Die Stadt Zweibrücken hat ihren Ruf als Sportstadt und Handball-Hochburg unterstrichen. Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Der SV 64 hat die VTZ Saarpfalz in der Dritten Liga abgelöst. Den 64ern, denen das Double im Saarlandpokal bei den Herren und Damen gelungen ist, haben die TSG Haßloch am letzten Spieltag abgefangen und sind zum zweiten Mal in die Dritte Liga aufgestiegen. Zu den Erfolgsgaranten zählt Trainer Stefan Bullacher, der beim Verein bereits im 20. Jahr tätig ist. Mit einem Mittelfeldplatz in der Gruppe West ist der Aufsteiger sehr zufrieden. Im Schlepptau der Ersten hat die A-Jugend den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Komplettiert wurde die Erfolgsserie durch eine Reihe von Saarlandmeisterschaften im Nachwuchsbereich, der Vizemeisterschaft der Damen in der Oberliga und dem Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Saarlandliga. Höhepunkt des 50-jährigen Bestehens der 64er war das Benefizspiel der All-Stars in der Westpfalzhalle um die Weltmeister Christian Schwarzer, Markus Baur und Stefan Kretzschmar. Nicht überraschend kam die 22:33-Niederlage des Drittligisten in der ersten Runde des DHB-Pokals gegen Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten, wohin Tim Burkholder gewechselt ist. Die kontinuierliche Nachwuchsarbeit beim SV 64 dokumentieren Jerome Müller und Björn Zintel, die mit der U18-Nationalmannschaft Siebter bei der EM wurden. Auch Robin Egelhof ist in die Auswahl von Bundestrainer Christian Schwarzer aus Niederwürzbach gerückt. Bereits nach einer Saison musste Aufsteiger VTZ Saarpfalz wieder aus der Dritten Liga Süd. Die Zweibrücker konnten trotz einer Leistungssteigerung in der Rückrunde unter dem neuen Trainer Mirko Schwarz den Abstieg nicht verhindern. Nach verheißungsvollen Ansätzen fehlte der Mannschaft oft die Konstanz über 60 Minuten. Nun nimmt das Team um Kapitän Philip Wiese, das als Vierter auf Schlagdistanz zu Tabellenführer Haßloch liegt, einen neuen Anlauf in der RPS-Oberliga. Die Verdienste des 29-Jährigen sind als „VTZ-Sportler des Jahres“ gewürdigt worden. Seinen größten Erfolg hat Andreas Nickenig gefeiert. Der 46-jährige Läufer gewann über 3x8000 Meter (14ter in der Wertung mit 28:44 min) Ende März bei der Senioren-Hallen-WM den Titel in der Cross-Mannschaftswertung in Budapest. Ihre Vielseitigkeit bewies Amelie Kiehm (W14) mit dem Titel im Jahn-Sechs-Kampf (Turnen/Schwimmen/Leichtathletik) bei den Deutschen Meisterschaften.

Erfolgreich hat das junge Führungsteam des LAZ Zweibrücken um Bernhard Brenner und Alexander Vieweg den Hallenstürmer-Cup der Stabhochspringer in der Westpfalzhalle gemeistert. Allerdings musste der Weltmeister von Moskau 2013, Raphael Holzdeppe, wegen einer Rückenverletzung passen. Medaille. Aufgrund des Trainingsrückstandes und Formschwäche beendete der rheinland-pfälzische Sportler des Jahres 2013 die Saison im Juli und verpasste die EM in Zürich. Für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit spricht, dass sich die Stabhochspringer Fahad Sadig (U18) und Lea Faltermann (U16) die Deutsche Meisterschaft sicherten. Dank ihrer Bestleistung von 11,70 Sekunden bei der Junioren-Gala in Mannheim wurde die 19-jährige Sprinterin Sina Mayer für die 4x100-Meter-Staffel bei der U20-WM im amerikanischen Eugene als Startläuferin nominiert.

