Am 28. Februar geht der LAZ-HallenstürmerCup in seine dritte Runde. Anders als in den vergangenen Jahren wird das Meeting erstmals in der vereinseigenen Dieter-Kruber-Halle stattfinden. Welche Probleme im Vorfeld aus dem Weg geräumt werden mussten und auf wen sich die Zuschauer diesmal freuen dürfen, erklären der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner sowie der Sportliche Leiter Alexander Vieweg im Gespräch mit Merkur -Redaktionsmitglied Martin Wittenmeier.

Herr Brenner, am 28. Februar geht die dritte Auflage des Hallenstürmer-Cups über die Bühne. Wie sind die Vorbereitungen bislang verlaufen?

Bernhard Brenner: Aufgrund der Örtlichkeiten ist alles sehr viel entspannter als in den letzten Jahren. Da wir in unserer eigenen Halle springen, müssen wir diesmal keinen Transport auf die Beine stellen und auch nicht innerhalb kurzer Zeit den Abbau organisieren. Im Prinzip müssen wir uns nur um die Anlage kümmern.

Mit der Sprunganlage gibt es keine Probleme?

Brenner: Wir hatten im Dezember schon einen Probelauf, sind sogar schon auf der Anlage gesprungen. Damals hatten wir den Steg aufgebaut und die Anlage um zehn Meter nach hinten verschoben, einfach auch um zu sehen, wie es optisch wirkt. Und ich muss sagen: „Es passt“.

Wann war klar, dass Sie von der Westpfalzhalle in die DieterKruber-Halle wechseln?

Brenner: Bei der Terminfindung mussten wir uns entscheiden. Wir hatten uns drei Termine für das Meeting zur Auswahl gesetzt, und leider war an allen die Westpfalzhalle schon belegt.

Alexander Vieweg: Es ist halt auch so, dass geeignete Hallen in Zweibrücken rar gesät sind. Die Festhalle ist für so einen Wettkampf nicht prädestiniert, deshalb machen wir es jetzt mehr oder weniger in einer Trainingshalle.

Gibt es Sicherheitsbestimmungen und Vorschriften, die im Vorfeld zu erfüllen sind?

Vieweg: Es sind schon deutlich mehr Auflagen als im normalen Trainingsbetrieb. Wir sind in den letzten Wochen mit den verschiedensten Leuten durch die Halle gegangen, um Themen wie Sicherheitsbestimmungen oder Brandschutz abzuklären. Hier ist das etwas aufwendiger als in der Westpfalzhalle. Da geht man hin, stellt ’nen Antrag bei der Stadt und zweieinhalb Tage später läuft die Sache.

Welche Nachteile zieht der Hallenwechsel mit sich?

Vieweg: Der einzige Nachteil ist, dass sie nicht so groß ist wie die Westpfalzhalle. Bei uns sind wir leider gezwungen, im höchsten Bereich der Halle zu springen, weil die Athleten eine gewisse Höhe brauchen und das Publikum in der Hallenmitte sitzt. Da kann es dann leider vorkommen, dass der ein oder andere auch mal einen Pfeiler vor der Linse hat (lacht). Das ist in der Westpfalzhalle natürlich besser, da kann man einfach von oben auf die Springer schauen.

Dennoch ist der Umzug ins „eigene Wohnzimmer“ organisatorisch sicherlich eine Entlastung?

Vieweg: Absolut. Wir haben alles vor Ort, können drei Tage vorher anfangen anzuliefern, aufzubauen und alles besser bündeln, auch was die vielen Helfer betrifft. Es sind nicht mehr solche Hauruck-Aktionen wie in der Vergangenheit. Wir merken, dass es von Jahr zu Jahr professioneller wird. Das Event hat mittlerweile so viel an Prestige und Präsenz gewonnen, dass uns viele Partner mit Manpower und Geräten unterstützen. Das erleichtert unsere Arbeit enorm. Nur bei den sanitären Einrichtungen gibt es ein paar kleine Problemchen. Die Herrentoiletten müssen wir nach draußen vor die Halle verlegen, das geht leider nicht anders. Die Damen dürfen drin bleiben (lacht).

Macht sich der Platzmangel in der Dieter-Kruber-Halle noch anderweitig bemerkbar?

Brenner: Das Springerfeld mussten wir reduzieren – sowohl bei den Herren als auch bei den Damen. Wir können bei uns nur noch auf einer Anlage springen, nicht mehr auf zwei. Unser Vorteil ist aber, dass es keine Beschränkungen in der Anlauflänge gibt. In der Westpfalzhalle hatten wir nur die Diagonale bis hinten ins Eck, jetzt können wir jedem Springer die volle Länge zur Verfügung stellen.

Vieweg: Und wir haben den Luxus, dass wir den Athleten die komplette Halle anbieten können. Bei Showspringen, die in Einkaufszentren stattfinden, oder auch in der Westpfalzhalle gibt es nur die abgesperrten Bereiche, auf denen sich die Springer mit ihren Spikes bewegen. Das schränkt natürlich ungemein ein und stört schon beim Einspringen.

Sehen Sie den Hallenstürmer-Cup eher als Show oder als sportlichen Wettkampf?

