Gadschiew nach Silber mit Chancen auf Nominierung – Bronze für Holzdeppe und Werrmann

Kristina Gadschiew vom LAZ darf sich nach DM-Silber Hoffnungen auf eine WM-Nominierung machen. Raphael Holzdeppe wird jedoch nur Ersatzmann. Hürdensprinter Jens Werrmann ist glücklich mit Bronze.

Zweibrücken/Karlsruhe. Fliegt Kristina Gadschiew zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach Doha? „Das ist eine Frage, auf die alle eine Antwort erwarten. Aber die kann ich leider nicht geben“, antwortete die Stabhochspringerin vom LAZ Zweibrücken gestern nach ihrem Wettkampf bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe. Dort war sie mit neuer Bestleistung von 4,60 Metern Zweite geworden. Die WM-Norm hatte sie zuvor schon mehrfach übersprungen. Doch diesmal landete nicht die bislang beste Deutsche, Silke Spiegelburg, vor ihr. Die Leverkusenerin war in Karlsruhe wegen eines Magen-Darm-Infektes nicht am Start. An ihrer Stelle entschied Carolin Hingst (USC Mainz) den Wettkampf für sich – höhengleich mit Gadschiew.

Welche der drei Stabhochspringerinnen nun zur WM fliegt – es stehen nur zwei Startplätze zur Verfügung – steht noch nicht fest. Normalerweise qualifizieren sich die beiden Ersten der Deutschen Meisterschaft. Spiegelburg hält mit 4,61 Metern die deutsche Jahresbestleistung, sprang im vergangenen Winter sogar über 4,75 Meter. „Aber es wird noch in dieser Woche entschieden“, erklärt Kristina Gadschiew. Ihr Heimtrainer und Bundestrainer der Frauen, Andrej Tivontchik, darf allerdings nur Vorschläge machen.

Dass am Ende ihr missglückter erster Versuch den Ausschlag über Gold oder Silber gab, störte die Hornbacherin nicht. „Ich bin mit dem Wettkampf super zufrieden. Ich bin Bestleistung gesprungen und das in der Halle.“ Beim ersten Versuch über 4,65 Meter zwar durchgelaufen, nahm sie die beiden übrigen Versuche zur nächsten Höhe 4,70 Meter mit. Beim nächsten Versuch sprang sie zwar ab, brach den Sprung dann ab. „Den letzten Versuch hab ich zwar durchgezogen, aber er war dennoch etwas verhalten“, berichtet die 25-Jährige. An dieser Höhe hatte sie sich noch nie vorher versucht, „ich war ein bisschen überfordert“. Trotzdem riss sie den Versuch nur knapp, „der Sprung war nicht chancenlos“. Natasha Benner übersprang 4,05 Meter und wurde 14-te. „Mit der Höhe bin ich nicht zufrieden. Aber ich konzentriere mich mehr auf den Sommer. Über seine Rolle als WM-Ersatzmann ärgerte sich Raphael Holzdeppe. Er war im Stabhochsprung der Männer am Samstag nur auf Rang drei gelandet. Und das dank eines unglücklichen letzten Versuchs über 5,70 Meter. „Normalerweise gebe ich beim dritten Versuch immer mehr und muss deshalb den Abstand der Lattenständer vergrößern, damit ich im Aufsteigen nicht reiße. Doch diesmal klappte das nicht und ich fiel auf die Latte, weil eben zu weit hinten war“, erklärte der Sportsoldat seinen missglückten letzten Versuch. Sieger Malte Mohr und der Zweite Alexander Straub meisterten die 5,70 Meter und fliegen damit nach Doha. Wegen seiner Grundausbildung bei der Bundeswehr und einer somit verkürzten Vorbereitung hatte die Hallensaison ursprünglich gar nicht auf Holzdeppes Prioritätenliste gestanden. Doch dann gelang ihm ein guter Saisonstart und plötzlich war der Ehrgeiz da. „Ich habe mich sehr geärgert, aber mittlerweile geht es“, sagte der 20-Jährige gestern. Als Ersatzmann muss er sich fit und bereithalten bis zur WM vom 12. bis 14. März.

„Jens Werrmann ist wieder da!“

LAZ-Hürdensprinter Jens Werrmann

„Jens Werrmann ist wieder da!“ Der LAZ-Hürdensprinter war nach seinem dritten Platz über die 60 Meter Hürden sichtlich gut gelaunt. „Ich habe noch nie etwas bei einer Hallen-DM gewonnen. Ich freue mich riesig über die Medaille“, erklärte der 24-Jährige, der in Karlsruhe Dritter wurde. Besonders freute ihn, dass die Konkurrenz gar nicht so weit vorne weg lief. Sieger Alexander John lief im Finale 7,68 Sekunden, der Zweite Erik Balnuweit (beide LAZ Leipzig) 7,73 Sekunden und damit nur eine Hundertstelsekunde schneller als Werrmann.

Mit seinem Lauf war der Bundespolizist weniger zufrieden. „Ich habe die vierte und fünfte Hürde mitgenommen und bin ein wenig aus dem Rhythmus gekommen“, erklärte er. Besonders wurmte ihn aber seine Vorstellung im Vorlauf. Den hatte er in 7,71 Sekunden mit neuer Bestleistung gewonnen. „Ich war schon früh am Zweitplatzierten Willi Mathiszik vorbei und wusste, der Erste kommt definitiv ins Finale. Da hab ich hinten das Tempo rausgenommen.“ Sonst wäre vielleicht eine Zeit um die 7,68 Sekunden herausgesprungen, schätzte Werrmann.

Zwar ins Finale aber nicht ins Ziel kam Mittelstrecklerin Aline Krebs. Eine Verhärtung im Oberschenkelmuskel, die sie in den vergangenen Wochen geplagt hatte, machte sich auch in Karlsruhe über die 1500 Meter bemerkbar. „Sie hatte Schmerzen und hat den Lauf deshalb nicht beenden können. Auch im Vorlauf am Samstag hatte sie schon Schwierigkeiten“, erklärte Trainer Thomas Zehfuß. Dort war sie nach 4:30,07 Minuten ins Ziel gekommen.

Jens Werrmann (links) gewinnt Bronze beim Hürdenlauf in Karlsruhe
Jens Werrmann (links) fliegt über die Hürde zu Bronze. Es gewinnt Alexander John (Mitte) vor Erik Balnuweit (rechts). Foto: dpa