ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann hat Zweibrücken während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August 2015 mehrfach erwähnt. Man sieht: Zweibrücker Sportler tragen den Namen ihren Stadt hinaus in die Welt – und vertreten sie mit Top-Leistungen. Wir stellen Ihnen die 15 Kandidaten heute noch mal in Kurzporträts vor. Treffen Sie Ihre Wahl bei der 26. RHEINPFALZ-Sportlerwahl.

Deutsche Meister, Wasserfreunde und Vielseitige

Raphael Holzdeppe, Leichtathletik

Was für ein Comeback für Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken: Nach dem Seuchenjahr 2014 und der Rückkehr zum LAZ und Trainer Andrei Tivontchik, startete der 26-Jährige im vorolympischen Jahr voll durch. Ende Juli wurde er in Nürnberg zum ersten Mal Deutscher Meister bei den Aktiven – mit neuer Bestleistung von 5,94 Meter. Und bei der Weltmeisterschaft in Peking bewies der Weltmeister von 2013 einen Monat später beim Silber-Sprung über 5,90 Meter Nerven wie Drahtseile. Im Einlage-Wettkampf bei den Europaspielen in Baku steigerte er seine Bestmarke im Juni schon auf 5,92 Meter. Für das prallvolle Jahr 2016 (Hallen-WM, EM und Olympia) hat Holzdeppe ein ehrgeiziges Ziel: Er will endlich die magische Stabhochsprunggrenze, die 6,00 Meter, knacken.

Felix Drumm, Radsport

Mitte Januar verteidigte Radcrosser Felix Drumm den Titel als Deutscher Meister der Altersklasse U23 im sächsischen Borna. Schon ab der ersten Runde fuhr der damalige BWL-Student der Mittelstandsökonomie über eine Minute Vorsprung heraus. Für die Cross-WM Ende Januar hatte der Mörsbacher (21), der 2015 auch bei Weltcups in den Cross-Mekkas Belgien und Holland am Start war, das ehrgeizige Ziel „Top 15“ ausgegeben. Erst durch Stürze anderer behindert, dann selbst dreimal gestürzt – am Ende landete der Fahrer des Focus CX Teams in Tschechien auf Platz 27 unter 49 Startern und war bester Deutscher. Bei der U23-DM auf der Straße fuhr er im Juli zudem für sein Team Kuota Lotto in einer Hitzeschlacht auf Platz 23. Derzeit hofft Drumm auf die Aufnahme in die Sportfördergruppe der saarländischen Polizei.

Moritz Bartels, Schwimmen

Freiwasserschwimmer Moritz Bartels von den Wassersportfreunden Zweibrücken kann’s auch im Becken: Anfang Juni gewann der 17-Jährige, der das Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasium besucht und an der Hermann-Neuberger-Sportschule lebt und trainiert, bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften Bronze über 1500 Meter Freistil (16:03,10 min) und in neuer Bestzeit Silber über 800 Meter Freistil (8:21,10). Ende Juni hatte Moritz Bartels im Bodensee einen großen Auftritt: Über zehn Kilometer holte er den DM-Junioren-Titel im Freiwasser, im offenen Rennen schlug er dabei nach energischem Schlussspurt als Gesamtneunter und bester Junior nach 2:02,29 Stunden an. Auch der Titel über fünf Kilometer im Jahrgang 1998 (55:40) ging an ihn. Mit Platz zehn bei der Junioren-EM im Juli im Lago Maggiore über 7,5 Kilometer krönte Bartels sein gutes Jahr.

Erik Bischof, Turnen

Vielseitigkeit ist sein Trumpf: Turner Erik Bischof von der VT Zweibrücken landete im September bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Schleswig-Holstein auf dem zweiten Platz im Deutschen Sechskampf – einer Kombination aus je drei Leichtathletikund drei Turn-Disziplinen. In der Altersklasse U14/15 beförderte Bischof die Kugel knapp auf die Zehn-Meter-Marke (9,99 m) und wurde Dritter. Im 100-Meter-Lauf war er in 12,78 Sekunden ebenfalls Dritter, den Weitsprung gewann der VTZTurner mit 5,43 Metern. Beim Turnen ging’s auf der Bodenfläche mit 12,45 Punkten und 11,25 Punkten am Barren los. Nachdem er am Reck den Strecksalto-Abgang in den sicheren Stand geturnt hatte, hatte er Silber in der Tasche. Ein großer Erfolg, denn hauptsächlich spielt Bischof seit Juli in der B-Jugend des 1. FC Saarbrücken Fußball.

