Zweibrücken. Unter dem Motto „Leistungssport – pro und kontra“ wird am Samstag, 1. April, im Nardini-Klinikum der 11. Zweibrücker Sportund Fitnesstag veranstaltet. Dabei beziehen sich die Referenten auf Risiken und Nutzen im Kinder- und Erwachsenenbereich. Organisiert wird der Fitnesstag vom Chefarzt der Inneren Medizin, Dr. Matthias Stopp.

Dr. Stopp, bereits zum elften Mal veranstalten Sie den Zweibrücker Sport- und Fitnesstag. Was ist Ihre Hauptintention dieser Veranstaltung?

Dr. Matthias Stopp: Das initiale Ziel ist es gewesen, auf die positive Wirkung von Sport – ob bei Gesunden oder Kranken – hinzuweisen. Wir hatten in den vergangenen Jahren schon alle möglichen Themen zu Risiken und Nutzen. Vor allem, da es einen Wandel in Sachen Sport und Krankheit gegeben hat. Früher hat man Kranke ins Bett gelegt, heute gibt es keine Krankheiten, außer akuten, bei denen Sport nicht gut tut. Dieses Jahr reicht das Thema etwas weiter. Die Referenten weisen darauf hin, dass es auch für gesunde Kinder und Erwachsene Risiken und Nutzen, vor allem im Leistungssport, gibt. Wir gehen an den Grenzbereich heran, wollen ausloten, wo eigentlich der Breitensport aufhört und der Leistungsbereich beginnt – die Grenzen sind da sicher fließend.

An wen richtet sich diese Veranstaltung?

Dr. Stopp: Grundsätzlich ist sie für jeden interessant. Natürlich wird ein Schwerkranker, der froh ist, überhaupt auf niedrigem Niveau Sport machen zu können, nicht so viel rausziehen, wie Trainierte und Leistungssportler. Doch nicht nur die können von den Tipps der Referenten profitieren. Auch für ambitionierte Eltern, für Verwandte, die sich mit ihren Kindern an den Grenzbereich herantrauen wollen, aber auch Hobbysportler können etwas mitnehmen. Der Aufruf geht aber auf jeden Fall auch an die Eltern, die in ihren Kindern großes Talent sehen, um Tipps mitzunehmen, wie man gut in den Leistungssport einsteigen kann. Wie man den Nachwuchs fördert und nicht überfordert.

Dieses Mal steht der Sport- und Fitnesstag unter dem Motto „Leistungssport – pro und kontra“. Die Referenten Daniel Kaptain und Pamela Prempeh gehen dabei auf Leistungssport bei Erwachsenen und Kindern ein. Können Sie schon verraten, was die Kernaussagen der Vorträge sein werden?

Dr. Stopp: Im Bereich der Kinder und Jugendlichen geht die Referentin vor allem auf die orthopädischen Probleme bei Über- oder Fehlbelastungen ein. Herzerkrankungen findet man beim Nachwuchs eher selten. Es wird um vernünftige Trainingsplanung gehen, um den Aufbau, wann und wie viel Kinder trainieren können. Es gibt so viele Eltern, die selbst nicht wissen, ab wann sie ein Kind überfordern. Viele betreiben den Sport im Selbstmechanismus.

Und bei Erwachsenen?

Dr. Stopp: Beim Thema Leistungssport Erwachsener ist es ähnlich gelagert. Hier geht es zudem um das Herz, das jeder Spitzensportler einmal abgeklärt haben sollte. Darum, dass wir wissen, dass bei Triathleten oder Marathonläufern etwa das Herz nach Belastungen Werte wie kurz vor einem Infarkt aufweisen kann, dass sich das aber schnell auch wieder beruhigt und langfristig keine Schäden nach sich zieht. Die Kernaussage prinzipiell ist, dass auch Leistungssport keine gesundheitlichen oder körperlichen Nachteile mit sich bringt, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Bei den Erwachsenen geht es aber noch um weitere Aspekte: Wo sind als Spitzensportler Nachteile im privaten Bereich? Wie kommt man im Berufsleben zurecht, wenn man nicht gerade das Glück hat, in einer Bundeswehr-Fördergruppe zu sein?

