Am Sonntag rieb sich manch ein Zuschauer beim siebten Himmelsstürmer-Cup etwas verwundert die Augen. Wer ist das denn da im gemischten Teilnehmerfeld der U18- und U20-Springer mit dem blauen Wettkampf-Trikot des LAZ Zweibrücken? Kennt man den nicht?

Doch. Lukas Hallanzy war ein vielversprechendes Stabhochsprung-Talent. Im Jahr 2011 nahm der Niederauerbacher an der U18-Weltmeisterschaft teil, 2012 startete er bei der U20-WM. Vor vier Jahren hörte er mit dem Leistungssport auf, um sich seiner Berufsausbildung zu widmen. Inzwischen ist der 24-Jährige Zeitsoldat und unter der Woche in München stationiert. Der Stabsunteroffizier hat sich für 13 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und hat die Feldwebel-Laufbahn eingeschlagen. Alle 14 Tage pendelt er aber nach Hause.

So auch an diesem Wochenende. In München wohnt er in der Kaserne, zu Hause mit seinem Bruder im Elternhaus in einer eigenen Wohnung. Am Samstag war es für ihn daher ganz normal, im Westpfalzstadion vorbeizuschauen und der Elite beim Springen zuzusehen. Neben einem heftigen Sonnenbrand, den er sich dabei einfing, kribbelte es aber auch mächtig in Händen und Füßen. „Wenn man die anderen Springer sieht, bekommt man ganz einfach auch wieder Lust“, erklärte er grinsend. Sprach’s und meldete sich kurzerhand für die Konkurrenz am Sonntag an.

„Ich wollte heute einfach aus Spaß mitspringen“, sagte Hallanzy. Und gibt zu, dass er sich auch von schlechten Probesprüngen nicht hätte stoppen lassen. „Den Wettkampf wollte ich auf jeden Fall mitmachen. So viel Ehrgeiz hab’ ich noch“, meinte er lachend. Wobei die Probesprünge mitnichten schlecht waren. Alexander Gakstädter, hauptamtlicher LAZ-Trainer, meinte schon nach den ersten Versuchen zu Herren-Bundestrainer Andrei Tivontchik, der seinem früheren Schützling zuschaute: „Der hat nix verlernt.“

Sein Wettkampfgewicht hat sich ein bisschen verändert. „Früher hatte ich im Wettkampf 70 Kilogramm“, erläutert Hallanzy, der in München viel Fitnesstraining macht. Zwischenzeitlich waren es sogar mal 89 Kilo mit viel Muskelmasse, derzeit mit einer Diät ist er wieder bei 78 Kilogramm. Und er zeigte technisch wirklich schöne Sprünge über 4,35, 4,45 und 4,55 Meter im zweiten Versuch. „Dirk, guck mal, dein Sohn springt“, forderte LAZ-Chef Bernhard Brenner da via Mikro Hallanzys Papa zum Zusehen auf. Der Bademeister im Badeparadies kam dann auch tatsächlich auf die Terrasse und feuerte den Sohnemann an.

Brenner meinte nach dem geglückten Sprung über 4,55 Meter schmunzelnd: „Nach der erst zweiten Trainingseinheit in diesem Jahr sieht das doch super aus.“ Und Gakstädter schob hinterher: „Stabhochspringen ist wie Radfahren. Das verlernt man nicht.“ Erst bei 4,65 Meter war Schluss.

Eine in jeder Hinsicht überraschende Woche wünscht Matthias Müller

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
16.–17.06.2018 Himmelsstürmer-Cup 2018 Zweibrücken (Deutschland)