Till Pallmann, Schwimmen

Er kam, sah und siegte: Eine ganz besondere Geschichte zauberte Schwimmer Till Pallmann im Dezember ins Wasser der „Schwimmoper“ in Wuppertal. Der 22-Jährige reiste aus dem US-amerikanischen Carbondale, wo er seit fast vier Jahren an der Southern University Illinois mit einem Stipendium Maschinenbau studiert, mal wieder nach Deutschland zur Kurzbahn-DM. Dort gewann Pallmann, groß geworden im Badeparadies bei den Wassersportfreunden Zweibrücken, in der 4x50 Meter Freistil-Staffel im Mixed mit der Mannschaft der SSG Saar Max Ritter den Titel. Er blieb dabei über 50 Meter in 21,68 unter 22 Sekunden. Tags darauf gewann er mit den SSG-Herren über die gleiche Staffel-Distanz noch Bronze. Auch hier blieb Pallmann als dritter Schwimmer der Staffel wieder unter 22 Sekunden (21,73 sec).

Perspektivsportler, Kampflustige und Titelsammler

Marlene Hüther, Schwimmen

Marlene Hüther gehört zum deutschen Perspektivteam für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Die frühere Brustspezialistin der Wassersportfreunde Zweibrücken ist in der deutschen Spitze angekommen. Im April gewann die 17-Jährige bei der LangbahnDM ihre ersten Aktiven-Medaillen: Gold (4x200 Meter Lagen mit dem Team der SSG Saar Max Ritter) in deutschem Rekord (8:07,89 min) und zweimal Bronze (200 Meter Lagen und 200 Meter Freistil). Bei der WM im August landete sie mit dem deutschen Team auf Platz 13 (4x100 Meter Freistil) und wurde Zwölfte über 4x200 Meter Freistil. Bei der Kurzbahn-DM im November gewann die Dietrichingerin, die in Saarbrücken im Internat lebt, Gold mit der 4x50 Meter Freistil-Mixed-Staffel und Silber über 200 Meter Freistil. Als Lohn durfte sie im israelischen Netanya bei der Kurzbahn-EM starten.

Alisa Dahler, Boxen

Im Mai fuhr Boxerin Alisa Dahler aus Martinshöhe den bisher größten Erfolg ihrer Karriere ein: Sie wurde in Saarbrücken in der U17-Klasse Deutsche Meisterin. Dahler, die an Heiligabend 17 Jahre alt wurde, siegte im Halbfliegengewicht (bis 48 Kilogramm) durch technischen K.o.. Schon mit neun Jahren fing die 1,60 Meter große Kämpferin mit dem Boxen an, zunächst beim SV Martinshöhe, später beim FV Olympia Ramstein, jetzt beim TuS Landstuhl. Wie gut, dass ihr Trainer Thomas Grunder in der gleichen Straße in Martinshöhe wohnt: Da kann die Schülerin des Sickingen-Gymnasiums Landstuhl immer noch eine Einheit zwischendurch einschieben. Für das Jahr 2016 hat Dahler im Jugendbereich die Titelverteidigung auf dem Zettel. Und dann ist da noch das absolute Wunschziel: einmal bei Olympischen Spielen in den Ring steigen.

Elisa Burkholder, Handball

Handballerin Elisa Burkholder wollte mit dem Wechsel vom SV 64 Zweibrücken zum TSV Bayer 04 Leverkusen den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen. Das schaffte sie im Jahr 2015: Mit der A-Jugend der „Werkselfen“ wurde die Rückraumspielerin Deutsche Meisterin und hatte großen Anteil am Titel. Zudem durfte die Vize-Weltmeisterin 2014 mit der Jugend Anfang März ihr Debüt im Bundesliga-Team der Leverkusener geben. Kurz darauf folgten die ersten Bundesliga-Tore der 18-jährigen Schülerin (37 Jugend-Länderspiele). In der laufenden Spielzeit gehört die Rechtshänderin fest zum Erstliga-Kader der „Werkselfen“. Mit dem deutschen Nationalteam landete die 1,76 Meter große Spielerin im Sommer bei der EM in Valencia auf Platz fünf. Ihre Ziele für 2016: den DM-Titel mit der Leverkusener A-Jugend verteidigen.

