Gegen Ende des ersten Wettkampftages beim Hallenstürmer-Cup schnaufte Bernhard Brenner, Vorsitzender des LAZ Zweibrücken, am Samstag hörbar durch: „Das sieht heute hier zwar alles entspannt aus, ist aber eigentlich mehr Arbeit als am Sonntag.“ Denn schon seit 10 Uhr morgens waren rund 40 jugendliche Stabhochspringer in den diversen Altersklassen an den Start gegangen, kurz nach 16 Uhr sprang das B-Feld der Frauen, gegen 17.30 Uhr griffen noch die Männer im B-Feld zu den Stäben. Und Brenner hatte die ganze Zeit übers Mikro kommentiert, angefeuert – und anschließend noch die Sieger geehrt. Tage zuvor hatte er mit seinem Stellvertreter Alexander Vieweg auch noch höchstselbst unterm Hallendach alte Leuchtstoffröhren gegen neue, hellere ausgetauscht.

Die Stabhochsprung-Familie war am Samstag zusammen, der Nachwuchs kam gerne und zahlreich. Wann hat mal schon mal Gelegenheit, wie in der Dieter-Kruber-Halle, direkt auf die Olympischen Ringe (an der Wand) zuzuspringen? Bundestrainer Andrei Tivontchik war auch schon da, „ich will einige meiner Athletinnen filmen“. Alles kein Problem heutzutage: Mit Tablets und Handy ist die Videoanalyse nach jedem Sprungversuch ein Klacks. Handwerklich betätigte sich Tivontchik ebenfalls: Zwischendurch zückte er einen Schraubenschlüssel und legte selbst Hand an am vereinseigenen Anlaufsteg. In der Altersklasse der U18-Jungs durfte LAZ-Chef Bernhard Brenner einen Heimerfolg vermelden: LAZ-Springer Lars Voigt schaffte mit übersprungenen 4,43 Meter eine neue Bestleistung. In der U20-Klasse gewann Vicent Hobbie (LG Region Karlsruhe) mit 4,83 Metern.

Eine, die mittlerweile im Frauenbereich mitspringt, ist Anne Pfeiffer. Die 19-jährige Zweibrückerin hatte am Samstag noch frei, schaute sich die Wettkämpfe an. „Morgen bin ich zum Essen- und Getränke-Service an den Tischen eingeteilt“ – eine von zahlreichen Helferinnen des LAZ Zweibrücken rund ums Meeting. Pfeiffer gab unlängst bei den Pfalzmeisterschaften ihr Debüt bei den Frauen. „Ganz ohne Training und aus kurzem Anlauf waren 2,90 Meter gar nicht schlecht“, meinte sie lachend. „Das war alles ganz entspannt. Ich hab’ nix erwartet, beim Springen hatte ich so viel Spaß wie noch nie.“ Die ausgebildete Skilehrerin kam gerade zurück aus dem Schnee, wo sie Schülern des Helmholtz-Gymnasiums das Skifahren näherbrachte. Mitte Februar steht für Anne Pfeiffer mit der Integrierten Gesamtschule in Contwig, wo sie gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet, eine weitere Skifahrt an. Daneben wartet sie auf eine Zusage für einen Studienplatz Grundschulpädagogik.

Als am Spätnachmittag am Samstag Frauen und Männer im B-Feld sprangen, stellen sich weitere Zaungäste ein: Silke Spiegelburg schaute vorbei, lief und dehnte sich und grüßte alte Leverkusener Bekannte. Raphael Holzdeppe ließ sich ebenso blicken wie Kristina Gadschiew. Die war eigentlich für sonntags gemeldet, sagte aber ab. „Keine Form, das Sprungsystem ist total durcheinander“, gab die Hornbacherin zu. Sie habe die Wintersaison abgesagt und wolle für den Sommer wieder aufbauen, meinte die 31-Jährige, die derzeit an der IGS Contwig AG-Stunden und Nachhilfe gibt.

Die Frauen und Männer legten dann die Messlatte für sonntags schon hoch: Siegerin Anjuli Knäsche und Annika Roloff übersprangen 4,43 Meter, scheiterten an 4,53 Metern nur knapp. Männer-Sieger Jérôme Clavier kam wie sein französischer Kollege Baptiste Boirie und der Sindelfinger Florian Gaul (gecoacht von Tivontchik) auf 5,53 – und auch da waren die Versuche über 5,63 Meter durchaus vielversprechend.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
30.–31.01.2016 Hallenstürmer-Cup 2016 Zweibrücken (Deutschland)