RHEINPFALZ-SPORTLERWAHL: Marlene Hüther, Moritz Bartels und die B-Jugend-Handballer des SV 64 Zweibrücken sind die RHEINPFALZ-Sportler des Jahres 2016, 1582 Leser geben ihre Stimme per Stimmzettel oder im Internet ab. Während der eine oder andere Zweibrücker Sportler nach wie vor von der Olympia-Teilnahme träumen darf, kämpfen andere nach schweren Verletzungen um die Fortsetzung ihrer Karriere.

Zweibrücken. Freud und Leid liegen im Sport dicht beieinander. Die Sportlerparty gestern Abend im Sportheim des FC Oberauerbach bildete da keine Ausnahme. Natürlich gab es viele strahlende Gesichter. Es gab aber auch einige nachdenkliche Töne. Die Schattenseite des Sports erlebt derzeit das Stabhochsprung-Paar Daniel Clemens und Anna Felzmann. Beider Karrieren liegen auf Eis, beide sind verletzt. Während Clemens, der im Juni 2016 als deutscher Hallen-Vizemeister seine Saison vorzeitig beenden musste, auf ein Comeback im Frühsommer hinarbeitet, klingt Felzmann weniger zuversichtlich. Sie hat nach ersten Trainingssprüngen einen Rückschlag erlitten. „Ich habe monatelang so gekämpft“, sagt sie geknickt. „Ich hoffe, dass ich im Sommer noch mal springen kann“, bemerkt sie. Clemens, der bei der Sportlerwahl Zweiter wurde, spricht von „Glück, dass sich der Bundestrainer ziemlich für mich eingesetzt hat“, auch während seiner Verletzung behielt er seinen Status als Sportsoldat. Das ermöglicht Clemens die Konzentration auf den Sport, ohne sich wirtschaftliche Sorgen machen zu müssen.

Diesen Status streben einige Sportler an. Marlene Hüther, die gestern zum vierten Mal in Folge zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde, baut im Frühjahr ihr Abitur in Saarbrücken, danach muss sie das Sportinternat verlassen. „Ich wechsle auf die andere Straßenseite“, sagt sie lachend. Die Aufnahme in die Sportfördergruppe der Bundeswehr oder ein BWL-Studium nennt sie als Alternativen. Zehnmal Training die Woche und ein Schwimmpensum von 60 bis 80 Kilometern müssen dann mit unter den Hut gebracht werden.

Hüthers Trainingskamerad Moritz Bartels steht ebenfalls kurz vor dem Abitur, auch er liebäugelt mit der Bundeswehr. Das würde ihm ermöglichen, seine 80 bis 85 Kilometer pro Woche weiterhin abzuspulen. Die Teilnahme an den Freiwasser-Welt- und Europameisterschaften bei den Erwachsenen steht auf der Liste seiner Ziele ganz oben, da ist große Ausdauer gefragt. Auch wenn er die meiste Zeit im Becken verbringt, seine sportlichen Erfolge feiert er in natürlichen Gewässern. Mit allen unangenehmen Nebeneffekten: „Meistens ist das Wasser kalt und es gibt Wellen“, schildert er die Erschwernisse. „In der Türkei gab’s mal ganz viele Quallen“, erinnert er sich an ein besonders schwieriges Terrain. Nach dem Einstieg in den Erwachsenensport muss sich Bartels erst einmal zurecht finden. Den Traum von Olympia träumt er noch nicht. „2020 kommt mit Sicherheit zu früh“, sagt er.

Eher zu spät kamen die A-Jugend-Handballer des SV 64 Zweibrücken in der Bundesliga in dieser Saison in Fahrt. Wegen ihrer großen Erfolge in der B-Jugend gewannen die Jungs um Marc-Robin Eisel gestern die Team-Wertung der Sportlerwahl. „Wir hatten am Anfang der Saison viele Verletzte. Die, die gespielt haben, konnten nicht an ihre Leistung anknüpfen“, bemerkt er. Es wurmt ihn, dass der SV 64 Punkte hat liegen lassen, sich jetzt zwar in der Tabelle nach vorne gearbeitet hat, aber vor einer schweren Aufgabe steht. „Wenn wir Zweiter werden wollen, müssen wir alle Spiele gewinnen“, berichtet er. Mittlerweile zeichnet den SV aber eine Stärke aus: „Wir sind zu einem Team zusammengewachsen“, sagt Eisel. Und sollte es in diesem Jahr nicht klappen, kann die Truppe im nächsten Jahr noch einmal angreifen. „Wir bleiben zusammen“, bemerkt er.

Insgesamt wurden bei der 27. Sportlerwahl der RHEINPFALZ-Lokalredaktion Zweibrücken 1582 Stimmen abgegeben, 831 über die Online-Abstimmung auf der Internetseite der RHEINPFALZ, 751 Stimmzettel flatterten der Redaktion im Original ins Haus. Elf Stimmzettel waren ungültig, weil sie nicht original, sondern kopiert waren.

Bei der Stimmabgabe mittels Original-Stimmzettel waren einige Tendenzen zu erkennen. Viele Coupons, auf denen die Helmholtz-Schülerin Amelie Kiehm und Helmholtz-Turn-Mädchen angekreuzt waren, zogen entweder Schwimmer Moritz Bartels oder Daniel Clemens mit – obwohl zumindest Clemens eigentlich ein Ex-Schüler des Hofenfels-Gymnasiums ist. Und wo gemeinsam für die Schwimmer Marlene Hüther und Moritz Bartels abgestimmt wurde, stand meist noch die B-Jugend des SV 64 auf dem Zettel.