Anke Schmitt, Pferdesport

Vielseitig und sehr erfolgreich ist Anke Schmitt. Die 17-jährige Reiterin vom Reitund Fahrverein Zweibrücken brachte es 2015 auf eine stolze Titelsammlung. Bei den Vielseitigkeitsreitern – Prüfungen in der Dressur und im Springen sowie ein Geländeritt – war sie bei den Junioren (16- bis 18-Jährige) auf Landes- und Pfalzebene nicht zu schlagen. Bei den Pfalzmeisterschaften, erstmals nach einem neuen Reglement ausgetragen, heimste die Angehörige des Junioren-Landeskaders beim Heimwettkampf im Landgestüt ebenfalls zwei Meisterschärpen ein. Mit ihrer neunjährigen Zweibrücker Stute Merle gewann sie sowohl die Dressur- als auch die Springkonkurrenz der Leistungsklasse 5. Dass Schmitt eine Mehrkämpferin ist, hat sie in den vergangenen Jahren häufig unter Beweis gestellt, als sie bei den Vierkämpfern Erfolge sammelte.

Jasmin Külbs, Judo

Jasmin Külbs’ großes Ziel sind 2016 die Olympische Spielen in Brasilien. Nach ihrem Comeback nach überstandener Schulteroperation hängte die Judoka des 1. JC Zweibrücken, die ihre Kämpfe quer über die ganze Welt bei Grand-Prix- und Grand-Slam-Turnieren mit ihrem Zweibrücker Heimtrainer Stephan Hahn per Video analysiert und übers Telefon bespricht, ein tolles Jahr an: Im Mai gewann die Kämpferin der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm bei den ersten Europaspielen in Baku – gleichzeitig Judo-Europameisterschaft – die Silbermedaille. Bei der WM im August in Kasachstan landete die Sportsoldatin aus Köln dann im Einzel auf Platz neun, mit der deutschen Mannschaft gewann sie die Bronze. Und zum Jahresausklang holte sie mit dem JC Speyer noch den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters.

Mannschaften

EHC Zweibrücken, Eishockey

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken legte eine tolle Spielzeit aufs Eis: Die „Hornets“ erreichten erstmals die Play-off-Spiele um die Meisterschaft. Die reguläre Saison schloss das Team als Tabellenzweiter mit 44 Punkten ab, wurde erst im Halbfinale in zwei Matches vom SC BietigheimBissingen 1b ausgebremst. Im Endspiel um den Rheinland-Pfalz-Pokal unterlagen die „Hornissen“ Oberligist EHC Neuwied.

SV 64 Zweibrücken, Handball

Die Handball-Herren des SV 64 Zweibrücken mischten die Weststaffel der Dritten Liga auf, gehörten zeitweilig zur Spitzengruppe. Am Ende hatte der SV 64 die beste Saison seiner Vereinsgeschichte in der Tasche: Siebter mit 31:29 Punkten, 813:830 Toren und die direkte Qualifikation für den DHB-Pokal, wo man Zweitligist EHV Aue unterlag. Dazu kam am Ostermontag der dritte Gewinn des Saarpokals in Folge.

SV Großsteinhausen, Fußball

Die Fußballer des SV Großsteinhausen entschieden die Meisterschaft in der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken auf der Zielgeraden für sich. 23 Siege, vier Remis und nur drei Niederlagen wies die Tabelle am Ende für die Mannschaft von Spielertrainer Andreas Langner aus – bei 73 Punkten und 95:37 Toren. Dazu durfte man im Dorf gleich doppelt feiern: Die starke zweite SVG-Mannschaft holte – ebenfalls unter Langner – den Titel in der C-Klasse West.

Jasmin Glahn und Mara Marschall, Voltigieren

Das beste rheinland-pfälzische Voltigierdoppel kommt von der Bundenbacherhöhe. Seit 2012 turnen Mara Marschall (20, links) und Jasmin Glahn (18) zusammen auf einem Pferd. 2015 gewannen sie neben dem Landesmeistertitel Gold bei der Pfalzmeisterschaft und standen beim Fünf-Länder-Vergleichswettkampf ganz oben auf dem Treppchen. Beim Deutschlandpokal der Voltigierer belegten sie Platz drei.

SV 64 Zweibrücken, Handball, A-Jugend

Das hatten zuvor noch keine Jugendhandballer aus Zweibrücken geschafft: Die männliche A-Jugend des SV 64 unter Trainer Tony Hennersdorf qualifizierte sich für die Bundesliga. Am Ende landeten die Nachwuchs-„Löwen“ nach 22 Bundesliga-Spielen in der Debüt-Saison auf Tabellenplatz fünf mit 23:21 Punkten und 582:618 Toren – und hatten so ihr Ziel, die direkte Qualifikation für die neue Spielzeit, erreicht.