Gefühlt haben wir gerade noch „Silberhochzeit“ gefeiert (bei der Sportlerehrung der Sportler 2014), jetzt steht schon wieder die 27.Zweibrücker RHEINPFALZ-Sportlerwahl an. Was war das für ein Sportjahr: international mit Fußball-Europameisterschaft, Leichtathletik-EM und den alles überstrahlenden Olympischen Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro. Gleich fünf Zweibrücker Sportler waren beim Wettstreit unterm Zuckerhut dabei: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Speerwerferin Christin Hussong, Judoka Jasmin Külbs, Stabhochsprung-Bundestrainer (Frauen) Andrei Tivontchik und Kanu-Kampfrichter Hans-Peter Weiß auf der Wildwasserstrecke. Aber auch andere Zweibrücker haben in diesem Jahr international und national dafür gesorgt, dass Zweibrücken auf der Landkarte nicht nur als Outlet-Standort erkannt wird, wie zum Beispiel Schwimmerin Marlene Hüther.

Zum 27. Mal stellt Ihnen die Lokalredaktion Zweibrücken der RHEINPFALZ also heute fünf Sportlerinnen, fünf Sportler und fünf Teams vor, die aus unserer Sicht im abgelaufenen Jahr Außergewöhnliches geleistet haben. Unter der Fülle der guten sportlichen Leistungen haben wir eine Vorauswahl getroffen. Bis zum Einsendeschluss am 27. Januar 2017 haben sie mehrfach Gelegenheit abzustimmen.

Festgelegte Wahlkriterien für die Auswahl unserer Kandidaten waren: Die Sportler müssen aus dem Verbreitungsgebiet stammen, hier leben oder für einen hiesigen Verein starten. So startet die Speerwerferin Christin Hussong zwar für das LAZ Zweibrücken, wohnt aber in Herschberg – und wird deshalb von den Kollegen der Redaktion Pirmasens aufgestellt. Amelie Berger stammt dafür aus Zweibrücken. Die Kandidaten müssen im Jahr 2016 Herausragendes geleistet haben, Titel allein zählen nicht. Wir schlagen nur Sportler vor, die mindestens 15 Jahre alt sind. Die Jugend hat es wegen der Altersgrenze nicht leicht, ihre Sportlerwahl-Zeit kommt aber ganz sicher noch! Die RHEINPFALZSportler sollen zudem leuchtende Vorbilder sein, Vorbilder im Geist des Fair Play und des Einsatzes für andere.

Für alle anderen Sportler auf diesen beiden Seiten gilt: Jetzt sind Sie dran! Ankreuzen, Original-Coupon ausschneiden, abschicken und im Internet vom 9. bis 20. Januar abstimmen (www.rheinpfalz.de). Ihre Stimme zählt!

Auch vom LAZ Zweibrücken sind zwei Athleten nominiert:

Daniel Clemens

Das Jahr von Stabhochspringer Daniel Clemens vom LAZ Zweibrücken lässt sich sportlich in zwei Hälften teilen: die erste Hälfte hui, die zweite Hälfte pfui. Dabei ging 2016 wirklich prima los für den inzwischen 24-jährigen Mörsbacher. Ende Februar in Leipzig holte sich Clemens, 2013 Militär-Europameister und 2014 DM-Dritter im Freien, die Silbermedaille bei der deutschen Hallenmeisterschaft. Mit übersprungenen 5,50 Meter, sogar 5,60 Meter waren drin. Das ist seine Bestleistung, die er in diesem Jahr eigentlich unbedingt nach oben verschieben wollte. Das klappte nicht: Der Sportsoldat der Sportfördergruppe Mainz im Rang eines Stabsunteroffiziers musste sich noch im Juni einer Operation am rechten Sprunggelenk unterziehen. Der dabei festgestellte viertgradige Knorpelschaden bremst ihn seitdem immer noch aus. Erst in der Woche vor Weihnachten konnte er im Training mal wieder antrippeln, mit Stab sowas wie einen Sprung versuchen. Die Hallensaison hat er abgesagt, um ganz gesund zu werden. Dafür intensiviert er gerade sein Studium Internationales Management ins Ansbach (siebtes Semester). Für 2017 hat Clemens aber die Weltmeisterschaft in London und die Universiade in Taipeh fest im Visier.

Sina Mayer

Sie ist die schnellste Frau der Stadt: Sina Mayer, Sprinterin des LAZ Zweibrücken. Das Jahr ging unterm Hallendach gut los für die inzwischen 21-Jährige: Pfalzmeisterin über 60 und 200 Meter, Rheinland-Pfalz-Titel über die gleichen Distanzen, Sieg für die Landesauswahl über 60 Meter in Metz in 7,44 Sekunden. Bei der deutschen Hochschulmeisterschaft gewann sie Silber schon in 7,42 Sekunden. Und in Leipzig, bei der deutschen Hallenmeisterschaft Ende Februar, drückte sie richtig auf die Tube: Nach Vor- (7,45 sec) und Zwischenlauf (7,35) lief sie im Finale als Siebte in neuer Bestzeit von 7,32 Sekunden ins Ziel. 7,29 hätten zu Bronze gereicht. Nach der Hallensaison ersetzte Christian Stütze Karl-Heinz Werle als Trainer. Beim Heimspiel, den Pfalzmeisterschaften im Westpfalzstadion, gewann Mayer im Mai den Titel über 200 Meter in Bestzeit von 24,26 Sekunden. Bei der DM im Juni in Kassel musste die Studentin des Gesundheitsmanagements, die bei ihrem Verein LAZ Zweibrücken den praktischen Teil der Ausbildung absolviert, aber nach gutem Vorlauf über 100 Meter (11,56) verletzt passen. Als einer von 40 Teilnehmern fuhr sie mit der Sportjugend Rheinland-Pfalz noch ins Olympische Jugendlager nach Rio de Janeiro.

Amelie Kiehm

Wenn das mal nicht eine vielseitig interessierte junge Sportlerin ist: Amelie Kiehm von der VT Zweibrücken wurde im September bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften Vize-Meisterin im Jahn-Sechskampf der Altersklasse 14/15. Die 15jährige Schülerin der Klassenstufe 10 des Helmholtz-Gymnasiums zeigte dabei Bestleistungen im 100-MeterSprint (13,52 Sekunden), im Kugelstoßen (10,57 Meter) und über 50 Meter Kraulschwimmen (33,5 sec). Daneben turnte sie an Barren und Boden und musste ihr Können auch beim Kunstspringen beweisen. Die Deutsche Meisterin des Jahres 2014 hatte zuvor im Juni den Landestitel gewonnen. Turnen ist die Sportart, die die Contwigerin am längsten betreibt – seit über acht Jahren bei der VT Zweibrücken. Beim zweiten DM-Platz hatte sich vor allem das intensive Leichtathletik-Training beim LAZ Zweibrücken ausgezahlt. Apropos Vielseitigkeit: Das Tanzen in der Gruppe „Sandance“ musste sie aus Zeitgründen zwar drangeben. Aber dafür spielt die begeisterte Skifahrerin mit dem Gedanken, den Skilehrer-Grundschein zu erwerben, wenn sie mit 16 Jahren alt genug dazu ist. Und Klavier samt diversen kleineren Auftritten spielt sie auch noch.

Daniel Clemens
Daniel Clemens (Archivfoto: Hensel)
Sina Mayer
Sina Mayer (Archivfoto: Van Schie)
Amelie Kiehm
Amelie Kiehm (Foto: Privat/Kiehm)