Ihr Talent unterstrich erstmals bei den Damen die LAZ-Speerwerferin Christin Hussong bei der EM in der Schweiz. Nachdem sie ihre Bestleistung um über drei Meter auf 63,64 Meter gesteigert hatte, überzeugte die 20-jährige U23-Meisterin und Dritte der DM mit dem Einzug ins Finale sowie dem siebten Platz unter Trainer und Vater Udo Hussong. Neben Hussong gehören Holzdeppe, der im September nach zwei Jahren in München zu seinem Heimtrainer Andrei Tivontchik zurückgekehrt ist, sowie die Stabhochspringer Daniel Clemens (Bronze bei DM) und Kristina Gadschiew zu den Spitzenathleten des Bundesleistungszentrums. Dabei nimmt die 30-jährige Hornbacherin nach ihrem Achillessehnenriss im Juni einen neuen Anlauf. Verlassen hat das LAZ der U20-Weltmeister von 2010 und U23-Europameister 2011, Till Wöschler. Der Speerwerfer und Student an der Sporthochschule in Köln hat sich Bayer Leverkusen angeschlossen und versucht, nach zahlreichen Verletzungen wieder an seine Bestleistung von 84,38 Metern anzuknüpfen. Ein großer Erfolg war für das LAZ die dritte Auflage des Himmelstürmer-Cups mit nationalen und internationalen Startern auf dem Herzogplatz, wenngleich das Wetter nicht mitspielte und damit die Leistungen erheblich beeinträchtigte.

Das Aushängeschild bei den Wassersportfreunden Zweibrücken ist erneut Marlene Hüther. Die 16-jährige Dietrichingerin hat unter dem saarländischen Landestrainer Ralf Steffen national mit zwei Silber- und drei Bronzemedaillen bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften ihre Vielseitigkeit über die Brust-, Lagen- und Freistildistanzen unterstrichen. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich so schnell sein würde“, freute sich Hüther, nachdem sie bereits eine Woche zuvor in Amsterdam ihre Bestzeiten nach oben geschraubt hatte. In 14 Starts an vier Tagen hat der Schützling von Steffen jedes Mal eine Topleistung abgeliefert. „Das ist genau das, was wir seit Jahren erarbeitet haben: Eine breite Basis, mit der es Marlene schafft, über mehrere Rennen, über Tage hinweg Leistung zu bringen.“ Der Lohn war die Nominierung von Bundestrainer Henning Lambertz für die Kurzbahn-WM in Doha, bei der Hüther sowohl über 200 Meter Freistil im Einzel als auch den 4x100- und 200-Meter-Staffeln zum Einsatz kam. Ihre Weiterentwicklung hatte die Schülerin des Rotenbühl-Gymnasiums Saarbrücken, die dem Perspektivteam 2016 für Rio angehört, bereits bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften mit vier Titeln und dem Start bei der Junioren-EM angedeutet. Ihr Stehvermögen bewiesen auch die Freiwasserspezialisten Felix und Moritz Bartels (2. bei der Jahrgangs-DM über 1500 Meter Freistil), deren Vater neuer Präsident des Saarländischen Schwimmverbandes ist. Bei der DM in Hamburg verteidigten sie ihre Titel über 2,5 (Moritz) und zehn Kilometer. Verdienter Lohn war die Quali der Bartels-Brüder für die Junioren-EM in Zagreb, wo sie als 14ter und 16ter anschlugen. Felix wurde zudem bei der Junioren-WM in Ungarn Elfter über 7,5 Kilometer. Ein Wunsch ging für den Wsf-Triathleten Oliver Spurzem in Erfüllung. Beim Ironman in Frankfurt qualifizierte er sich für die WM auf Hawaii und kam dort nach 10:07 Stunden ins Ziel.

