Peking. Mit Platz sechs im WM-Finale von Peking wird Speerwerferin Christin Hussong heute nach Herschberg und zu ihrem Verein LAZ Zweibrücken zurückkehren. „Nach der Bestleistung in der Qualifikation sich neu aufzubauen und dann noch mal 62,98 Meter zu werfen, ist schon stark hier in diesem Feld“, beurteilte Vater und Trainer Udo Hussong mit großer Achtung die Leistung seiner Tochter.

Jeden Versuch filmte Hussong von der Tribüne aus. Neben ihm saß die Bundestrainerin, dann Christins Mama Gabi, die sich dieses Mal auf die Athletentribüne „geschlichen“ hatte. „Ich fand’s toll, wie sie sich geschlagen hat“, lobte sie die Tochter, der sie vor der U23-EM einen Talisman geschenkt hatte, der ihr in Tallinn Glück brachte und den sie auch gestern trug: ein silbernes vierblättriges Kleeblatt.

Christin Hussong fand etwas schwer in den Wettkampf und wusste nach 59,98 Metern im zweiten Versuch, dass sie noch zulegen muss, um unter die besten Acht zu kommen und um drei weitere Versuche zu haben. Mit 62,94 Metern gelang ihr das, im vierten legte sie 62,98 Meter nach. „Das ist der viertbeste Versuch meiner Karriere“, rechnete Christin Hussong vor. „Ich war in der Qualifikation sehr viel aufgeregter, heute ging’s echt gut, aber die Bedingungen und das Niveau insgesamt waren heute etwas schlechter.“ Das größte Lob hatte Bundestrainerin Maria Ritschel für die 21-Jährige. „Christin ist die Jüngste, sie hat in diesem Jahr schon einen super Wettkampf gemacht mit dem U23-Titel, und ich weiß, wie schwer es ist, sich da noch mal aufzubauen. Aber es ist ihr gelungen, sie hat einen ganz tollen Wettkampf abgeliefert, und ich denke, in ein, zwei Jahre werden wir noch mehr Freude an ihr haben.“ Die altgediente Bundestrainerin hat einen großen Anteil an Hussongs Erfolg. „Durch sie bin ich da, wo ich jetzt stehe, und natürlich durch meinen Papa, der ja mit mir angefangen hat. Wir haben viel von ihr gelernt.“

Udo und Gabi Hussong waren auf der Tribüne konzentriert und angespannt, blieben aber ganz ruhig. „Sie war richtig gut beieinander hier, sie kam mit einer guten Verfassung aus dem Vorbereitungslager in Jeju und hat gezeigt, was sie kann. Jetzt hat sie sich einen Urlaub verdient.“ Den wird sie mit den Eltern in Italien verbringen. Von Peking gesehen hat sie nichts, eben wegen des Finals. Ihre Eltern aber auch nicht mehr. „Gestern und heute zählte nur Christin“, meinte die stolze Mama.

Korrektur

Die 65,92 Meter aus der Qualifikation am Freitag waren, wie der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) korrigierte, kein U 23Europarekord, sondern „nur“ eine Verbesserung der von Christin Hussong seit der U23-EM im Juli in Tallinn selbst gehaltenen deutschen U23-Bestleistung. Der Kontinentalrekord steht seit 2008, erzielt durch die Russin Mariya Abakumova, bei 70,78 Meter. Der DLV hatte am Freitag einen neuen Rekord vermeldet, die RHEINPFALZ die Angabe übernommen. Wir bitten um Entschuldigung. (red)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)