Bad Bergzabern. Die beiden kennen, mögen, duellieren sich, und das gut und gerne: Konstantinos Tselios vom ABC Ludwigshafen besiegte bei den U20-Pfalzmeisterschaften der Leichtathleten in Bad Bergzabern Jonas Klein (LAZ Zweibrücken) über 100 und 200 Meter zweimal. Stargast bei den W urfentscheidungen war die deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin Christin Hussong.

Mit wenig Schlaf, aber dafür mit der in Halle/Saale übertroffenen WM-Norm im Speerwurf (61,91 m) in der Tasche war Hussong in die Südpfalz gekommen, um ihre Schützlinge zu coachen, die sie seit dem Winter betreut. Pfalzmeisterschaften für die deutsche Meisterin – immer gerne, wenn auch diesmal nur als Zuschauerin.

Am Samstag war Jonas Klein bei Windstille im Männer-Wettbewerb hinter Christian Kiemstedt (10,63) 11,09 Sekunden gelaufen, gestern aber blieb die Uhr bei 11,26 Sekunden stehen. „Der heutige Lauf war der bessere, aber dieser Gegenwind ...“, urteilte Klein. Die DM-Norm von 11,20 Sekunden hatte er ja schon geknackt, und Tselios machte es ihm nach: In 11,19 gewann er den Titel, über 200 Meter ging’s noch enger zu: 22,75 zu 22,77. Tselios hat gerade sein Abitur gemacht und will im Winter Soziologie und Politikwissenschaften studieren. Will heißen: Eigentlich hat er den Kopf frei für den Sport, „aber trotzdem bin ich nur schwer in die Saison gekommen“, sagte er. Wie Tselios gewann auch Kassandra Römer, beim 1. FCK trainiert von Jochen Allebrand, beide Sprintstrecken (12,66 und 25,83 Sekunden), holte sich dann aber noch den Titel im Dreisprung mit 11,97 Meter. Stark über die 800 Meter: Chicka Ikpa aus Thaleischweiler, die die 800 Meter in 2:15,35 Minuten vor Melissa Maurer (TG Oggersheim, 2:20,53) gewann.

Seinen Traum, in absehbarer Zeit an einer deutschen Zehnkampf-Meisterschaft teilzunehmen, verfolgt der 18 Jahre alte Haßlocher Marvin Kastl vom TV Gimmeldingen mit seinem Trainer Lothar Spilke konsequent, zwei seiner besten Disziplinen schloss er gestern mit Siegen ab: In 15,30 Sekunden erfüllte er auf die Hundertstelsekunde genau die Norm für die deutschen Meisterschaften über 110-mHürden, den Hochsprung gewann er mit starken 1,92 Meter, gesprungen im zweiten Versuch, nach einem schönen Dreikampf vor Philipp Reiser vom TB Hermersberg und seinem Teamkollegen Fabian Müller, die beide ein Jahr jünger sind und 1,86 Meter notieren ließen. Dennoch haderte Kastl mit seinem Hürdenlauf: „Alles sch ... Es war zwar ein guter Start, aber ich bin viel zu hoch über die Hürden drüber“, sagte er, wohlwissend, dass er nun mit Norm befreiter auflaufen kann.

In dem Landstrich, in dem einst die Wiege des Frauen-Stabhochsprungs stand und aus dem der Weltmeister von 2013, Raphael Holzdeppe, kommt, gab es gestern bei schönstem Sonnenschein einen düsteren Moment: Es gab keinen Pfalzmeister der A-Jugend (U20). Da half dem Wernersberger Marc-Philipp Gräfe einen Tag nach seinem 19. Geburtstag auch sein 13-köpfiger Fanclub nichts. Weil der Schützling von Jochen Wetter zu weiche Stäbe nahm, scheiterte er an seiner Anfangshöhe von 4,20 Metern. Zu diesem Zeitpunkt stand sein ein Jahr jüngerer Konkurrent Lars Voigt (LAZ Zweibrücken) mit enttäuschtem Blick schon nebenan: Er fabrizierte bereits bei 4,00 Metern seinen „Salto Nullo“. Trainer Alexander Gakstätter: „Ihm fehlen eine Menge Trainingssprünge und damit auch die Konstanz.“ Aber beide Übungsleiter nahmen den siegerlosen Wettbewerb mit Humor. Saskia Zwicker zeigte sich bei den U20-Frauen mit ihrem Sieg und 3,40 Meter zufrieden. Aus Spaß schleuderte sie noch den Diskus, schaffte Platz zwei (31,91 m) hinter Sarah Tretter (1. FCK, 34,21).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.05.2017 Pfalzmeisterschaften 2017 U20, U16 Bad Bergzabern (Deutschland)
20.05.2017 Pfalzmeisterschaften M, F, U18 U14 Bad Bergzabern (Deutschland)