Nach seinem enttäuschenden Ergebnis beim Istaf Indoor in Berlin sagt der Stabhochspringer vom LAZ Zweibrücken den Wettkampf am Sonntag ab und verzichtet auch auf die DM in zwei Wochen. Sina Mayer sprintet in Dortmund über die 60 Meter in neuer Bestzeit auf Rang drei.

Zweibrücken. Genervt und mit hochgezogenen Schultern blickte Raphael Holzdeppe zu Trainer Andrei Tivontchik, nachdem die Latte in Berlin bereits bei 5,52 Metern das dritte Mal gerissen war. Kurz darauf erklärte der Stabhochspringer vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken seine Hallensaison nach nur einer Woche für beendet. Beim Istaf Indoor am Freitag in der Hauptstadt war Holzdeppe nicht über 5,42 Meter hinausgekommen und hatte den letzten Platz belegt. Am Sonntag beim Meeting in Dortmund, für das er eigentlich gemeldet war, trat er nicht mehr an. „Das haben der Trainer und ich nach dem Istaf in Berlin zusammen entschieden. Körperlich habe ich mich in dieser Hallensaison perfekt gefühlt, aber mein Kopf braucht eine Pause“, erklärte der Weltmeister von 2013 bei Instagram. „Die letzten Monate waren ziemlich viel für mich. Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, mich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorzubereiten. Der Weg, den wir eingeschlagen haben, war der richtige, ich werde hart weiterarbeiten und dann in der Freiluftsaison wieder richtig Gas geben“, versprach der 31-Jährige.

Somit werden sowohl die deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund (20./21.Februar), für die die Stadt jüngst grünes Licht gegeben hatte, als auch die Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun (4.–7. März) ohne Holzdeppe stattfinden. Die Norm für die EM (5,72 Meter) hatte der Zweibrücker bislang aber ohnehin noch nicht übersprungen. Seine Saisonbestleistung hatte Holzdeppe gleich zum Saisonauftakt in Karlsruhe aufgestellt. Dort hatte er noch 5,62 Meter überflogen. Beim folgenden Wettkampf in Düsseldorf waren es noch 5,52 Meter, nun in Berlin nur noch 5,42 Meter.

Beim Istaf Indoor hatte Holzdeppe am Freitag bereits bei seiner Einstiegshöhe Probleme offenbart, meisterte die 5,42 aber schließlich im dritten Versuch. Bei seinem finalen Versuch über 5,52 Meter stellte die Höhe an sich kein Problem für den 31-Jährigen dar. Aber der Abstand zur Latte stimmte nicht.

Erneut einen astreinen Wettkampf hat hingegen Holzdeppes Trainingspartner Oleg Zernikel vom ASV Landau hingelegt. Nachdem der 25-Jährige bereits zum Saisoneinstieg seine Bestmarke auf 5,62 Meter gesteigert hatte, knackte er am Freitag in Berlin mit neuer Bestleistung von 5,72 Metern die Norm für die Hallen-EM Anfang März in Polen. Zernikel meisterte alle Höhen (5,42, 5,52, 5,72 m) gleich im ersten Anlauf. An den 5,80 Metern, der Olympia-Norm, versuchte er sich danach vergeblich. Damit landete der Landauer beim Istaf auf Rang drei, hinter Sieger Ernest John Obiena (Philippinen, 5,80 m) und dem höhengleichen Torben Blech (Bayer Leverkusen, 5,80 m). „Die Sprünge sind aktuell so gut wie noch nie“, freute sich Zernikel im Gespräch mit dem Online-Portal www.leichtathletik.de. „Ich habe mich sehr gut weiterentwickelt durch die Arbeit mit Bundestrainer Andrei Tivontchik. Ich fahre dreimal die Woche nach Zweibrücken und trainiere dort mit Andrei und Raphael Holzdeppe“, erklärte der Landauer, der so lange um den Anschluss an die nationale Spitze gekämpft hatte. „Ich habe mir den Sprung über 5,72 Meter noch nicht angeschaut. Aber ich glaube, dass da noch Platz war. Daher bin ich überzeugt, dass ich Druck auf die Jungs vorne machen kann bei den Deutschen Meisterschaften.“

Und seinen guten Lauf setzte Zernikel am Sonntag in Dortmund gleich fort. Mit überflogenen 5,65 Metern teilte er sich den Sieg mit Ernest John Obiena. Die 5,72 ließ der Pfälzer aus, die 5,81 Meter waren diesmal aber noch zu hoch. Mit Torben Blech (5,86 m), Oleg Zernikel (5,72 m) sowie Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen) haben bereits drei deutsche Springer die Norm für die Hallen-EM Anfang März abgehakt.

Ein gutes Rennen hat Sina Mayer am Sonntag erwischt. Beim Meeting in Dortmund lief die Sprinterin des LAZ Zweibrücken in neuer Bestzeit über die 60 Meter auf den starken dritten Platz. In ihrem Vorlauf wurde die 25-Jährige in 7,39 Sekunden Vierte und schaffte es damit knapp über die Zeit ins Finale. Dort steigerte Mayer ihre 2016 aufgestellte Bestmarke von 7,32 um zwei Zehntel auf 7,30 Sekunden. Der Sieg in dem engen Rennen ging an Jennifer Montag (Bayer Leverkusen 7,21 sek.), vor der Schweizerin Salomé Kora (7,27 sek.).

Raphael Holzdeppe hat nach dem Istaf in Berlin beschlossen, die Hallenrunde zu beenden. Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken kam dort am Freitag über 5,42 Meter nicht hinaus – und will sich nun auf die Olympia-Vorbereitung fokussieren.
Raphael Holzdeppe hat nach dem Istaf in Berlin beschlossen, die Hallenrunde zu beenden. Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken kam dort am Freitag über 5,42 Meter nicht hinaus – und will sich nun auf die Olympia-Vorbereitung fokussieren. (Foto: Sven Hoppe)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
20.–21.02.2021 Deutsche Hallenmeisterschaften 2021 Dortmund (Deutschland)
07.02.2021 PSD Bank Indoor Meeting Dortmund 2021 Dortmund (Deutschland)
05.02.2021 ISTAF Indoor Berlin 2021 Berlin (Deutschland)
31.01.2021 ISTAF Indoor Düsseldorf 2021 Düsseldorf (Deutschland)
29.01.2021 Indoor Meeting Karlsruhe 2021 Karlsruhe (Deutschland)
05.–07.03.2021 Hallen-Europameisterschaften 2021 Toruń (Polen)
24.07.–09.08.2020 Olympische Sommerspiele 2020 Tokio (Japan)