Das Zweibrücker Westpfalzstadion bedarf einer Grundsanierung. Das ist nicht erst seit dieser Saison bekannt. Allerdings hat der Aufstieg des SV Niederauerbach die Situation zugespitzt, wurden die Mängel mehr als einmal verdeutlicht. Dabei will ich keineswegs das Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken herausgreifen. Das wird ein Ausnahmefall bleiben.

Ganz gleich, in welchem Zustand sich das Stadion befunden hätte. Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen in und um das Stadion wären die gleichen geblieben. Doch dieses Spiel wird eine Eintagsfliege bleiben. War es doch das einzige Heimspiel des SV Niederauerbach, das aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen in die „Stufe Rot“ eingeordnet worden war. Allerdings waren im vergangenen Jahr die Sicherheitsbeauftragten des Fußball-Regionalverbandes der Auffassung, dass dieses Spiel im Westpfalzstadion ausgetragen werden kann.

Dabei wurde aber zweifellos nur an das Umfeld, aber nicht an den Zustand des Hart- und Rasenplatzes gedacht. Dass hier Sanierungsbedarf besteht, haben die zahlreichen Spielausfälle in der Oberliga nach der Winterpause gezeigt. Der Rasen war entweder wegen der anhaltenden Frostperiode oder der übermäßigen Regenfälle von der Stadt gesperrt worden, um gravierende Schäden abzuwenden. Das trieb nicht nur dem Spielleiter der Oberliga, Hans-Bernd Hemmler, die Zornesröte ins Gesicht. Wurde nicht nur sein Spielplan, sondern auch die Vorbereitung von SVN-Trainer Peter Rubeck ein ums andere Mal über den Haufen geworfen. Denn lediglich gegen Bad Breisig konnte der beim Fußball-Verband vom SVN, mit seinem Vorsitzenden Richard Denger an der Spitze, gemeldete Kunstrasenplatz des SV Ixheim als Ausweichplatz genutzt werden. Werden doch, im Gegensatz zu den übrigen Amateurklassen, gewisse Sicherheitsstandards auch beim Ausweichplatz zugrunde gelegt.

Unter den Spielausfällen litt auch die Außendarstellung des Vereins und insbesondere der Stadt als Eigentümer des Stadions. Zumal der SV Niederauerbach in seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung nach Ende der Runde Zweibrücken mit in den Vereinsnamen aufnehmen will. Ist doch der SVN derzeit das Aushängeschild im Zweibrücker Fußball. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss im Westpfalzstadion etwas geschehen.

Das hat auch die kommunale Politik erkannt. Auf Antrag der Fraktionen im Zweibrücker Stadtrat wurde das Westpfalzstadion in den Maßnahmenkatalog des von der Bundesregierung geförderten Konjunkturprogramms II aufgenommen. Dass hier nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt werden soll, lässt sich unschwer an der veranschlagten Summe von 3,3 Millionen Euro erahnen.

Um diesem Antrag noch Nachdruck zu verleihen, wurde neben dem Fußball-Oberligisten auch noch das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken mit ins Boot genommen. Sollten doch die Sanierungsmaßnahmen zwei Vereinen zugute kommen, dem SVN und dem LAZ als Bundesleistungszentrum, die als Botschafter Zweibrückens gelten. „Das Eisen gilt es zu schmieden, wenn es heiß ist“, lautet ein Sprichwort.

Unstrittig ist, dass das Westpfalzstadion einen Kunstrasenplatz und auch eine Flutlichtanlage braucht, damit die Spielausfälle und das Vagabundieren des SVN auf fremden Trainingsplätzen der Vergangenheit angehören. Allein schon um die Chancengleichheit gegenüber den anderen Oberliga-Vereinen zu wahren.

Sicherlich wären mit der Flutlichtanlage auch die Voraussetzungen geschaffen, dass das LAZ Abendsportfeste veranstalten könnte. Nachdem die bisherigen Freiluftveranstaltungen im Westpfalzstadion, wie etwa der Hochsprung-Cup mit der Deutschen Elite bei den Aktiven und der Jugend, eher ein Flop waren, bin ich skeptisch, dass eine Abendveranstaltung der Zuschauermagnet wäre.

Auch die übrigen geplanten Sanierungsmaßnahmen, wie etwa eine Zuschauertribüne oder eine Sanierung der Umkleidekabine und sanitären Anlagen, ungeachtet der Zuschüsse der einzelnen Verbände, haben sicherlich ihre Berechtigung.

Doch bin ich überzeugt, dass mit den vordergründigen Maßnahmen Kunstrasenplatz und Flutlichtanlage zumindest was die Nutzung und die Außendarstellung des Westpfalzstadions in Zweibrücken betrifft, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können.