Das LAZ Zweibrücken verliert einen Kaderathleten: Speerwerfer Till Wöschler startet ab Januar 2015 für den TSV Bayer Leverkusen. Dort trainiert der 23-Jährige bereits seit zwei Jahren, nachdem er an der Deutschen Sporthochschule in Köln sein Studium aufgenommen hatte.

Zweibrücken/Leverkusen. Überraschend kommt die Nachricht nicht: Speerwerfer Till Wöschler wechselt vom LAZ Zweibrücken zum TSV Leverkusen. Ab dem 1. Januar geht er dort gemeinsam mit Erfolgstrainer Helge Zöllkau auf Weitenjagd. Nicht unerwartet kommt der Schritt, weil der 23-Jährige bereits seit zwei Jahren am Stützpunkt in Leverkusen trainiert, nachdem er an der Deutschen Sporthochschule in Köln sein Studium begonnen hatte. Pünktlich zur Wechselfrist hat sich Wöschler mit beiden Vereinen geeinigt.

„Wir legen niemandem Steine vor die Füße“, sagt der LAZ-Vorsitzende Bernhard Brenner auf Nachfrage. Der Wechsel sei im Hinblick auf das Studium und das damit verbundene Training mit Zöllkau in Leverkusen nur eine Frage der Zeit gewesen. Bereits seit zwei Jahren werde Wöschler bereits am Leverkuser Stützpunkt geführt, erklärt der Sportliche Leiter Alexander Vieweg. Brenner würde sich freuen, wenn Wöschler nach seinen Seuchenjahren, geplagt von Verletzungen, dort wieder seine Leistung bringen könnte. Da stimmt auch Vieweg, selbst Speerwerfer, mit ein: „Ich persönlich wünsche ihm, dass er in die Pötte kommt und wieder richtig werfen kann.“

Nach verletzungsgeplagten Jahren hofft darauf vor allem auch Till Wöschler. Für die kommende Saison strebe er an, den Anschluss an seine alte Leistungsfähigkeit und somit ein Comeback in die nationale und internationale Spitze zu schaffen. Ein schwerer Weg. Seit der Steigerung seiner persönliche Bestleistung auf 84,38 Meter und dem damit verbundenen Sieg bei der U23-EM in Ostrava/Tschechien 2011 gleicht die Karriere einem Leidensweg. Bei dem Wurf in Ostrava zog sich Wöschler eine schwere Ellenbogenverletzung zu. Früh wieder mit dem Training, damals unter Matthias Brockelt, angefangen, erwischt es den Zweibrücker knapp ein Jahr erneut. Erneut in Ostrava zieht er sich einen Muskelfaserriss am Unterarm zu. Der Traum von Olympia 2012 in London zerplatzt. Bei der DM 2013 wollte sich der Speerwerfer zurückmelden. Doch mehr als 77,32 Meter waren nicht drin. Eine Adduktorenzerrung verhinderte eine bessere Leistung und die Teilnahme an der U23-EM.

Beim Blick auf diesen qualvollen Weg geraten die zahlreichen Erfolge des 23-Jährigen fast in Vergessenheit. Fast. 2010 wurde der Sportsoldat U20-Weltmeister, 2011 U23-Europameister. Außerdem verbesserte Wöschler den deutschen Jugendrekord von Vize-Weltmeister Matthias de Zordo um knapp vier Meter auf 82,52 Meter. Neben seinen unzähligen Siegen bei deutschen Jugendu- nd Juniorenmeisterschaften wurde der Athlet vom Welt-Leichtathletikverband IAAF zum Nachwuchsathleten des Jahres 2010 ernannt.

An diese Erfolge will Wöschler anknüpfen. Derzeit trainiere er verletzungsfrei. Seit Dienstag befindet sich der B-Kaderathlet mit dem TSV sowie den Nationalmannschafts-Sportlern des DLV in Südafrika im Trainingslager. Mit dabei sind auch die LAZ-Athleten Christin Hussong, Raphael Holzdeppe, Daniel Clemens, Kristina Gadschiew sowie Stabhochsprung-Trainer Andrei Tivontchik.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
11.–14.07.2013 U23-Europameisterschaften 2013 Tampere (Finnland)
06.–07.07.2013 Deutsche Meisterschaften 2013 Ulm (Deutschland)
25.07.–12.08.2012 Olympische Sommerspiele 2012 London (England)
14.–17.07.2011 U23-Europameisterschaften 2011 Ostrava-Vítkovice (Tschechien)