Leichtathletik: Christin Hussong aus Herschberg hat bei den Olympischen Spielen das Speerwurf-Finale erreicht. Die Europameisterin vom LAZ Zweibrücken glänzte aber in der Qualifikation nicht.

Tokio. Es ist wirklich schwierig zu beurteilen, was der erste Auftritt von Christin Hussong in Tokio, der Einzug ins olympische Speerwurf-Finale am Freitag (20.50 Uhr Ortszeit, 13.50 Uhr MESZ), letztlich bedeutet. Hauptsache weiter, könnte man sagen. Abhaken, weitermachen, an sich glauben. Dann geht es wieder von vorne los, aber nicht mehr in der schwülen Morgenhitze unter der schon sehr extremen Sonneneinstrahlung, sondern in der Dunkelheit, wenn es tatsächlich ein bisschen angenehmer wird, auch mal ein Lüftchen weht.

Unter ihren Ansprüchen

Mit 61,68 Metern ist die 27 Jahre alte Herschbergerin ins Finale der besten zwölf eingezogen, als Elfte von 30 Starterinnen. Die beiden anderen Würfe allerdings waren unter ihren Ansprüchen geblieben: 59,19 Meter im ersten und 58,09 Meter im dritten Versuch. Was so aussah, als sei es richtig knapp gewesen, nahm Hussong indes recht gelassen hin: „Sorgen um den Finaleinzug hatte ich mir nicht gemacht, wenn ich ehrlich bin“, sagte die Europameisterin von 2018, die immer wieder den Schatten suchte.

Wer in die Ergebnisliste sieht, dem fällt auf, dass das Niveau insgesamt nicht sehr hoch war. Den weitesten Wurf lieferte die Weltjahresbeste Maria Andrejczyk ab. Die Polin kam auf 65,24 Meter.

Warmmachen im Regen

„Sie hat sich heute recht schwergetan. Das Einwerfen draußen vor dem Stadion war sehr in Ordnung, aber dann kam sie hier herein, dann ging es nicht mehr so gut“, beurteilte Udo Hussong, ihr Vater und Trainer, die Leistung. Die beiden hatten während der Qualifikation immer wieder Kontakt. Udo Hussong: „Es war wieder das alte Problem, diese Oberkörpervorlage. Beim Einwerfen hatte das aber noch ganz gut ausgesehen.“

Immer wieder wischte sich Christin Hussong die Stirn ab, hielt sich einerseits in Bewegung, setzte sich zwischendurch aber auch mal hin. Eine Qualifikation mit drei Würfen kann eine zähe Veranstaltung sein; über eine Stunde zog sie sich hin. Ihren ersten Speer ließ sie kurz vor elf Uhr Ortszeit fliegen. Zum Glück hatte sich der Regen verzogen, der am Morgen über Tokio niederging, im Nassen hatte sie sich warmgemacht.

Mag sein, dass es ein paar graue Haare bei Udo Hussong gegeben hat, wie er selbst witzelte, ansonsten meldete er aber beste Stimmung in Tokio: „Ich muss sagen, es ist wirklich alles sehr gut organisiert hier, die Japaner geben sich viel Mühe. Es wird viel auf Abstand und Maske tragen geschaut, da fühlt man sich schon sicher.“ Direkt nach dem Wettkampf telefonierte er mit seiner Frau Gabi in Herschberg. „Sie hat sich das natürlich angeschaut. Sie hat es aufgenommen und wird mir das Material schicken, damit wir uns das anschauen können.“

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
23.07.–08.08.2021 Olympische Sommerspiele 2020 Tokio (Japan)