Beim Frühjahrsfinale des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin haben die Zweibrücker Mannschaften des Helmholtz-Gymnasiums (HHG) und des Hofenfels-Gymnasiums (HFG) für Überraschungen gesorgt. Die Riege des HHG sicherte sich den Bundessieg, und die Tischtennis-Mädchen des HFG mussten sich erst im Finale als Zweite geschlagen geben. Entsprechend war auch der Empfang am Zweibrücker Bahnhof, als Vertreter der Schulen und Eltern den Schülern einen begeisternden Empfang geboten haben. Gestern folgte noch eine Ehrung bei der Stadt.

Aber fairerweise haben die betreuenden Lehrer Reinhard Franke (HHG) und Karl-Otto Stengel die Verdienste nicht für sich oder die Schulen in Anspruch genommen, wenngleich die Erfolge als Werbung in eigener Sache verbucht werden können. Beide Lehrer gestanden ein, dass die Erfolge auf der Kärrnerarbeit der Vereine basieren. Sei es nun bei den Turnerinnen die Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken (VTZ) mit der Trainerin Sonja Rayer oder die Vereinigte Turnerschaft Contwig (VTC) mit Nicole Hipskind und Steffen Trefz oder bei den Tischtennisspielerinnen der TTC Mittelbach oder der TTC Käshofen.

Hier wurde die Basis für sie Erfolge durch intensive und aufopferungsvolle Trainingsarbeit gelegt. Dass in den Schulen diese Aufbauarbeit nicht geleistet werden, sondern nur begleitend ein Scherflein beigetragen werden kann, wissen die Verantwortlichen in den Schulen zu schätzen. Andererseits ist dieser Erfolg aber wiederum ein Beweis, wie eng die Verzahnung von Schule und Verein geräuschlos vonstatten geht. Denn vor dem Frühjahrsfinale wurden intensive Trainingseinheiten bei der VTZ absolviert, und die HFG-Tischtennismädchen sind gar eine Kooperation mit dem TTC Mittelbach unter Trainerin Stella Hussong eingegangen.

Unter diesem Aspekt der engen Zusammenarbeit zwischen Vereine und Schulen, die in den unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften noch zudem gepflegt werden, sind auch die Erfolge der Halbmarathon-Staffeln in Mainz zu sehen. Wenngleich dieses Mal die HHG-Staffeln und Ulrike Pfeiffer den Sprung aufs Treppchen geschafft haben, so wurde auch nicht verschwiegen, dass eine Staffel sich allein aus LAZ-Läuferinnen und -Läufern rekrutierte. Nicht leer ausgegangen sind die HFG-Staffeln, denn auch sie hatten im Vorfeld in mannigfachen Trainingseinheiten in der Lauf-AG in der Zweibrücker Allee und der Fasanerie unter Renate Felten die konditionellen Voraussetzungen geschaffen.

All diese Erfolge aus den vergangenen Wochen zeigen aber auch, dass die Vereine leben, sich weiterentwickeln, sich stets den neuen Anforderungen stellen. Was noch wichtiger erscheint, dass sie den Nachwuchs begeistern, Sport zu treiben.

Ein Loblied auf die Vereine hat auch beim jüngsten Merkur-Sportstammtisch der Landestrainer des Saarländischen Schwimmbundes, Hannes Vitense, gesungen. Sind es doch gerade die Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken, die dem Stützpunkt des Deutschen Schwimm-Bundes in Saarbrücken ständig neue Talente liefern. Doch kommt dies nicht von ungefähr, denn in Zweibrücken werden nach einem ausgeklügelten System die Talente herausgefiltert, bevor sie zum Olympiastützpunkt nach Saarbrücken weitergereicht werden.

In den Vereinen, dazu zählt auch das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken als Teil des Olympiastützpunktes in Saarbrücken, werden die Grundlagen gelegt, bevor sie zur weiteren Qualifizierung weitergereicht werden. Das LAZ verfügt als Bundesleistungszentrum selbst über die qualifizierten Trainer, sodass die weitere Ausbildung und Spezialisierung vor Ort erfolgt. All diese Beispiele, von den Sportarten Fußball und Handball ganz zu schweigen, zeigen, dass die Vereine gut aufgestellt sind, dass die Jugendlichen unter einer Vielzahl von sportlichen Möglichkeiten auswählen können. Wie die Erfolge zeigen, ist der Nachwuchs bestens aufgehoben.

Allerdings verschließen die Vereine die Augen nicht vor der demografischen Entwicklung. Wie Trainer Vitense bekräftigte, sieht er aufgrund der schwindenden breiten Basis große Aufgaben auf die Vereine zukommen. Um immer weniger Kinder bemüht sich eine große Anzahl von Vereinen. Doch machen die bisherigen Erfolge Mut. Allerdings werden nur die Vereine überleben, die auch die notwendige Flexibilität zeigen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.