„Der Sieg bleibt in der Region. Zwar nicht im Land, aber im Nachbarland.“ LAZ-Chef Bernhard Brenner hätte gestern unter den Startern des B-Feldes beim Himmelsstürmer-Cup sicher auch einem Leverkusener oder Landauer Athleten den ersten Platz gegönnt – dem eigenen Springer, Nicolas Dietz aus Bottenbach sowieso. Dass am Ende der 25-jährige Pascal Koehl vom Leichtathletik-Team Saar mit übersprungenen 5,40 Metern im Westpfalzstadion die Konkurrenz auf die Plätze verwies, hatte aber zumindest einen leichten Hauch von einheimischem Sieg.

Denn der angehende Heilpraktiker Koehl trainierte früher auch schon auf den LAZ-Anlagen und pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zur Zweibrücker Stabhochsprung-Szene. Ein Beleg dafür war die Tatsache, dass er Lokalmatador Nicolas Dietz mit Stäben aushalf. Dietz, der mit übersprungenen 4,95 Metern den achten Platz belegte, war der einzige im Feld der elf Teilnehmer mit einem Zehn-Schritte-Anlauf. Wie er nach seinem letzten Sprung erzählte, bekommt er es aus 14 Schritten derzeit nicht hin. „Das ist ’ne Kopfsache, ich lauf’ da einfach durch.“ Also habe er den Anlauf verkürzt. Da er dafür aber keinen geeigneten Stab hatte, sei ihm Koehl gerne behilflich gewesen. Seine Ambitionen, so Dietz, seien natürlich größer gewesen, er gebe sich aber wegen der genannten Schwierigkeiten damit zufrieden, überhaupt gestartet zu sein. Vereinskollege Daniel Clemens passte gestern vorsichtshalber wegen des Krampfs beim Wettkampf tags zuvor.

Von der Konkurrenz attestierte Dietz nach dem eigenen Ausscheiden dem Leverkusener Marvin Caspari, dem späteren Sieger Koehl und Oleg Zernikel (ASV Landau) gute Chancen. Letzterer hat fast ein Jahr pausiert. Zernikel schlug sich ausgezeichnet, er landete auf dem vierten Platz. Dass die ersten vier Springer alle 5,40 Meter vorzuweisen hatten, nahm Bernhard Brenner gerne zur Kenntnis. „Das war ein gutes Niveau. Sehr interessant, sie haben sich gut angestellt“, sagte er vor der Siegerehrung. Auch er hob die Rückkehr Oleg Zernikels in diesen Leistungsbereich hervor. Der Landauer Springer (Jahrgang 1995) schaffte mit seiner Höhe gestern die Qualifikationsnorm für die U23-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz (13. bis 16. Juli).

Auf ein Höherlegen der Latte verzichtete Zernikel dann, den Wettbewerb setzten nach 5,40 Meter Pascal Koehl, Marvin Caspari (TSV Bayer 04 Leverkusen) und der Finne Tomas Weckstein fort. Der Finne und Caspari ließen dann 5,45 Meter aus. Da Pascal Koehl diese Höhe dreimal riss, schaute er sich als Führender den Rest des Wettkampfs von der Athleten-Lounge aus an.

Die verbliebenen Konkurrenten scheiterten aber an 5,50 Meter, Koehl durfte sich gratulieren lassen. „Ein paar Zuschauer mehr wären cooler gewesen“, fand der Saarländer einen kleinen Kritikpunkt an einer aus seiner Sicht sehr gelungenen Veranstaltung. Dass er die Anlage aus früheren Trainingszeiten kenne, sei natürlich von Vorteil gewesen. „Am Mittwoch springe ich in Forbach“, kündigte er seinen nächsten Wettkampf an. Ebenfalls auf dem Radarschirm habe er die deutschen Meisterschaften im Juli. Bis auf das Scheitern bei 5,45 schaffte Koehl alle Höhen im ersten Versuch, andere machten es da spannender.

Alexander Vieweg aus der LAZ-Vorstandschaft hatte während des Einspringens Marvin Caspari stark eingeschätzt und als möglichen Sieger genannt. Der Leverkusener aus dem Jahrgang 1991 hat im Freien eine Bestleistung von 5,53 Metern in der Bilanz stehen. Beim Himmelsstürmer-Cup stieg er erst bei 5,20 Metern ein, hatte in der Folge einige Fehlversuche und wurde Zweiter. Gar nicht erst in diese Sphären schaffte es Nick Southgate. Der Neuseeländer schied mit einem „Salto Nullo“ bei der Anfangshöhe aus.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)