Die Euphorie um den Ausbau des Zweibrücker Westpfalzstadions hat einen gehörigen Dämpfer erhalten. Denn plötzlich stehen alle Pläne auf wackligen Beinen. Die Finanzierung ist keineswegs gesichert. Der Grund: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier hat wohl den Haushalt der Stadt genehmigt, doch die darin enthaltenen Auflagen tangieren auch das Westpfalzstadion. Denn die kommunale Aufsichtsbehörde ist keineswegs mit dem Finanzierungskonzept der Stadt einverstanden. Ist doch der von der Verwaltung veranschlagte zusätzliche Eigenanteil von rund 400 000 Euro am Ausbau mit Kunstrasenplatz, Flutlichtanlage und Erweiterung des Trainingsgeländes sowie kleineren Reparaturen an der Tartanbahn und der Stabhochsprunganlage nicht mehr gesichert. Soll doch dieser Betrag, wie von der ADD gefordert, zur Tilgung der Schulden verwandt werden.

Auf den ersten Blick erscheint die Forderung schlüssig. Sollten doch, bevor weitere neue Schulden seitens der Stadt gemacht werden, alt minimiert werden. Damit treffen die Warnungen von Insidern aus der Verwaltung zu, die bereits bisher auf die Euphoriebremse getreten hatten. Sie hatten gewarnt, dass selbst eine Genehmigung des Haushaltes nicht automatisch die Zuschüsse gewährt, die zur Sanierung des Westpfalzstadions notwendig sind. Rund 1,5 Millionen waren in dem Maßnahmenkatalog veranschlagt. Die Hoffnung wurde noch genährt, da bereits vor Wochen in dem besagten Gelände bereits Bodenproben genommen worden waren.

Nun werden all diejenigen, die bisher dieser Sanierungsmaßnahme kritisch gegenüberstanden, sagen, dass Nutznießer ausschließlich der Fußball-Oberligist SVN 1929 Zweibrücken sei. Das stimmt auf den ersten Blick, doch beim zweiten wird erkennbar, dass damit das Westpfalzstadion aufgewertet werden wird. Das ist auch zwingend erforderlich, um den Bedürfnissen eines Fußball-Oberligisten sowie auch eines Bundesleistungszentrums wie dem LAZ, gerecht zu werden. Denn durch diese Maßnahme mit dem neuen Kunstrasenplatz würde der ohnehin schon in die Jahre gekommen Rasen bei der Trainingsarbeit und Punktspielen entlastet werden. Das würde bedeuten, dass der Rasen, ganz gleich bei welchen äußeren Bedingungen, jeweils eine Woche Zeit hätte, um zu regenerieren. Dies ist zwingend erforderlich, wie die zahlreichen Spielausfälle Jahr für Jahr dokumentieren. Die Sanierung ist alleine schon unter diesem Aspekt zwingend erforderlich.

Denn bei aller Konkurrenzsituation um die Infrastruktur der Zweibrücker Vereine ist der SVN als Oberligist nun einmal ein Aushängeschild der Stadt Zweibrücken. Dies hat sich dank der Namensänderung gar schon bis Mainz herumgesprochen, wie der SPD-Abgeordnete Fritz Presl aus zahlreichen Gesprächen erkannt hat. Das Westpfalzstadion im Paket mit dem Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken ist nun eindeutig der sportliche Mittelpunkt Zweibrücken. Das ist auch in der Verwaltung und vom Rat erkannt worden. Wenn die geplante Maßnahme, für die noch keine Aufträge erlassen worden sind, auch nur teilweise das originäre Stadion mit der Tartanbahn betrifft, so ist sie notwendig. Würden doch damit erst die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen, um eine Chancengleichheit mit den übrigen Fußball-Oberligisten herzustellen. Muss doch der SVN ab Oktober auf den Kunstrasenplätzen der Umgebung ausweichen. Das erfordert von Trainer Peter Rubeck nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern gleichzeitig entfallen jeweils Kosten beim SVN von rund 2000 Euro bei den gastgebenden Vereinen entfallen.

Die Sanierung des Westpfalzstadions würde zweifellos zu einer Aufwertung der Sportstadt Zweibrücken beitragen. Deshalb ist es noch verfrüht, die Flinte ins Korn zu werfen. Denn Oberbürgermeister Helmut Reichling und die neue Haushaltskommission werden noch einmal alle Forderungen der ADD auf den Prüfstand zu stellen. Doch eines ist gewiss, und das hat der SVN als Trainingsbittsteller auf fremden Plätzen erfahren. Er ist immer auf die Nischen der Vereine angewiesen, die ihr Gelände zur Verfügung stellen. Vereine, wie die Vereinigten Bewegungsspieler Zweibrücken, die während des Baus ihres Rasenplatzes ebenso auf fremden Plätzen vagabundieren mussten, können sich sehr gut in die Lage des SVN versetzen. Doch während dies bei den VBZ zeitlich abzusehen war, hängt der SVN weiterhin am Tropf. Dies ist nicht nur nervend, sondern auch in der Außendarstellung wenig hilfreich. Dabei ist doch der SVN ein Werbeträger der Stadt Zweibrücken seit seiner zweijährigen Zugehörigkeit zur Oberliga. Doch die äußeren Umstände sind alles andere als oberligatauglich.