Zweibrücken. Klein, aber fein: So sieht das Athleten-Team aus, dass das LAZ Zweibrücken am Wochenende zur deutschen Hallenmeisterschaft nach Karlsruhe schickt. Die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Daniel Clemens sowie Sprinterin Sina Mayer vertreten in der Messehalle 2 die Zweibrücker Farben. Im Fall der Stabhochspringer sind Medaillen drin.

„Wir wollen in den Endlauf. Gell, Sina?“, fragt LAZ-Sprinttrainer Karl-Heinz Werle am Mittwoch im Training lachend seinen Schützling Sina Mayer. „Ja, genau“, scherzt Mayer zurück. Spaß beiseite: Am Samstag ab 13.40 Uhr im Vorlauf eine neue Bestzeit über 60 Meter auf die Bahn legen, auf dieses Ziel können sich beide gut einigen. Mayers schnellste Zeit über diese Distanz liegt bei 7,64 Sekunden. „Wenn der Zwischenlauf dabei rausspringen würde, wäre das klasse“, sagt Werle noch. Allein das wird aber nicht leicht, denn „es ist einfach ein Riesensprung von der Jugend zu den Aktiven“, urteilt Werle über Mayers erstes Jahr in der Laufwelt der Aktiven. Zum Vergleich: Für Sprint-Topstar Verena Sailer von der MTG Mannheim stehen 7,22 Sekunden in der Meldeliste.

Sina Mayer hat unter der Woche gut trainiert; die Entzündung im Knie, wegen der sie zuletzt bei der süddeutschen Meisterschaft einen Lauf vorsichtshalber abgesagt hatte, ist abgeklungen. „Alles okay“, signalisiert sie dem Trainer. Und die starke Erkältung hat sie auch endlich überwunden. „Die Bestzeit ist drin, sie hat sich im Winter von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert“, glaubt Karl-Heinz Werle.

Für Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe sind die Wettkämpfe nach mehr als einem halben Jahr Pause derzeit Wundertüten: Mal springt er 5,60 Meter wie in Rouen, mal produziert er einen „Salto nullo“ wie in Dessau. Zuletzt beim Istaf-Meeting in Berlin packte er sogar nach dem Einspringen die Stäbe wieder ein, trat gar nicht erst an. „Er hatte einfach nicht das richtige Gefühl an dem Tag“, sagt sein Trainer Andrei Tivontchik zur Begründung. Holzdeppes Wintersaison ist augenscheinlich der nicht einfache Kampf, das richtige Sprunggefühl wieder zu finden. „Wir sind im Leistungsaufbau, das geht dann schon mal in Wellen auf und ab“, sagt Tivontchik. Wie es in Karlsruhe für den 25-Jährigen laufen wird, kann der Coach deshalb kaum einschätzen. Einfach gute Sprünge zeigen, damit wäre schon viel gewonnen.

„Körperlich bin ich fit“, sagt Stabhochspringer Daniel Clemens, für den in dieser Hallensaison bisher 5,55 Meter zu Buche stehen. Gesprungen in Ludwigshafen, bei den Pfalzmeisterschaften am 17. Januar. Nur erkältet war auch er. „Beim Meeting Ende Januar in Düsseldorf habe ich mir mit Raphael ein Zimmer geteilt, ich glaub, da hab’ ich mich bei ihm angesteckt.“ Nur leicht verschnupft sei er immer noch. Mut machen ihm die letzten guten Technik-Trainingseinheiten. „Eine Medaille ist mein Ziel“, sagt er deshalb zum Wettkampf, der am Sonntag ab 12 Uhr beginnt. „Das wird nicht leicht, ist aber nicht unmöglich“, sagt Clemens, der glaubt, dass man für den Sprung aufs Treppchen auch zwischen 5,55 und 5,65 Meter springen muss. Die härtesten Konkurrenten dabei sind aus seiner Sicht Carlo Paech, Tobias Scherbarth und natürlich Raphael Holzdeppe.

Clemens’ Disziplinkollegin Kristina Gadschiew startet dagegen definitiv nicht in Karlsruhe – trotz Sonderstartgenehmigung. „Die letzten Trainingseinheiten waren nicht so gut“, sagt die 30-Jährige, die nach dem Achillessehnenriss im vergangenen Sommer hart an ihrem Comeback arbeitet. Gesprungen ist sie bei einem Hallenmeeting schon, aber zu einem DM-Start sagt sie noch klar „Nein“. Dann schon eher beim hauseigenen Meeting am kommenden Samstag.

Für besagten LAZ-Hallenstürmer-Cup am 28. Februar hat zwischenzeitlich Piotr Lisek abgesagt, wie LAZ-Vorsitzender Bernhard Brenner mitteilt. Die LAZ-Macher sind aber schon dabei, für Ersatz zu sorgen: Kandidaten sind der Franzose Valentin Lavillenie, der kleine Lavillenie-Bruder war beim Istaf-Meeting in Berlin vergangene Woche mit 5,73 Metern Dritter hinter Bruder Renaud (6,02 m) geworden sowie sein französischer Landsmann Joseph Stanley (Bestleistung 5,62 m). „Vielleicht kommt auch Alena Lutkovskaya wieder“, sagt Brenner. Die Russin (Bestleistung 4,50 m) war im Vorjahr hinter Lisa Ryzih und Gadschiew Dritte geworden. „Ob sie kommen kann, hängt davon ab, ob sie sich am Wochenende bei den russischen Meisterschaften für die Hallen-EM qualifiziert“, muss Brenner aber noch abwarten.

Sina Mayer
Sina Mayer (Foto: Kunz)
Daniel Clemens
Daniel Clemens (Foto: Steinmetz)
Raphael Holzdeppe
Raphael Holzdeppe (Foto: Kunz)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.–22.02.2015 Deutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)
11.02.2015 14. Internationales Springermeeting Dessau Dessau-Roßlau (Deutschland)
07.–08.02.2015 Süddeutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)
29.01.2015 PSD Bank Meeting 2015 Düsseldorf (Deutschland)
06.–08.03.2015 Hallen-Europameisterschaften 2015 Prag (Tschechien)
28.02.2015 Hallenstürmer-Cup 2015 Zweibrücken (Deutschland)