Zweibrücken. Finanziell ist kein großer Wurf erforderlich, damit sportlich größere Würfe in Zweibrücken möglich sind: Mit einer Investition von nur 12 000 Euro ermöglicht die Stadt bessere Trainingsmöglichkeiten im Westpfalzstadion für Hammerwerfer . Die nämlich stoßen dort mittlerweile nicht an ihre eigenen Grenzen – sondern sie werfen so weit, dass sei mit ihren Hämmern die benachbarte Tennishalle des TC Weiß-Blau zu treffen drohen!

Der Hauptausschuss des Stadtrats hat deshalb am Mittwochabend (diskussionslos) zugestimmt, den Trainings-Wurfring zu verlegen. In der Sitzungsvorlage hat die Stadtverwaltung die Gründe hierfür ausführlich erläutert.

Anlass für die Stadt, als Betreiber des Westpfalzstadions aktiv zu werden, war ein alarmierender Brief von VTZ (Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken) und LAZ (Leichtathletik-Zentrum Zweibrücken) vom April. Beide Vereine hätten nun Werferinnen und Werfer in ihren Reihen, die weit vorn in den deutschen Bestenlisten ihrer Altersklassen platziert sind. Das Problem bei diesem Erfolg fasst die Stadt eindringlich so zusammen: „Aufgrund der immer größer werdenden Weiten der Werferinnen und Werfer gelangen die Trainingsmöglichkeiten durch die zu geringe Entfernung des Wurfrings zu den baulichen Anlagen des Tennisclubs ( Tennishalle und Außenplätze) an ihre Grenzen. Die Sicherheit ist nur noch einschränkend gewährleistet (Schäden an der Halle des Tennisclubs konnten bisher vermieden werden, indem die Sportlerinnen und Sportler nicht ihr Potential ausschöpften).“ Die zu geringe Entfernung zur TC-Halle „behindert bereits jetzt nachhaltig die Trainingsmöglichkeiten der Werferinnen und Werfer“.

Und die Wurfstärke wächst und wächst. So berichtete der Merkur im Mai: „VTZ-Hammerwerfer Timo Port pulverisiert bisherige Bestleistung.“ Schon mit dieser Steigerung um zehn (!) Meter katapultierte er sich deutschlandweit an die Spitze der Bestenliste seiner Altersklasse. Im August steigerte der 15-Jährige sich nochmal um über einen halben Meter auf 63,40 Meter und wurde kurz darauf Süddeutscher Meister.

Mit Trainingshämmern kann sogar noch weiter geworfen werden. Schon jetzt sind bei den stärksten Sportlerinnen und Sportlern auf dem Zweibrücker Werferplatz „die für das Techniktraining sehr wichtigen Würfe mit Hämmern, deren Gewicht unterhalb des Gewichts des Wettkampfhammers liegt, nicht mehr bzw. nur noch eingeschränkt möglich“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Eine Verlegung des Wurfrings sei deshalb „von existenzieller Bedeutung“. Denn: „Der Werferplatz würde ohne diese Maßnahme bereits in sehr naher Zukunft seine Nutzbarkeit gerade für die erfolgreichen Werferinnen und Werfer einbüßen.“

Der Wurfring steht bislang in der unteren rechten Ecke des Werferplatzes, die Wurfrichtung geht damit Richtung Tennishalle.

Wohin wird der Wurfring verlegt? Sportamtsleiter Thomas Deller erklärte am Freitagabend auf Merkur-Anfrage, es seien mehrere Optionen geprüft worden. Eine Verlegung in eine andere Ecke des Werferplatzes wäre nicht praktikabel, weil dann andere Bereiche durch Würfe gefährdet würden. Deshalb werde der (auf der Rückseite und seitlich durch Fangnetze geschützte) Wurfring aus der Ecke des Werferplatzes ein Stück diagonal nach hinten (Richtung Landauer Straße) verschoben, in den Randbereich des dortigen Kleinspielfeldbereichs.

Dort sei der Wurfring bis vor zwölf Jahren schon einmal gewesen – und verlegt worden, um mehr Platz für das Kleinspielfeld zu gewinnen. Damals waren so weite Würfe wie heute nicht absehbar, erläuterte Deller (der damals noch nicht im Amt war). Durch die Rückverlegung seien praktisch so gut wie keine negativen Folgen für das Kleinspielfeld zu erwarten. Denn dieses bestehe aus drei abtrennbaren Bereichen, die erfahrungsgemäß bislang fast nie gleichzeitig genutzt würden, während zeitgleich Hammerwerfen trainiert wird. Wenn während der Wurftrainingszeiten einer der drei Kleinspielfeldbereiche nicht nutzbar ist, „kriegen wir das geregelt“. Zumal es auf dem Gelände ja noch weitere Natur- und Kunstrasen-Plätze gebe.

Laut Sitzungsvorlage wurde die Verlegung „in mehreren Ortsterminen mit den beiden Vereinen, der Beigeordneten (Christina Rauch, Anm. d. Red.) sowie dem Sportamt“ gemeinsam vereinbart. Deller sagte dem Merkur, dabei habe man auch Hammerwürfe beobachtet: „Ich bin arg ins Schwitzen gekommen – die waren ziemlich nah an der Tennishalle dran!“