Drei Athleten des LAZ Zweibrücken dürfen bei DM in Ulm noch auf die WM-Fahrkarte hoffen

Das LAZ Zweibrücken steht vor seinem größten sportlichen Erfolg. Raphael Holzdeppe, Kristina Gadschiew und Jens Werrmann können sich an diesem Wochenende bei der Leichtathletik-DM in Ulm für die Weltmeisterschaft in Berlin qualifizieren. Die Chance haben sie.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe
Der WM-Quali von 5,70 Meter läuft Raphael Holzdeppe noch hinterher. Foto: pma

Zweibrücken/Ulm. Mit fünf Athleten ist das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende vertreten. Drei davon, darunter die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Kristina Gadschiew sowie Hürdensprinter Jens Werrmann, dürfen sich noch Hoffnungen auf einen Start bei der WM (15. bis 23. August) in Berlin machen. Die A-Jugendliche Natasha Benner will im Stabhochsprung im Vorfeld der U 20-Europameisterschaft noch etwas Wettkampferfahrung sammeln und die Mittelstrecklerin Aline Krebs wäre schon mit einer Finalteilnahme zufrieden.

Vor seinem entscheidenden Wettkampf um die Fahrkarte zur WM steht der Olympia-Achte von Peking, Raphael Holzdeppe. Der 19-jährige Abiturient, der wegen einer Oberschenkelverletzung verspätet in die Saison einsteigen konnte, fehlt nach sechs Wettkämpfen immer noch die Qualifikationshöhe von 5,70 Metern. Doch wirft der Junioren-Weltrekordler, der im vergangenen Jahr seine Bestleistung auf 5,80 Meter steigerte, die Flinte noch nicht ins Korn, sondern will an diesem Samstagnachmittag alles riskieren, um sein „erklärtes Saisonziel“ (Holzdeppe) doch noch zu erreichen.

Nach der kurzen Wettkampf-Periode fehlt ihm noch die Sicherheit beim Absprung. „Ich habe meinen Rhythmus noch nicht gefunden“, gibt er deshalb auch selbstkritisch zu. Doch klammert sich der Vorzeigeathlet des LAZ an die DM des vergangenen Jahres, als er sich mit 5,75 Metern noch als Dritter die Fahrkarte nach Peking sicherte. Warum soll dem 19-Jährigen dieses Mal dieses Kunststück nicht auch gelingen? Allerdings braucht er in erster Linie die Quali-Höhe.

Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew

Die Qualifikationshöhe von 4,50 Metern hat seine Vereinskameradin Kristina Gadschiew (Foto: pma) bereits in der Tasche. Hoffnung auf Berlin macht ihr zugleich, dass sie zu den drei Springerinnen gehört, die die Anforderungen des DLV erfüllt haben. Doch schwirrt der Hornbacherin noch im Kopf herum, dass sie 2008 bei der DM nach dem undankbaren vierten Platz die Olympiade abschreiben musste. Doch mit diesen trüben Gedanken will sich die Studentin für Sport und Chemie an der TU in Kaiserslautern erst gar nicht beschäftigen, um sich am Sonntagnachmittag ihren „sehnlichsten Wunsch“ (Gadschiew) zu erfüllen und sich für Berlin zu qualifizieren.

Natasha Benner
Natasha Benner

Im gleichen Wettkampf startet auch Natasha Benner (Foto: pma), Dritte bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften mit 4,15 Metern in Göttingen. „Ich will auf jeden Fall besser springen als in Göttingen“, erklärte die 19-jährige Abiturientin. Dabei kann sie bei einer Bestleistung von 4,25 Metern locker in den Wettkampf gehen, denn ihr Saison-Höhepunkt steht noch Ende Juli bei der U 20-EM in Novi Sad (Serbien) bevor.

Dagegen wird LAZ-Speerwerfer Till Wöschler nicht in Ulm starten, da den 18-Jährigen mit einer Bestleistung von 73,64 Metern „leichte muskuläre Probleme“ plagen, wie sein Trainer Matthias Brockelt erklärte: „Wir müssen uns noch ein paar Körner für die U 20-EM aufheben.“

Leise hat sich Hürdensprinter Jens Werrmann wieder an die nationale Spitze herangepirscht und mit 13,55 Sekunden auch prompt die WM-Norm des DLV geschafft. Doch gibt er sich im Vorfeld der DM zurückhalten. „Mein Ziel heißt weiterhin gesund bleiben und Spaß haben.“ Den Spaß hat der 24-Jährige wiedererlangt, nachdem er fast zwei Jahre verletzt pausieren musste. „Ich werde mir keinen Druck aufbauen“, um aber im gleichen Atemzug zu erklären, dass „alles in Richtung Berlin drin ist“.

Aline Krebs
Aline Krebs hat sich mit der Teilnahme an der DM schon einen Traum erfüllt. Foto: pma

Mit der Qualifikation für die DM hat die 800-Meter-Läuferin Aline Krebs schon ihr Saisonziel erreicht und ihre Bestleistung kontinuierlich auf 2,07,11 Minuten gesteigert. „Nach dem Abitur ist sie im Kopf freier geworden, kann sich ganz auf den Sport konzentrieren“, skizziert ihr Trainer Thomas Zehfuß die Entwicklung der 20-jährigen Einöderin. Dabei trainiert die mehrfache Pfalzmeisterin im Cross nur fünf Mal die Woche, während die deutschen Spitzenathleten auf acht bis zwölf Einheiten kommen. „Bei günstiger Auslosung kann Aline den Endlauf erreichen“, erklärt Zehfuß, der seinem Schützlinge gar eine Zeit um 2:05 Minuten zutraut.

Hürdensprinter Jens Werrmann
Die Hürde in Ulm muss Jens Werrmann auf dem Weg zur WM noch überwinden. Foto: pma/voj