Interview: Die Herschbergerin Christin Hussong bestreitet am Sonntag ihren ersten Wettkampf in diesem Jahr. Beim Werfer-Europacup im kroatischen Split trifft die 27-Jährige vom LAZ Zweibrücken gleich auf hochkarätige Konkurrenz. Im RHEINPFALZ-Gespräch definiert die Speerwurf-Europameisterin ihr Ziel.

Frau Hussong, wie lief denn Ihre Vorbereitung auf den ersten Wettkampf des Jahres?

Es läuft alles super. Ich habe viel draußen geworfen. Die Woche vor dem Wettkampf ist wie immer ruhig.

Werden Sie geimpft zu den Olympischen Spielen nach Tokio fliegen?

Ja, die Mitglieder des Olympiakaders werden alle geimpft. Das hat der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund, die Redaktion) mitgeteilt. Ich bin inzwischen geimpft.

Jetzt der Europacup in Kroatien, am 5. Juni die deutsche Meisterschaft in Braunschweig, am 3. August die Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Tokio: Was steht noch auf Ihrem Wettkampfkalender?

Zum Beispiel das Meeting in Halle, das dieses Jahr aber nur national ausgeschrieben ist. Aber ich will noch keine weiteren Termine nennen, weil man einfach abwarten muss, ob die Wettkämpfe wegen Corona überhaupt stattfinden.

Ist Ihr Arbeitsgerät eigentlich unverändert, haben Sie weiter dieselben Speere im Gepäck für Split?

Da hat sich nichts geändert. Ich nehme fünf Speere mit. Welchen ich dann nehme, hängt vom Wind und vom Gefühl ab.

Fliegt Ihr Vater Udo, der auch Ihr Heimtrainer ist, mit zum Europacup?

Nein, wegen Corona ist er nicht dabei. Bundestrainer Boris Obergföll betreut uns.

29 Speerwerferinnen aus 19 Nationen sind gemeldet. Außer Ihnen sind vier Frauen dabei, die schon weiter als 67 Meter geworfen haben. Wie beurteilen Sie die Konkurrenz, was ist Ihr Ziel, nachdem Sie beim bislang letzten Werfer-Europacup Zweite waren?

Es ist schön, dass es so ein starkes Feld ist. Ich gebe keine Platzierung als Ziel aus. Mein Ziel ist es, technisch gut zu werfen.

Sie sind ja nicht nur Leistungssportlerin, sondern auch Studentin. Wie ist da der Stand der Dinge?

Ich werde Ende dieses Jahres damit anfangen, meine Masterarbeit zu schreiben, um dann hoffentlich 2022 meinen Master in Präventions- und Gesundheitsmanagement zu haben.

Die Konkurrenz: Die große Špotáková

Bei 67,80 Metern, geworfen beim Gewinn der Europameisterschaft 2018, steht Christin Hussongs persönliche Bestleistung. Von den 29 Speerwerferinnen, die für den Europacup in Split gemeldet haben, hat nur die Olympiasiegerin von Peking und London, die Tschechin Barbora Špotáková jemals weiter geworfen: 72,28 Meter aus dem Jahre 2008, bis heute Weltrekord. Die mittlerweile 39-Jährige ist dieses Jahr noch ohne Wettkampf. Stark einzuschätzen sind vor allem Tatsiana Khaladovich (Belarus/persönliche Bestweite: 67,47 Meter), die beim bis dato letzten Werfer-Europacup 2019 vor Hussong siegte und dieses Jahr schon 63,85 Meter warf, die 67-Meter-Werferinnen Maria Andrejczyk aus Polen und Hanna Hatsko aus der Ukraine sowie die Österreicherin Victoria Hudson, die 2021 schon 64,68 Meter vorweisen kann.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–06.06.2021 Deutsche Meisterschaften 2021 Braunschweig (Deutschland)
15.–16.05.2021 Hallesche Werfertage 2021 Halle (Saale) (Deutschland)
08.–09.05.2021 European Throwing Cup 2021 / Werfer-Europacup 2021 Split (Kroatien)
24.07.–09.08.2020 Olympische Sommerspiele 2020 Tokio (Japan)