Haben Sie das Gefühl, dass Leistungssportler grundsätzlich schon bewusster mit ihrem Körper umgehen?

Dr. Stopp: Ja, grundsätzlich schon. Was unsereins oft verwundert, ist, wie lange Leistungssportler mit einer vermeintlich kleinen Verletzung ausfallen. Aber sie achten einfach dauerhaft auf ihren Körper und ihre Gesundheit. Wenn sie es richtig machen, kurieren sie jede Muskelverletzung, jeden Infekt komplett aus, um keine chronische Schädigung zu riskieren.

Allerdings hört man doch immer wieder auch von Fällen ambitionierter Hobbysportler, die Schmerzmittel nehmen, um überhaupt spielen oder starten zu können. Wie schädlich ist das für Körper und Nieren?

Dr. Stopp: Da gibt es viele unterschiedliche Studien. Um die Nieren dauerhaft zu schädigen, muss man schon eine hohe Dosis zu sich nehmen. Aber ja, es gibt den Missbrauch von Schmerzmitteln unter Sportlern. Normalerweise sendet der Körper ausreichend Signale, ob es geht oder nicht. Wenn man Fieber hat, sollte man auch keinen Sport treiben. Es sind nur Einzelschicksale, aber man sollte dann nicht das Risiko eingehen, zu den wenigen zu gehören, die tot auf dem Sportplatz umfallen. Da muss man an die eigene Vernunft appellieren.

Was sind grundsätzlich Anzeichen dafür, dass Sport nicht mehr gesund ist?

Dr. Stopp: Zum Beispiel, wenn man trotz Trainings eine rückläufige Leistung hat, wenn man Strecken, die man vorher locker laufen konnte, nicht mehr so einfach oder schnell hinbekommt. Dann ist es an der Zeit, sein Training zu überdenken und auch mal zum Arzt zu gehen.

Was erhoffen Sie sich am Ende des Tages von der diesjährigen Veranstaltung?

Dr. Stopp: Ich hoffe, dass jeder Tipps für gesunden Leistungssport mitnehmen kann. Zudem erhoffe ich mir auf jeden Fall interessante Diskussionen im Anschluss an die Vorträge, vor allem da auch Repräsentanten aus vielen Bereichen des Zweibrücker Sports über alle Sportarten hinweg da sein werden. Zudem aus den benachbarten Fußball-Nachwuchsleistungszentren des 1. FC Kaiserslautern und der SV Elversberg. Auch Fußball-Trainer aus der Region werden da sein. Ihr Kommen angekündigt haben auch Radrennfahrer Felix Drumm, Vertreter der Handball- und Eishockey-Vereine sowie des Leichtathletikzentrums Zweibrücken. Etwa der ehemalige Speerwerfer Till Wöschler, aber auch die Eltern von Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Daher denke ich, dass es sicher einen interessanten Austausch geben wird.

Info: 11. Zweibrücker Sportund Fitnesstag

  • Am Samstag, 1. April, im Tagescafé des Zweibrücker Nardini-Klinikums
  • 9 Uhr: Grußwort Marold Wosnitza, Vorsitzender des Zweibrücker Stadtverbands für Sport;
  • 9.15 Uhr bis 9.45 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Daniel Kaptain, Professor für Trainings- und Bewegungswissenschaften der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken mit dem Thema „Leistungssport als Erwachsener: Was sollte man beachten?“
  • 10.15 Uhr bis 10.45 Uhr: Vortrag von Pamela Prempeh, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken zum Thema „Leistungssport für Kinder und Jugendliche: Sinn oder Unsinn?“
  • Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Sportbund Pfalz durchgeführt und wird anerkannt als zwei Übungsleiter-Lerneinheiten.