Für Schlagzeilen sorgte auch die Kämpferin des 1. Judoclubs Zweibrücken, Jasmin Külbs. Die deutsche Vizemeisterin im Schwergewicht (+ 78 kg), die vom JCZ-Vorsitzenden Stephan Hahn trainiert wird, gewann bei der EM in Montpellier als Dritte ihre erste internationale Medaille. Ihre Extra-Klasse hatte sie mit Platzierungen auf dem Treppchen bei Grand-Prix- und Grandslam-Turnieren unterstrichen. Nur knapp an einer Medaille schrammte die 22-jährige Böhl-Iggelheimerin, die der Förderkompanie der Bundeswehr in Köln unter Bundestrainer Michael Bazynski angehört, bei der WM im russischen Tscheljabinsk im Einzel als Fünfte vorbei. Mit der Mannschaft gelang ihr der Gewinn der Bronzemedaille. Zu diesem Zeitpunkt war die Kämpferin, die sich unter die ersten Zehn in der Weltrangliste verbesserte, bereits durch eine schwere Schulterverletzung gehandicapt, die eine OP nach der WM erforderlich machte. Ziel von Külbs ist die Olympiade 2016 in Rio de Janeiro.

Eine Renaissance erlebt das Eishockey in Zweibrücken. Der EHCZ, der seit der vergangenen Saison von dem ehemaligen Spieler der Zweiten Bundesliga, Richard Drewniak, trainiert wird, liegt hinter Spitzenreiter EHC Heilbronn auf dem zweiten Platz in der Regionalliga Südwest. Der Trainer der Hornets hat es verstanden, mit kleinem Geld eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, die mit dem mittelfristigen Aufstieg in die Oberliga liebäugelt. Zumindest die Kulisse in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena ist mit teils über 1000 Zuschauern schon oberligareif.

Seinem Namen als Stadt der Rosse ist Zweibrücken erneut gerecht geworden. Je über 4000 Zuschauer lockten die Renntage des Pfälzischen Rennvereins im April und Juni auf der Rennwiese an. Im Frühjahr wurde am Totalisator die Rekordsumme von knapp 112 000 Euro dank der bundesweiten Ausstrahlung übers Internet erzielt. Eine Pause legte dagegen der Motorsportclub Zweibrücken ein und hatte frühzeitig das internationale Grasbahnrennen abgesagt, da die Zahl der freiwilligen Helfer bröckelt.

Felix Drumm vom Radsportclub Zweibrücken und BWL-Student an der Fachhochschule Kaiserslautern fährt seine erste Profisaison im MLP-Team Bergstraße. Der Deutsche U23-Meister und Deutschland-Cup-Gewinner kommt wieder langsam in Form, nachdem ihn eine hartnäckige Knieverletzung zu einer mehrwöchigen Pause gezwungen hatte. Der Schützling von Andreas Walzer, Rad-Olympiasieger 1992 in Barcelona, verfügt über das notwendige Stehvermögen, obwohl dem 20-jährige Mörsbacher bei der EM im November im Focus CX Elite-Team in Lorsch mit Platz 22 nicht der angestrebte Platz unter den ersten 15 gelang.

Die Trofeo Karlsberg hat in ihrer 27. Auflage ihren ersten Dopingskandal beim bedeutendsten internationalen Juniorenrennen in Deutschland. Der 18-jährige Sieger der erstmals dreitägigen Veranstaltung, Kristjan Kumar aus Slowenien, ist nach Veröffentlichungen des Internationalen Radsportverbandes (UCI) der Doping-Einnahme nach der A-Probe bezichtigt worden. Jedoch wurde der Rennveranstalter, die Gemeinde Gersheim, darüber nicht offiziell informiert, wie Cheforganisator Wolfgang Degott erklärte. Die Trofeo dient vielen Nachwuchsfahrern als Sprungbrett zu den Profis.

Dieser Sprung zu den Profis ist Boxer Senad Gashi gelungen. Der Zweibrücker aus dem Boxstall DOG Event ist im Schwergewicht unter seinem Trainer Sergej Ostrowski weiterhin unbesiegt. Er hat seine bisherigen fünf Kämpfe, darunter Ende November in Frankfurt gegen den Kickbox-Weltmeister Aldin Avdic aus Slowenien, alle nach K.o. gewonnen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
12.–17.08.2014 Europameisterschaften 2014 Zürich (Schweiz)