade, dass das ausgerechnet beim Heimspiel passiert“, sagte der deutsche Hallenmeister. Sein Zweibrücker Vereinskollege Daniel Clemens wurde mit 5,20 Metern Elfter.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)