Ludwigshafen. Die Leichtathletikhalle am Südwest-Stadion hatte sich am frühen Abend schon ziemlich geleert, als der Bottenbacher Nicolas Dietz, der in diesem Jahr 19 wird, den Klose-Salto gekonnt turnte. 5,02 Meter hatte der Stabhochspringer blitzsauber überflogen, wahrlich keine Alltagshöhe in dieser Altersklasse. Seine beiden Teamkollegen Fahad Sadig (4,70) und Nico Fremgen (4,60) vom LAZ Zweibrücken stimmten in den Jubelschrei mit ein, der Trainer des Trios, Bernhard Brenner, gratulierte artig. Er war gerade von Dietz um einen Zentimeter übertroffen worden, kann damit aber ganz gut leben.

Dietz zitterte fast vor Aufregung – und vor Freude. Er wusste von vielen Trainingssprüngen, dass er diese Höhe drauf hatte, aber er hatte noch nie seinen Anlauf so mutig durchgezogen. Jetzt träumt er von der Teilnahme an der U20-EM in Eskilstuna. „Sie ist ganz klar mein großes Saisonziel, nach dem Abitur habe ich dafür auch meinen Kopf frei.“ Ab dem übernächsten Mittwoch schreibt er seine Klausuren in Chemie, Mathematik und Erdkunde am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium. Nico Fremgen würde am liebsten mit in den EM-Flieger nach Schweden steigen. Der ein Jahr jüngere Petersberger setzt auf den Zehnkampf, gestern schaffte er neben dem Stabhochsprung auch bei seinen Siegen über 60 Meter (7,25 Sekunden), 60-m-Hürden (8,65) und im Kugelstoßen (13,21 Meter) Bestleistungen.

Was wie ein Vereinsduell im Trikot des ABC Ludwigshafen aussah, war kein echtes: Patrick Berlejung war über 800 Meter nur der Tempomacher für ABC-Neuzugang Jan Steinmüller, der vom LC Haßloch in die Trainingsgruppe von Fritz Seilnacht stieß, und machte Steinmüller in der Zielkurve den Weg frei, der aber verpasste in 2:00,19 Minuten um eine Sekunde die Qualifikation für die Jugend-DM in Neubrandenburg, die Berlejung über 1500 Meter schon in der Tasche hat.

An der Jugend-DM nimmt neben Berlejung und den drei LAZ-„Stabis“ auch Sandra Wagner teil. Die 18-Jährige, die vom TB Oppau zum ABC und zu Trainer Juri Tscherer kam, startete fulminant in die Saison: In 7,79 Sekunden (Vorlauf 7,75) gewann sie über 60 Meter und dann in 25,89 Sekunden auch über 200 Meter. Tscherer nannte diesen Lauf einen „Harakirilauf“. „Zu schnell angegangen, und hinten raus komplett zugemacht“, beschrieb er diese Hallenrunde, auf der Wagner noch schneller kann. Doppelsiegerin wurde auch Jasmin Mattus (LAC Frankenthal) in 9,18 Sekunden über die Hürden und mit 5,44 Meter im Weitsprung. „In ihr steckt noch viel mehr“, versicherte Andrea Rehmann, die mit der 17-jährigen Hürdentechnik trainiert, und die unter ihrem Mädchennamen Schlüter mehrfach an deutschen Meisterschaften teilnahm und im gleichen Alter 8,56 Sekunden lief.

U20-WM-Teilnehmerin Leonie Reuter (TV Rheinzabern) gewann den Hochsprung mit 1,75 Meter. Auch sie startet bei der DM. „Mein Anlauf ist länger geworden, ich habe mich noch nicht sicher umgestellt“, sagte sie. Überragend in den Schülerklassen: Jana Gröne (W15, TG Oggersheim) mit vier Titelgewinnen (60 m, 60 m Hürden, Hoch und Weit) sowie Angela Förster (W14, TV Wörth) mit 4,99 m im Weit- und 1,63 m im Hochsprung.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
16.–19.07.2015 U20-Europameisterschaften 2015 Eskilstuna (Schweden)
10.01.2015 Pfalz-Hallenmeisterschaften 2015 (U16, U20) Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)