Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Zweibrücker Leichtathletik-Zentrums rumorte es unter Vorstandschaft und einem Teil der Mitglieder, wie schon bei der Jahreshauptsitzung, heftig.

Zweibrücken. Wegen des Rücktritts des zweiten Vorsitzenden Karl-Heinz Werle bei der stürmischen Jahreshauptversammlung gab es am Freitagabend eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Leichtathletik-Zentrums Zweibrücken (LAZ) in der Dieter-Kruber-Halle. Die Querelen setzten sich dabei fort. Zu Beginn äußerte der Vorsitzenden Josef Scheer noch den Wunsch an die Mitglieder, sich diesmal an eine „sachgemäße Ordnung“ zu halten. Dieses Wunschdenken wurde jedoch direkt zerschlagen, indem sowohl Sitzungsleitung als auch Mitglieder immer wieder Kompetenzgerangel, Spitzfindigkeiten und peinlich genaue Auslegung der Satzung boten – streckenweise erinnerte es an ein Kaspertheater. Das Ergebnis war dafür erstaunlich einmütig: Von den 57 anwesenden Mitgliedern stimmte nur einer gegen den Vorschlag des Vorstands, den bisherigen dritten Beisitzer Bernhard Brenner zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden zu befördern. Fünf Stimmberechtigte enthielten sich.

Beim nächsten Tagesordnungspunkt stellten Mitglieder den Antrag, der Vorstand solle die genauen Bilanzen des LAZ offenlegen. Josef Scheer um Rücksicht, dies nicht öffentlich zu tun, sondern die Satzung so zu ändern, dass interessierte Vereinsangehörige in einem bestimmten abgetrennten Raum vor der jeweiligen Jahreshauptversammlung diese Unterlagen einsehen dürfen. „Wir sind ein Spitzenverein, der gut gefördert wird – und da sollten wir den Neidfaktor anderer nicht auf uns ziehen“, gab Scheer zu bedenken. Was einige Mitglieder jedoch wenig beruhigte. Sie hielten weiter daran fest, erläutert zu bekommen, wie es zu solch immensen Schwankungen in den Finanzen wie dem Plus von 55 000 Euro 2008 und einem Minus von 35 000 Euro im Jahr darauf kommen konnte. „Wir haben den teuersten Kader der Vereinsgeschichte, auf den wir unglaublich stolz sind und bei dem wir auf gar keinen Fall sparen werden“, erinnerte Scheer an die 99 alleine 2010 eingefahrenen Titel bei Meisterschaften. Der Vorsitzenden gab jedoch im gleichen Atemzug zu bedenken: „Das Fantasiegebilde ‚Wunderland LAZ‘ gibt es nicht mehr.“ Der Verein befinde sich in einem Umbruch. Fehlende Marketinggelder aus dem Rückzug von Sponsoren sowie laufende Kosten für die vereinseigene Halle am Westpfalzstadion seien hierfür die Gründe. Die Abstimmung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

außerordentliche Mitgliederversammlung Januar 2011
Getrübte Gesichter, getrübte Stimmung sowohl bei Beisitzer Hans-Joachim Scherer und Vorsitzenden Josef Scheer (vorne von links) als auch bei den Mitgliedern das LAZ bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung gestern Abend. Foto: mw