Betreten des Rasens verboten“ stand noch am vergangenen Freitag auf einer Tafel im Westpfalzstadion. Doch ab heute dürfen die Spieler des Fußball- Oberligisten SVN 1929 Zweibrücken wieder im Westpfalzstadion trainieren. Ausgenommen bleiben die beiden Torräume, in denen an den arg strapazierten Stellen ein neuer Rollrasen ausgelegt worden ist. Dieser Bereich bleibt vermutlich noch bis zum ersten Spieltag am Mittwoch, 5. August, gegen den Aufsteiger SV Auersmacher gesperrt.

Für einigen Unmut hatte bei den Verantwortlichen des SVN in der vergangenen Woche die Sperrung des Spielfeldes gesorgt. Musste doch Trainer Peter Rubeck kurzfristig wieder auf andere Plätze ausweichen, um keinen Bruch in der Vorbereitung auf die zweite Runde in der Oberliga in Kauf zu nehmen.

Doch hat der SVN-Trainer im Vagabundieren auf anderen Sportplätzen schon einige Erfahrung. Musste die Niederauerbacher Mannschaft bereits in den Wintermonaten auf fremde Plätze ausweichen, da im Westpfalzstadion eine Flutlichtanlage am Rasenplatz fehlt.

Nun werden Kritiker einwerfen, dass diese acht bis zehn Tage sicherlich nicht über das Wohl und Wehe der kommenden Oberliga-Saison entscheiden. Aber die Situation war schlichtweg unbefriedigend, da die Sperrung sehr kurzfristig erfolgte und der unmittelbar angrenzende Hartplatz nicht den Standards genügt.

Auch über die Sanierung mit der Aerifizierung (Durchlüftung und Lockerung des Bodens) durch eine Spezialfirma kann trefflich diskutiert werden. Denn reicht die Maßnahme überhaupt aus, um die Spielausfälle nach heftigen Regengüssen zu minimieren, oder ist dies nur eine Alibifunktion, um nach außen zu dokumentieren, dass von städtischer Seite alles Erdenkliche getan wurde?

Was bleibt, ist ein gewisses Restrisiko. Denn inwieweit Abhilfe gegen die häufigen Spielabsagen mit der Durchlüftung in der zweitägigen Maßnahme geschaffen wurde, das werden erst die neuralgischen Monate Ende dieses und Anfang nächsten Jahres zeigen. Eines hat aber diese Sanierung offenbart, wie abhängig der SVN nicht nur im Training, sondern auch bei den Punktspielen von der Rasenfläche im Westpfalzstadion ist, wenngleich der Kunstrasenplatz in Ixheim zumindest als Ausweichplatz gemeldet ist.

Doch müssen bei der Austragung der Oberligaspiele gewisse Sicherheitsstandards eingehalten werden, sodass der Spielort nicht immer von den SVN-Verantwortlichen um den Vorsitzenden Richard Denger willkürlich gewählt werden kann. Der Regionalverband hat hier genaue Kriterien festgelegt. Ganz zu schweigen von den Einnahmeverlusten des SVN.

Die Niederauerbacher sind nun einmal derzeit das fußballerische Flaggschiff, ohne die Erfolge der übrigen Zweibrücker Vereine in den verschiedenen Klassen zu schmälern. Damit dies auch in naher Zukunft so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen im Vergleich zu den übrigen Konkurrenten auch angeglichen werden.

Das haben mittlerweile auch die Kommunalpolitiker erkannt und ein Sanierungspaket für das Westpfalzstadion geschnürt. Dass dabei das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde, dürfte den Antragstellern schon im Vorfeld bekannt gewesen sein. Doch auch die abgespeckte Version kommt den beteiligten Vereinen LAZ Zweibrücken und SVN Zweibrücken weitestgehend entgegen. Schließlich handelt es sich um ein Bundesleistungszentrum und einen Oberligisten, die nun einmal zu den größten Werbeträgern Zweibrückens in ihrer jeweiligen Sportart zählen.

Sollte im kommenden Jahr das Sanierungspaket mit einem Kunstrasenplatz samt einer Flutlichtanlage und einem Minispielfeld mit Hilfe des Konjunkturpaketes II geschnürt werden, so ist schon eine deutliche Entlastung erzielt worden. Finden dann die fast täglichen Trainingseinheiten auf dem neuen Kunstrasen statt, so ist dem Rasen jeweils die Ruhephase gewährt, die er braucht. Schließlich entstammt er dem Ende der 80er Jahre.

Gleichzeitig könnte das LAZ seine Trainingseinheiten ungestört auf und rund um den Rasen auf der Tartanbahn durchziehen, ohne dass nähere Absprachen zwischen beiden Vereinen, wie in der Vergangenheit, notwendig wären.

Die beiden Hauptkonsumenten, die bisher schon auf ein einvernehmliches Nebeneinander in den Abendstunden aus waren, wären einiger Sorgen entledigt. Denn eines sollte allen Beteiligten klar sein. Sportliche Höchstleistungen sind nur dann zu erbringen, wenn die Rahmenbedingungen absolut stimmen. Die Sanierung des Westpfalzstadions im kommenden Jahr wäre ein erster Schritt.