Tokio/Zweibrücken. Die unglaublich lange Vorbereitung ist durch, der Feinschliff beim Trainingslager in Miyazaki abgeschlossen, ebenso die Phase der Akklimatisierung an die Hitze in Japan. Jetzt wird es ernst für Christin Hussong. An diesem Dienstag (ab 2.20 Uhr unserer Zeit) steht bei den Olympischen Spielen in Tokio der Qualifikations-Wettkampf für die Speerwerferin des LAZ Zweibrücken an. Die nur ein kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zum ganz großen Ziel „Medaille“ sein soll. Doch trotz dieses Traums vom olympischen Edelmetall, trotz der guten Vorleistungen in diesem Jahr nehme die 27-Jährige „die Quali sicherlich nicht auf die leichte Schulter“.

Und doch geht die Europameisterin von 2018 bei ihren zweiten Spielen nach Rio 2016 mit ganz anderen Ansprüchen in den Wettkampf. Damals wurde die Herschbergerin Zwölfte. Dieses Mal soll der Sprung aufs Podest klappen. Die Medaillenhoffnung kommt nicht von ungefähr. Mit ihrer Bestweite von 69,19 Metern liegt Hussong auf Rang zwei der Weltjahresbestenliste. Acht ihrer zehn Wettkämpfe im Olympia-Sommer konnte die LAZ-Athletin gewinnen. Zuletzt flog der Speer zwar nicht mehr ganz so weit wie zu Beginn der Saison, als ihr Wurfgerät konstant jenseits der 66-Meter-Marke landete. Doch sie ist nach einer intensiven Trainingsphase im Juli mit ihrem Vater und Trainer Udo Hussong zuversichtlich, dass es in Tokio wieder weit gehen wird. „Ich hoffe, ich habe den großen Wurf in diesem Jahr noch vor mir“, sagte Hussong vor ihrer Reise nach Japan. Diesen könnte sie auf dem Weg zur Medaille gut gebrauchen. Denn die internationale Konkurrenz ist groß. Etwa durch die Weltjahresbeste Maria Andrejczyk aus Polen, die Anfang Mai die 70-Meter-Marke (71,40 m) deutlich überboten hat. Oder durch die Chinesin Huihui Lyu, die bei den drei zurückliegenden Weltmeisterschaften jeweils Edelmetall sicherte. Auch mit der mittlerweile 40-jährigen Weltrekordlerin und zweimaligen Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien) ist bei internationalen Höhepunkten stets zu rechnen. Nicht zu vergessen deren Landsfrau Nikola Ogrodnikova, Vize-Europameisterin von Berlin. Maggie Malone (USA) hat sich zudem auf 67,40 Meter gesteigert und auch die Überraschungs-Weltmeisterin von 2019, Kelsey-Lee Barber aus Australien, muss die Konkurrenz auf der Rechnung haben. Doch sie alle müssen am Dienstag erst einmal die Qualifikation überstehen, um am Freitag im Finale nach den Medaillen greifen zu können.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
23.07.–08.08.2021 Olympische Sommerspiele 2020 Tokio (Japan)