Brenner: Wenn bei uns ein Rekord – sei es ein persönlicher, nationaler oder internationaler – gesprungen wird, wird der auch voll anerkannt. Wir haben eine Verbandsaufsicht, die in der Halle ist, wir müssen Auflagen erfüllen und es werden Dopingproben genommen. Der Hallenstürmer-Cup ist ein offizieller Wettkampf.

Vieweg: In der Westpfalzhalle hatten wir Athleten, denen der Anlauf zu kurz war – der musste auf 14 Schritte gestückelt werden. Ein Sprung aus 16 Schritten Anlauf war gar nicht möglich. In diesem Jahr ist das anders und beantwortet die Frage, ob es ein Showspringen ist oder nicht. Zudem sind wir eine Woche vor der EM in Prag. Da wird sich der eine oder andere Athlet ganz besonders reinhängen.

Wie sieht das Teilnehmerfeld bei der dritten Auflage aus?

Brenner: Ein Pole, der aktuell die beste Höhe stehen hat, hat uns leider abgesagt, aber sonst ist das Feld absolut top. Man darf auch nicht vergessen, dass zeitgleich in Malmö und Bad Oeynhausen zwei etablierte Meetings stattfinden. Gerade bei den Frauen haben wir mit Nicole Büchler, die mit einer Bestleistung von 4,67 Meter anreist, Kira Grünberg als EM-Finalistin und Angelica Moser, die im letzten Jahr Gold bei den Olympic Youth Games gewonnen hat, ein richtig starkes Feld am Start.

Wie wird das Starterfeld akquiriert? Ist es schwierig, Springer nach Zweibrücken zu locken?

Brenner: Natürlich fragen wir bei Athleten, die wir gerne haben würden, an. Aber wir gehen jetzt in die dritte Runde, draußen sogar in die vierte, und haben uns inzwischen einen Namen gemacht. Die Manager kennen die Termine und schicken uns ihre Anfragen.

Wird es noch irgendwelche Überraschungen geben?

Brenner: Wir stehen noch in Kontakt mit der Russin Alena Lutkovskaya, die auch im vergangenen Jahr bei uns gesprungen und Zweite geworden ist. Bei den Männern steht hinter zwei Franzosen, darunter der „kleine“ Lavillenie, ein Fragezeichen. Da arbeiten wir dran. Vieles wird sich aber erst kurzfristig zwei, drei Tage vor dem Wettkampf entscheiden.

Was trauen Sie den Zweibrücker Springern zu?

Brenner: Für Raphael (Raphael Holzdeppe; Anm. d. Red.) haben die Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende Priorität. Bei ihm geht es vor allem darum, Sicherheit zu gewinnen und schnell zu seiner alten Form zurückzufinden. Das braucht allerdings Zeit, und diese Zeit müssen wir ihm geben. Aber wir hoffen, dass er sich wohl fühlt in der heimischen Halle und dem Publikum eine tolle Höhe anbietet.

Vieweg: Es wird auch noch einen kleinen Wettkampf geben, ein internes Springen vor dem Hauptfeld. Nico Dietz ist in diesem Jahr schon 5,02 Meter gesprungen, Lukas Hallanzy hat 5,25 stehen, aber die schaffen es von der Höhe einfach nicht ins Hauptfeld. Das ist natürlich schade, zeigt aber auch, welche Qualität hier am Start ist.

Brenner: Das muss aber auch unser Anspruch sein. Wir werben mit Raphi und Kristina (Kristina Gadschiew; Anm. d. Red.) auf den Plakaten und wollen zeigen, dass wir nicht nur ein schönes Meeting auf die Beine stellen können, sondern auch Athleten haben, die ganz vorne mitmischen.

Auf einen Blick:

Das vorläufige Starterfeld beim 3. LAZ-Hallenstürmer-Cup:

Männer:

Raphael Holzdeppe: Nationalität: Deutschland, Bestleis- tung: 5,91 Meter Piotr Lisek: Nationalität: Polen, Bestleistung: 5,82 Meter Edi Maia: Nationalität: Portugal, Bestleistung: 5,70 Meter Diogo Ferreira: Nationalität: Portugal, Bestleistung: 5,67 Me- ter Daniel Clemens: Nationalität: Deutschland, Bestleistung: 5,60 Meter Mitch Greeley: Nationalität: USA, Bestleistung: 5,56 Meter Marquis Richards: Nationalität: Schweiz, Bestleistung: 5,55 Meter

Frauen:

Nicole Büchler: Nationalität: Schweiz, Bestleistung: 4,67 Me- ter Kristina Gadschiew: Nationalität: Deutschland, Bestleis- tung: 4,66 Meter Martina Schulze: Nationalität: deutsch, Bestleistung: 4,50 Meter Kira Grünberg: Nationalität: Österreich, Bestleistung: 4,45 Meter Angelica Moser: Nationalität: Schweiz, Bestleistung: 4,36 Meter Femke Pluim: Nationalität: Niederlande, Bestleistung: 4.30 Meter Gina Reuland: Nationalität: Luxemburg, Bestleistung: 4,25 Meter.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
28.02.2015 Hallenstürmer-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)