Leichtathletik: Frauen-Qualifikationswettkampf findet nach vielen Jahren nicht mehr in Zweibrücken statt

Die deutschen Leichtathleten bereiten sich derzeit auf die WM im eigenen Land vor. Ein wichtiger Qualifikationswettkampf dafür muss sich aber eine neue Heimat suchen: Der Hochsprung-Cup der Frauen wird nicht mehr in Zweibrücken ausgetragen.

Zweibrücken. Der Hochsprung-Cup und das damit verbundene nationale Nachwuchsmeeting im Hochsprung finden vorerst nicht mehr in Zweibrücken statt. Das bestätigten gestern auf Merkur-Nachfrage sowohl der erste Vorsitzende des LAZ Zweibrücken, Josef Scheer, als auch Meeting-Organisator Jürgen Sturm vom Team Sprungfeder. „Ich habe dem LAZ am Montag mitgeteilt, dass wir aus wirtschaftlichen und privaten Gründen von der Organisation Abstand nehmen“, sagte Sturm dem Pfälzischen Merkur. „Die ganze Veranstaltung mit Frauen und Nachwuchs kostet rund 15 000 Euro. Das ist im Moment einfach nicht zu beschaffen“, führt Scheer als Hauptgrund für die Streichung der Veranstaltung an.

„Ich finde das sehr schade. Das war das Erbe von Professor Dieter Kruber. Er wollte dadurch ein zweites Standbein für das LAZ schaffen“, meint Sturm. Der Normwettkampf hatte in den letzten Jahren die deutsche Elite des Frauen-Hochsprungs nach Zweibrücken gelockt. Im vergangenen Jahr gewann die frisch gebackene Hallen-Europameisterin Ariane Friedrich das Springen. Für deren Verpflichtung wäre in diesem Jahr ohnehin mehr Geld nötig gewesen.

Neben den finanziellen Gründen hat aber wohl auch die Chemie zwischen den beiden Veranstaltern nicht mehr gestimmt. „In Zweibrücken spielt man mit dem Stab, nicht mit der Hochsprungmatte“, merkt Jürgen Sturm vielsagend an. Der Verein verstecke sich hinter seinem Zugpferd Raphael Holzdeppe. Bei der Suche nach Sponsoren für das Meeting hatte er auf mehr Unterstützung seitens des LAZ gehofft. Zweibrücker Sponsoren für den Hochsprung-Cup habe es im vergangenen Jahr aber nicht gegeben. Josef Scheer meint dazu: „Wir haben dem Meeting nie Steine in den Weg gelegt und geholfen, so gut es geht.“ Dass sich die gegenseitigen Erwartungen nicht gedeckt haben, gibt aber auch er zu. Nachtreten will jedoch keine Seite. „Ich schätze die Leute beim LAZ sehr. Gerade in einer so schwierigen Zeit ist es gut, dass sie jemanden wie Josef Scheer an ihrer Spitze haben“, betont Sturm hingegen.

Die Hoffnung, dass das Meeting wieder nach Zweibrücken zurückkehrt, will er jedoch nicht aufgeben. „Es ist sicher besser, wenn es jetzt ruht, aber vielleicht lebt es ja wieder auf.“ Der Hochsprung-Cup war ursprünglich für den 23. Mai geplant gewesen. Die Chancen, die Veranstaltung als Qualifikationswettbewerb später einmal zurückgewinnen zu können, stehen aber eher schlecht. Denn der diesjährige Normwettkampf für die Weltmeisterschaften in Berlin findet am 1. Juni im Saarland statt – eingebettet in das traditionelle Pfingstsportfest des LC Rehlingen, der nun seinerseits an der Verpflichtung von Ariane Friedrich arbeitet.

Der LAZ-Vorsitzende sieht die Zukunft für Leichtathletik-Veranstaltungen in anderen Bereichen. „Falls das Westpfalzstadion erneuert wird, möchten wir danach gern unsere Athleten, die bisher ja fast nur aus der Presse bekannt sind, auch in Zweibrücken vorstellen und bei Wettkämpfen präsentieren“, sagt Scheer, der dabei vor allem an die Stabhochsprung-Frauen und -Männer sowie die Hürdenläufer denkt. Dann erhofft er sich auch mehr Zuschauer als zuletzt beim Hochsprung-Cup, der bei Regenwetter vor einer spärlichen Kulisse stattgefunden hatte.

Hochspringerin Ariane Friedrich
Hallen-Europameisterin Ariane Friedrich hatte den Hochsprung-Cup in Zweibrücken im vergangenen Jahr gewonnen. Foto: dpa