Bevor Raphael Holzdeppe wieder die Schulbank drückte, empfingen ihn die Mitschüler in der Westpfalzhalle

Für Stabhochspringer und Olympionike Raphael Holzdeppe hieß es gestern: Zurück in die Schule. Doch vor dem Unterricht wartete eine überraschend große Empfangsveranstaltung auf ihn.

Zweibrücken. Die Ränge des Westpfalzstadions waren gestern vollbesetzt. Alle Schüler des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums hatten sich in der Sporthalle versammelt. Der Grund für diesen Auflauf: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe kam nach seiner Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking zurück zum Unterricht. „Wir haben uns gedacht, was die Chinesen in Peking können, das können wir hier auch leisten“, freute sich Schulleiter Hans-Peter Philipp über die Begrüßungsveranstaltung. Schüler aus mehreren Klassen bildeten mit bunten T-Shirts begleitet die Olympischen Ringe nach, während auf der Tribüne noch schnell die Theaterschminke von der Fußball-WM wieder ausgepackt wurde. Wie auf Kommando stürmten Holzdeppes Mitschüler von ihren Sitzplätzen zum Geländer, schwenkten Deutschland-Fahnen und begrüßten den Sportler mit tosendem Applaus und Party-Tröten, als dieser im Rhythmus von „Eye of the Tiger“ in die Halle einmarschierte. Die Schüler der Sport-Leistungskurse bildeten dabei einen Gang, den der Sportler passierte. „Im Moment fühl’ ich mich klasse. Ich konnte ja ahnen, dass ihr etwas vorbereitet habt, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas großes ist“, freute sich Raphael Holzdeppe über den Empfang. „In der Antike hatten Olympioniken, die besondere Leistungen erbracht haben das Recht auf Verpflegung in ihrer Heimatstadt für den Rest ihres Lebens“, erklärte Schulleiter Philipp und überreichte dem überraschten Sportler kistenweise Gummibärchen, die für den Rest seiner Schulzeit als „Grundverpflegung“ dienen sollen. „Du hast den achten Platz bei Olympia 2008 belegt. In China steht die Acht für Erfolg, Reichtum, Glück und Wohlstand. Mehr können wir uns für Dich nicht wünschen“, erklärte Holzdeppes Sportlehrerin Ulrike Rohnert und überreichte ihm voller Stolz eine Medaille, die der Kurs gebastelt hat. Die größte Überraschung für Holzdeppe war eine Präsentation, die seine Mitschüler auf einer großen Videoleinwand zeigten. „Dieses Jahr war es Platz acht. In London wird es Gold“, kurze Botschaften und Glückwünsche, begleitet von Fotos seiner Mitschüler rührten den Stabhochspringer, der wie gebannt vor der Leinwand saß. Aber auch ein Mitschnitt seiner Sprünge in Peking wurde noch einmal präsentiert. Um zu verdeutlichen wie knapp diese am Olympischen Gold vorbeigingen, stand inmitten der Sporthalle eine Eisenstange mit Markierungen die zeigen sollten, wie hoch Holzdeppe gesprungen ist, und wie klein die Distanz zum Siegersprung war. Aber die Bewunderung seitens der Helmholtz-Schüler kam auch nach der Veranstaltung noch zur Geltung. So fiel es Holzdeppe schwer, aus der Halle wieder in den Klassensaal zu kommen. Neben Glückwünschen und Willkommensgrüßen, die er dankend annahm, mussten auch Autogramme für ganze Klassen geschrieben werden, und auch die Hausmeister überreichten ihm ein Geschenk: Eine Medaille als Ansporn für die Spiele 2012.

In der Sporthalle überraschten die Helmholtz-Schüler Raphael Holzdeppe mit einer Video-Präsentation und jeder Menge Aktionen. Die ganze Schule zeigte, wie stolz sie auf ihren derzeit prominentesten Mitschüler ist.
In der Sporthalle überraschten die Helmholtz-Schüler Raphael Holzdeppe mit einer Video-Präsentation und jeder Menge Aktionen. Die ganze Schule zeigte, wie stolz sie auf ihren derzeit prominentesten Mitschüler ist. Foto: Janina Schlicht

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–24.08.2008 Olympische Sommerspiele 2008 Peking (China)