Ludwigshafen. Lars Voigt und Marc Philipp Gräfe lieferten sich gestern bei der Sprunghöhe von 4,40 Metern ein schönes knappes Duell um den Rheinland-Pfalz-Meistertitel im Stabhochsprung, und Hochspringerin Meike Reimer (ABC Ludwigshafen) stieg im Alleingang mit 1,80 Meter bei verkürztem Anlauf in die Hallensaison ein. Das sind zwei der 13 Titel, die am zweiten Tag der Landesmeisterschaften in der Pfalz blieben.

4,60 Meter – das ist die Qualifikationshöhe für die deutschen Jugendmeisterschaften Ende Februar in Sindelfingen, und dorthin wollen Voigt und Gräfe mit aller Macht. Beide denken auch, dass sie die 20 Zentimeter noch draufpacken können.

Bei den Pfalzmeisterschaften am Samstag vor einer Woche an gleicher Stelle war Voigt noch an den 4,40 Metern gescheitert und überließ Gräfe den Titel, gestern drehte der bald 18-jährige Gymnasiast am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium den Spieß um – er hatte bei 4,40 Meter einen Fehlversuch weniger, sprang die Höhe im zweiten Versuch. „Ich war eigentlich auch schon über den 4,50 Metern drüber“, sagte Voigt, der sich noch in der Saisonaufbauphase sieht. Seine Sprünge machen ihm Mut. Jedenfalls hat er aus dem Trainerwechsel, Alexander Gakstädter coacht ihn nun, richtig profitiert: „Ich habe meine Technik total umgestellt, es läuft gut“, sagte Voigt.

Der ein Jahr ältere Gräfe aus Wernersberg, der für den ASV Landau startet und bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Elektroniker absolviert, meinte: „Ich bin mit beiden Wettkämpfen zufrieden, es hat sich ausgezahlt, dass ich heute längere Stäbe dabei hatte“. Gräfes erfahrener Trainer Jochen Wetter sagte: „Ich bin optimistisch, dass er schon am Samstag bei einem Meeting in Dortmund die 4,60 Meter schafft. Er ist heute zum ersten Mal mit Karbonstäben gesprungen.“ Beide Nachwuchsathleten jedenfalls wissen, dass sie vom Konkurrenzkampf profitieren.

Einen solchen vermisst freilich die 17-jährige Meike Reimer aus Mutterstadt. Zumindest in der Pfalz. Aber sie schaut immer mal wieder im Internet, was „die nationale Konkurrenz so macht“. Selbst durfte sie mit ihrem gestrigen Saisoneinstieg mehr als zufrieden sein: 1,80 Meter im dritten Versuch locker übersprungen, zwei der drei Sprünge über 1,83 Meter sahen vielversprechend aus. Dazu muss man wissen: Meike Reimer sprang gestern noch mit verkürztem Anlauf, mit nur zehn Schritten zur Latte, und es war erst ihre dritte Technikeinheit in diesem Winter. „Wir haben sehr viel trainiert, haben uns aufs Krafttraining konzentriert und wissen beide, dass die Freiluftsaison interessanter ist“, sagte ihr Trainer Juri Tscherer. Das Ziel der Zwölfklässlerin im Sommer: allzu gerne die Teilnahme an den U20-Europameisterschaften in Grosseto.

Nach Platz drei über 60 Meter (7,17 Sekunden), nur um zwei Hundertstelsekunden an der DM-Norm vorbei, kam der Zweibrücker Jonas Klein über 200 Meter in 22,74 Sekunden zum Landestitel. Es bleibt Spekulation, ob 60-m-Meister Lennert Kolberg (Ahrweiler, vor Kostas Tselios vom ABC Ludwigshafen) gewonnen hätte – in seinem Lauf war die Zeitnahme ausgefallen. Einen Wiederholungslauf gab es nicht.

Einen schönen pfälzischen Doppelsieg gab es im Kugelstoßen der U20 durch Sarah Tretter (1. FC Kaiserslautern, 11,60 m) vor Lea Römer (TV Offenbach, 11,11 m). Auch in der U18-Klasse blieb der Titel in der Pfalz: Samantha Borutta (TSG Mutterstadt) wuchtete die Kugel auf 12,56 Meter. Klasse: Jonas Unruh (LC Haßloch). In 23,08 Sekunden schnappte er sich den 200-m-Titel und mit 1,80 Meter auch den Hochsprung-Titel. Stark über 800 Meter: Lorenz Herrmann (TV Nußdorf). „Ich wäre gern unter zwei Minuten geblieben, aber das schaffe ich noch, wenn ich mal Konkurrenz habe“, sagte Herrmann, der 2:00,34 lief.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.01.2017 Hallen-Rheinland-Pfalz-Meisterschaften 2017 (U20, U18) Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)