Ein heißes LAZ-Eisen im Feuer um die Olympia-Startplätze ist bei der DM in Kassel Speerwerferin Christin Hussong. Die EM- und Olympia-Norm (60,00/62,00 m) hat die 22jährige Herschbergerin mit 62,57 Meter gleich zum Start der Freiluftsaison an Pfingsten in Rehlingen abgehakt.„Die Norm hab’ ich schon, insofern ist die Weite in Kassel ein bisschen irrelevant“, sagt die Sportstudentin, die im Sommer wegen der anstehenden sportlichen Großereignisse ein Urlaubssemester genommen hat.„Bei mir ist alles gut. Toi,toi, toi“, sagt sie über ihren Leistungsstand – mit Blick auf angeschlagene oder verletzte Vereinskollegen wie Raphael Holzdeppe und Daniel Clemens.

Seit dem Diamond-League-Meeting in Rom vor zweieinhalb Wochen hatte sie keinen Wettkampf mehr. „Die letzte Woche war nochmal richtig anstrengend im Training, diese Woche war es ruhiger. Alles ist auf Sonntag ausgerichtet.“ Ihr Ziel: „Ich will unter die ersten Drei, damit es für die EM in Amsterdam reicht“. Aufs Wetter schaut sie dabei im Vorfeld nur bedingt: „Der Wetter-App traue ich sowieso nie ganz.“

LAZ-Sprinterin Sina Mayer, die über 100 und 200 Meter starten will, plagt sich seit Wochen mit Problemen im rechten Mittelfuß, muss Schmerzmittel nehmen und auf die Zähnebeißen.„Ein Ermüdungsbruch ist es laut Orthopäde wohl nicht, ich kann laufen am Wochenende.“ Zur Sicherheit ließ sie gestern aber doch noch eine MRT-Untersuchung machen. „Für die DM muss ich mich noch mal zusammenreißen“, sagt sie. Geregeltes Training war zuletzt kaum möglich, so die 21-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg. „Ich bin froh,dass ich trotzdem konstant Zeiten um 11,50 Sekunden laufen konnte.“Das gebe ihr Hoffnung,kommende Saison – dann wieder gesund – noch schneller laufen zu können.

Am Samstag will die Studentin des dualen Studiengangs Gesundheitsmanagement, die den praktischen Teil bei ihrem Verein LAZ Zweibrücken leistet,im Vorlauf über 100 Meter das Ticket fürs Finale am Nachmittag ziehen, „dazu werde ich bestimmt Bestzeit laufen müssen“. Die liegt bei 11,47 Sekunden, für diese Saison stehen bisher 11,51 Sekunden zu Buche. Ob sie die 200 Meter tags darauf angeht, weiß sie noch nicht: „Kurvenlaufen bei 200 Metern geht mit dem wehen Fuß nicht so gut.“

„Sie soll einfach Spaß haben und sich freuen, noch mal bei einer DM dabei zu sein“, sagt Andrei Tivontchik, Bundestrainer der Stabhochspringerinnen, zum Start seines Schützlings Kristina Gadschiew in Kassel. Die 30-jährige befindet sich in dieser Saison auf ihrer Karriere Abschiedstournee. Ihren letzten Wettkampf soll sie in Jockgrim springen. „Der Verein hat eine Ausnahme für die Startgenehmigung beantragt, weil sie die DM-Norm noch nicht gesprungen war“, so Tivontchik weiter. Grundsätzlich gebe es in den technischen Disziplinen zwölf Startplätze, die nach der Bestenliste aufgefüllt würden. Die letzte Entscheidung habe der DLV-Sportdirektor. Für Anna Felzmann habe es ganz knapp nicht gereicht. Ihr Freund Daniel Clemens fällt nach dem Riss zweier Außenbänder am rechten Fuß vor einer Woche im Training ebenfalls aus.

DM-ZEITPLAN

— Samstag: 11.55 Uhr 100 Meter Frauen Vorlauf, 14.40 Uhr Stabhochsprung Frauen, 14.45 Uhr 100 Meter Frauen Finale

— Sonntag: 14.45 Uhr 200 Meter Frauen Vorlauf, 15.25 Uhr Stabhochsprung Männer, 16.35 Uhr Speerwurf Frauen, 17.20 Uhr 200 Meter Frauen Finale.