Rheinstetten. Hoch, höher, Ryzih – solch eine Schlagzeile würde Lisa Ryzih bestimmt gerne nach den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten am 21. und 22. Februar in Rheinstetten bei Karlsruhe lesen. Die 26 Jahre alte Stabhochspringerin vom ABC Ludwigshafen betonte gestern, wie wichtig eine Wintersaison in ihrer Disziplin sei, und dass alles in ihrer Karriere auf Rio 2016 ausgerichtet ist.

Gerade hat Ryzih ihre Diplomarbeit abgegeben, mündliche Prüfungen muss sie in diesem Monat noch ablegen. Im Fach Psychologie, das sie in Landau studiert, schrieb sie über das „nonverbale Verhalten im Fußball“. Also über Körpersprache. Bundesliga-Profi Martin Harnik vom VfB Stuttgart hatte sie dazu interviewt.

Körpersprache spielt auch im Stabhochsprung eine Rolle. Lisa Ryzihs Vater Wladimir, der auch ihr Trainer ist, kann daraus viel ablesen: über Form, über Wohlbefinden, über Fehler. Entscheidend aber ist noch immer das Ergebnis. Morgen wird die EM-Dritte von 2010 ihren zweiten Wettkampf in dieser Hallensaison bestreiten, bei einem kleinen Meeting in Luxemburg. In Rouen war sie vor zwei Wochen an der Anfangshöhe von 4,43 Meter gescheitert. „Die Hallensaison ist alles andere als nur eine Durchgangsstation. Ich nehme sie sehr ernst, sie ist sehr wichtig für die Wettkampfpraxis und für den Rhythmus“, betonte Lisa Ryzih. Alles sei auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 ausgerichtet. In London 2012 war sie Achte gewesen. Dieses Resultat würde sie gerne in Rio verbessern.

Vom Ergebnis in Luxemburg wird sie abhängig machen, ob sie dann am Tag darauf, am Sonntag, bei den Süddeutschen Meisterschaften in Karlsruhe startet. „Mal sehen, ob wir nach Luxemburg noch irgendwelche Informationen brauchen. Gemeldet bin ich für die Süddeutsche, schnell hingefahren bin ich auch“, sagte Lisa Ryzih gestern am Rande der Pressekonferenz zur deutschen Meisterschaft am 21. Februar, die in der Halle 2 der Karlsruher Messe in Rheinstetten stattfindet. Spätestens dann will sie das Ticket für die Hallen-Europameisterschaften in Prag (6. bis 8. März) in der Tasche haben. Dafür braucht sie die Norm von 4,45 m und einen Platz auf dem Meisterschaftspodium, am liebsten ganz oben. Das sollte kein Problem werden. „Ich bin wirklich gesund und munter durch den Winter gekommen“, sagte sie gestern. Dagegen ist Silke Spiegelburg immer noch verletzt, Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) von ihrem Achillessehnenriss so weit genesen, dass sie wieder trainieren und springen kann, wenngleich ihr acht Monate Wettkampfpraxis fehlen.

In Prag will Ryzih eine offene Rechnung mit der europäischen Konkurrenz begleichen. Der vierte Rang bei der EM 2014 in Zürich hat sie richtig gewurmt, da war es auch nur ein kleiner Trost, dass sie zuvor deutsche Meisterin und mit 4,71 Meter unterm Strich die zweitbeste Springerin in der Welt in der vergangenen Saison gewesen war. „Solche Ergebnisse sind dafür da zu lernen, stärker zu werden, vor allem mental“, sagte sie. Nach Prag wird Lisa Ryzih drei Wochen ins Trainingslager fliegen. Wie immer geht’s nach Spanien.

Vor der DM in zwei Wochen muss sie die Anlage in der neuen Arena nicht zwingend getestet haben, meinte sie: „Da schau ich mal kurz um, dann geht das schon mit meiner Erfahrung. Ich habe gehört, die Bahn sei aus Holz, also wie meine Trainingsanlage in Ludwigshafen. Das ist gut.“ Aber vielleicht steht sie ja doch schon übermorgen am Anlauf in Rheinstetten.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.–22.02.2015 Deutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)
12.–17.08.2014 Europameisterschaften 2014 Zürich (Schweiz)
25.–27.07.2014 Deutsche Meisterschaften 2014 Ulm (Deutschland)
25.07.–12.08.2012 Olympische Sommerspiele 2012 London (England)
07.–08.02.2015 Süddeutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)
06.–08.03.2015 Hallen-Europameisterschaften 2015 Prag (Tschechien)
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)