Zweibrücken gegen Norddeutschland, so lässt sich die Hallenstürmer-Konkurrenz gestern bei der Jugend und im B-Feld vereinfachen. Im BFeld setzte sich der aus Bremen stammende und für Leverkusen startenden Maximilian Knief mit übersprungenen 5,10 Metern klar gegen die LAZ-Springer Nico Fremgen (4,65 m) und Lars Voigt (4,35 m) durch. Bei der Jugend kam die Konkurrenz aus dem Oldenburger Land in Niedersachsen, am höchsten in der U-Klasse sprang aber der 14-jährige Tristan Mayer aus Knopp.

Für Aufsehen und eine neue persönliche Bestleistung sorgte gestern Mittag Heiner Möller. Der 47-Jährige startete im Feld der jungen Hüpfer, weil er selbst ein noch recht unerfahrener Stabhochspringer ist. „Ich springe erst seit November“, erklärte er auf Nachfrage. Sein Heimatverein TSG Hatten Sandkrug habe erst jetzt bei seinem Hallenneubau einen Einstichkasten eingebaut, erst dadurch sei es möglich geworden, Stabhochsprung zu trainieren, berichtete Möller. Den freiberuflichen Trainer habe „der sportliche Ehrgeiz gepackt“, wie Zur Sache: Junge Hüpfer und reife Anfänger er erzählte. „Und so gibt es jetzt ein paar Sachen, die ich den Jugendlichen vormachen kann“, sagte der frühere Mehrkämpfer. Es wirkte noch etwas unorthodox, wie er die 2,90 Meter hohe Latte überwand, dafür freute er sich riesig über die Bestleistung – und die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft der Senioren. „Noch hängen wir mit der Technik ein bisschen zurück, da können wir längst nicht mithalten“, bemerkte er. Bei einmal zwei Stunden Training die Woche liegt aber auch ein langer Weg vor den Athleten der TSG.

Technisch sah das, was einige Jungs und Mädels des LAZ Zweibrücken drauf haben, dagegen schon richtig gut aus. Darüber freute sich LAZ-Trainer Bernhard Brenner. „Die entwickeln gerade ein Gefühl für die Technik. Man sieht, dass das alles noch Kinder sind, aber wenn sie sich jetzt mit der Technik vertraut machen, dann kommen mit anderen Stäben auch andere Höhen“, sagte er. Am höchsten sprang gestern Tristan Mayer. Der 14-Jährige entstammt einer Familie von Pferdezüchtern und Reitern, spielt Fußball bei den C-Junioren der SG Rieschweiler und reitet natürlich. Er ist sogar für die Goldene Schärpe, einen W ettkampf für Nachwuchsreiter, nominiert. Fünfmal pro Woche kutscht ihn Mama Stephanie zum Training. „Ich war am Hofenfels in der Leichtathletik-AG bei Henning Günther. Als der aufhörte, bin ich zu Bernhard Brenner gewechselt“, erzählte Mayer.

Mit 3,20 Metern hat er gestern seine Bestleistung bestätigt. Vor einem Jahr ist er noch 80 Zentimeter weniger gesprungen. Mayer musste auf die Zähne beißen, konnte abseits des Anlaufstegs nur noch humpeln. Und dennoch lief er immer wieder an. „W eil man weitermachen will“, sagte er. Die neue Bestleistung von 3,30 Meter wäre er gerne noch gesprungen, einer seiner drei Versuche scheiterte ganz knapp. Das Springen der Elite am Abend zuvor hatte ihn beeindruckt. „Mama, das will ich mal machen“, gab Stephanie Mayer die W orte ihres Sohnes wieder, als er Holzdeppe, Lisek und Co. springen sah.

Der zwölfjährige Julian Schunck wäre gestern auch gerne neue persönliche Bestleistung gesprungen, dazu hätte er 3,30 Meter überwinden müssen. Bei 2,90 war aber bereits Schluss. „3,20 Meter bin ich schon gesprungen“, sagte Schunck; auch er ist über die Leichtathletik-AG des Hofenfels-Gymnasiums zum LAZ gekommen. Seit Januar 2016 springt er, vor einem Jahr lag seine Bestmarke noch bei 1,70 Metern.

Gerne höher als 4,65 Meter wäre der Petersberger Nico Fremgen gesprungen. „Ich hatte mir am Montag die Ferse verstaucht, da hat etwas die Tiefe gefehlt am Sprung“, analysierte er. Da er derzeit eh nur aus verkürztem Anlauf mit acht Schritten startet, „war es für mich ein Training unter W ettkampfbedingungen“, erklärte Fremgen. „Ich bin zuversichtlich, dass die Freiluftsaison besser wird“, bemerkte er und verband es mit der Hoffnung, über einen längeren Zeitraum mal wieder verletzungsfrei zu bleiben. Fremgen hat schweren Herzens das Footballspielen bei den Saarland Hurricanes aufgegeben, um sich wieder ganz auf die Leichtathletik zu konzentrieren. Nach dem Abitur wartet er auf die Aufnahme bei der Bundeswehr.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.–26.02.2017 Hallenstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)